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Kulturpalastumbau: SPD und Linke sehen Aus für Unterhaltungsmusik in Dresden

Kulturpalastumbau: SPD und Linke sehen Aus für Unterhaltungsmusik in Dresden

SPD und Linke werfen der Stadtverwaltung in Zusammenhang mit der Abwicklung der Konzert- und Kongressgesellschaft (KKG) Intransparenz und Wortbruch vor. Laut einer Vorlage aus dem Rathaus soll die KKG den Geschäftsbetrieb zum 31. Dezember 2012 einstellen, ihre Aufgabenbereiche werden künftig unter dem Dach der Dresdner Messe zusammengeführt.

Damit verbunden wäre der Wegfall sämtlicher Arbeitsplätze. Alleiniger Gesellschafter des Unternehmens ist die Stadtverwaltung.

„Der Umgang mit den Mitarbeitern ist mehr als fragwürdig", meinte gestern SPD-Stadtrat Wilm Heinrich. „Sie wurden in den zurückliegenden Monaten im Dunkeln gelassen, ihre Erfahrungen und Kompetenz bei der Erarbeitung der Vorlage ignoriert, ihre Arbeit teilweise diskrediert." Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) habe die 45 Beschäftigten bei einer Versammlung am 5. November 2009 hinsichtlich der Angst um ihren Job beruhigt und dieses Versprechen nun nicht eingehalten.

Begründet wird die Umstrukturierung mit dem geplanten, mindestens zwei Jahre andauernden Umbau des Kulturpalastes, denn in dieser Zeit braucht man die KKG nicht. Die Stelle des Geschäftsführers - Volker Schmidtke wechselt am 1. Januar 2011 nach Reutlingen, um dort die neue Stadthalle zu leiten - bleibt unbesetzt.

Aus Sicht von Heinrich zeugt die Liquidierung von vorauseilendem Gehorsam: „Die Finanzierung für den Umbau des Kulturpalastes ist bisher völlig offen", sagt er. „Weder liegt eine konkretisierte Kostenschätzung vor, noch wurden die konkreten Bauanträge gestellt, noch wurden bisher Fördermittel aus dem Programm ‚Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen‘ beantragt, geschweige denn gebilligt."

Zudem befürchten SPD und Linke das Aus für Veranstaltungen mit Unterhaltungsmusik in Dresden. „Zum einen, weil der Kulturpalast nach dem Umbau für einen Teil solcher Shows nicht mehr geeignet ist, zum anderen, weil laut der Vorlage ein Erstbelegungsrecht der Philharmonie für eigene Konzerte und für Gastspiele im Bereich Klassik, Jazz und Weltmusik gelten soll", erklärt Heinrich.

Die Betreiber der Messe könnten in der großen Halle Nummer 1 keine ausreichenden freien Termine anbieten. Eine Aussage von Helma Orosz, wonach 80 Prozent der Unterhaltungsmusikveranstaltungen weiter im Kulturpalast stattfinden können, hält der SPD-Stadtrat für reine Beschwichtigung. Insgesamt sei mit einem deutlich höheren Zuschussbedarf für die Betreibung des „Kultis" zu rechnen, wenn die Deckungsbeiträge, die derzeit die KKG bei einer Vermietung des Hauses erwirtschaftet, weitgehend wegfielen.

Linke-Fraktionschef André Schollbach hält es für unseriös und unverantwortlich, schon jetzt Entscheidungen auf den Weg zu bringen. „Wir werden uns für die Mitarbeiter einsetzen. Das Vorgehen der Oberbürgermeisterin ist nicht akzeptabel", meint er. Stadträtin Gunild Lattmann aus Schollbachs Fraktion regt an, die Messe und die KKG gleichberechtigt zusammenzuführen, um Fachwissen vorzuhalten und Synergieeffekte nutzen zu können. Die 1994 gegründete Konzert- und Kongressgesellschaft betreibt den Kulturpalast und seit 1999 Schloss Albrechtsberg.

Christoph Stephan

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