Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Google+
Kunstsammlungen kaufen Kirchner-Bild für Dresdner Albertinum an

„Straßenbild vor dem Friseurladen“ Kunstsammlungen kaufen Kirchner-Bild für Dresdner Albertinum an

Mit Hilfe des Bundes und Förderern haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das Gemälde „Straßenbild vor dem Friseurladen“ des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) erworben.

Voriger Artikel
Zwischen Kunst und Wissenschaft: Ausstellung in der Altana-Galerie Dresden
Nächster Artikel
Ernsthaft aus Spaß ehr(t)en Prahl, Dresen und Band vor allem Gerhard Gundermann

Ernst Ludwig Kirchner: Straßenbild vor dem Friseurladen (Straßenszene), 1926, Öl auf Leinwand, 120 x 99,5 cm.

Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Dresden. Eine der späten Straßenszenen des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) ist zurück in Dresden - nach fast acht Jahrzehnten. Das 1926 entstandene Gemälde „Straßenbild vor dem Friseurladen“ wurde von den Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) mit Hilfe des Bundes und privater Förderer aus Schweizer Privatbesitz angekauft. Generaldirektor Hartwig Fischer sprach am Dienstag von einer wichtigen Neuerwerbung für das Albertinum als Museum des 19. bis 21. Jahrhunderts und einem Glücksfall.

„Es ist ein Werk, das einst zum Glanz der neuesten Sammlung gehörte, unter dem Wahnsinn der Naziideologie in Ungnade fiel, diffamiert und verkauft wurde“, sagte Fischer. Die SKD bemühten sich mehr als zwei Jahre um den Rückkauf, der nur mit Unterstützung vieler Partner gelang. „Das ist gerade für Dresden bedeutend, weil die massakrierten Sammlungen anders als in Westdeutschland nicht wieder so aufgebaut werden konnten wie in Hamburg, München oder Stuttgart.“

Die Ankaufsumme wurde nicht bekanntgegeben. Die ostdeutsche Sparkassenfamilie, die Ernst von Siemens Kulturstiftung und die Hermann Reemtsma Stiftung, Bund und das Land legten dafür zusammen. Die Erwerbung sei „ein später Sieg über diktatorische Bilderstürmer“ und eine Verbeugung vor dem Künstler, sagte Günter Winands als Vertreter der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Damit sei zudem national wertvolle Kunst für Deutschland gesichert worden. Für die Sparkassenfamilie ist sie „ein klares Bekenntnis zur Freiheit der Kunst“, wie Sprecher Joachim Hoof sagte.

Die Stadt hatte das 1,20 Meter mal knapp einen Meter messende Bild 1926 vom Künstler erworben. Bis 1933 hing es als Dauerleihgabe in der modernen Abteilung der Staatlichen Gemäldegalerie im Semperbau am Zwinger. Nach der Rückgabe an die Stadt wurde es 1937 von den Nazis beschlagnahmt und später über den internationalen Kunsthandel nach New York verkauft. 1955 kam es zurück nach Westdeutschland und wurde dann mehrfach auktioniert, unter anderem in London. Seit 2008 befand es sich in einer Berner Privatsammlung.

Nach Angaben des Geschäftsführers der Reemtsma Stiftung, Sebastian Giesen, ist der Erwerb eines solchen Bildes in Kooperation privater und öffentlicher Geldgeber sehr selten. „Es war eine einmalige Chance“, ergänzte Martin Hoernes, Generalsekretär der Siemens Kulturstiftung. Nun sei das Straßenbild an dem Platz zurück, wo es hingehöre - in der „Brücke“-Stadt. Standesgemäß hängt es bereits im Saal der Expressionisten - inmitten anderer Arbeiten des Malers und seiner „Brücke“-Kollegen Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr