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Kulturloge Dresden will Geringverdienern kostenlosen Zugang zur Kultur ermöglichen

Kulturloge Dresden will Geringverdienern kostenlosen Zugang zur Kultur ermöglichen

Der Impuls liegt schon eine Weile zurück. Im Juni 2011 luden die Politikerinnen Katja Kipping und Katrin Mehlhorn (beide Die Linke) zu einem Workshop ein. Thema: die sogenannte Kulturloge.

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Dahinter verbirgt sich eine Idee, die in Marburg geboren und dort 2010 erstmals auch umgesetzt wurde. Die Kulturloge soll, vereinfacht formuliert, dafür sorgen, dass auch Geringverdiener die Chance bekommen, am kulturellen Leben teilzuhaben. Oder wie es die Logen selbst formulieren: Kulturlogen setzen sich für gesellschaftliche Teilhabe ein, indem sie nicht verkaufte Kulturplätze an Menschen vermitteln, die sich einen Kulturbesuch nicht leisten können.

Und all das kostenlos.

In Dresden jedenfalls fiel das Anliegen offenbar auf fruchtbaren Boden. Die Organisatoren rund um die Bürgerstiftung Dresden wollen den offiziellen Start dieses Projektes demnächst verkünden, genauer gesagt am 17. Oktober. Ganz überraschend kommt diese Entwicklung nicht. Vor ziemlich genau einem Jahr fand das erste bundesweite Arbeitstreffen der Kulturlogen in Deutschland statt, im April 2012 folgte das zweite. Die Zahlen schwanken, wenn es darum geht zu sagen, wie viele Logen bereits existieren. Im Frühjahr hieß es, 16 würden es bereits geben, 15 weitere seien in Gründung. Eins ist jedenfalls klar: In Dresden ist das Ganze brandneu. In Leipzig gibt es die Kulturloge dagegen schon seit Mai, und das recht erfolgreich.

Funktionieren soll es wie folgt: Wer über ein Brutto-Einkommen von 930 Euro oder weniger verfügt, kann sich als sogenannter Kulturgast registrieren lassen. Das soll dem Vernehmen nach bald möglich sein: bei der Kulturloge selbst, aber auch bei den Sozialpartnern, die mit im Boot sind, darunter die AWO, die Caritas, die Dresdner Tafel, der riesa efau, die Jüdische Gemeinde, die Volkssolidarität - um nur einige zu nennen. Die eigentliche Zielgruppe des Angebots sind Inhaber des Dresden-Passes, aber auch Hartz-IV-Empfänger oder Rentner.

Bislang haben nach DNN-Informationen mindestens 27 Partner ihr Interesse bekundet, Teil der Kulturloge zu werden. Zu ihnen zählt der überwiegende Großteil der Theater, aber beispielsweise auch Anbieter aus dem Sportbereich oder ebenfalls die Jazztage. Gespräche zu weiteren potenziellen Kooperationen werden noch geführt. Die Partner geben einfach an die Kulturloge weiter, wie viele Karten für eine bestimmte Veranstaltung zur Verfügung stehen. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Bürgerstiftung setzen sich dann - je nach genannten kulturellen Vorlieben und dem jeweiligen Kartenangebot - mit den Kulturgästen in Verbindung, die wiederum bis zu zwei Karten für eine Veranstaltung bekommen können.

Wer das Angebot der Kulturloge annimmt, muss dabei keine Angst haben, an der Abendkasse eines Theaters seine Einkommensverhältnisse offenzulegen. All das soll im Vorfeld geklärt und eine entsprechende Berechtigung erteilt werden - zum Beispiel gemeinsam mit den Sozialpartnern.

Die Organisatoren hoffen im nächsten Jahr auf rund 1000 Interessenten, die das Angebot wahrnehmen. Bei der Stadt soll für das Projekt übrigens auch eine Sockelfinanzierung beantragt worden sein, über die offenbar bislang noch nicht entschieden ist. Torsten Klaus

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2012

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