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Kulturausschuss vertagt Beschluss zu Forsythe - Sondertreffen vor Stadtratsitzung vereinbart

Kulturausschuss vertagt Beschluss zu Forsythe - Sondertreffen vor Stadtratsitzung vereinbart

In der Causa Forsythe Company will sich der Kulturausschuss des Dresdner Stadtrates zu einer Sondersitzung im Vorfeld der für den 27. März anberaumten Stadtratssitzung treffen.

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William Forsythe (Archivaufnahme von 2006).

Quelle: dpa

Das hat das Gremium am Dienstagabend beschlossen und damit seine Beratung über die Vertragsverlängerung vertagt. Der 2005 geschlossene Kontrakt mit der in Dresden und Frankfurt am Main ansässigen Forsythe Company gilt bis 2016. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hatte dem Stadtrat eine Laufzeit bis Ende 2018 vorgeschlagen. Dresden kommt über den Hauptstadtkulturvertrag mit dem Land Sachsen für die Finanzierung des Ensembles auf, außerdem beteiligen sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt.

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Szenenaufnahme aus "Sider" mit Tänzern der Forsythe-Company.

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Der Kulturausschuss einigte sich einstimmig auch darauf, Jacopo Godani zu der Sondersitzung einzuladen. Der Tänzer und Choreograph soll nach Aussage der Forsythe Company ab September 2015 die künstlerische Leitung übernehmen und damit den bisherigen Leiter William Forsythe ablösen, der erkrankt ist. Zur Beratung würden zudem Vertreter der Freien Tanzszene Dresden hinzugezogen.

Auf der Ausschusssitzung, zu der die Geschäftsführerin der Forsythe Company, Vera Battis-Reese, eingeladen worden war, habe auch die weiter vertraglich zu intensivierende Vernetzung der Company mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden und der Tanzszene in Dresden eine Rolle gespielt, sagte Christiane Filius-Jehne, Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Dass der Vertrag Dieter Jaenickes als künstlerischer Leiter des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau (EZK) 2017 endet, sieht Die Linke als Impuls, über die Entwicklung des EZK in den Folgejahren neu nachzudenken. Man werde als Ergänzung zur Vorlage der OB den Antrag einbringen, mit dem Freistaat Sachsen über die langfristige Etablierung des EZK Hellerau als Ort des Tanzes zu verhandeln, erklärte Anne-Kathrin Klepsch gegenüber DNN.

„Geister-Diskussion“

Im Vorfeld der Beratung hatte Matteo Böhme (FDP), der sich dann allerdings vertreten ließ, per Pressemitteilung das „Aus für Kooperation mit der Forsythe Company und die Neuausrichtung des Festspielhauses Hellerau“ gefordert. Forsythe sei „touristisch und wirtschaftlich absolut irrelevant, ja mit einem Zuschussbedarf von rund 550 Euro pro Besucher sogar finanziell absurd“, schreibt das Mitglied im Ausschuss für Kultur. Mit dem „Ausfall des Leiters Herrn Forsythe“ breche auch die letzte Argumentation der Befürworter weg, so Böhme, der „keinen einzigen Vorteil für die Landeshauptstadt in einer Weiterführung der Zusammenarbeit mehr erkennen“ könne. Worin Böhme stattdessen einen „Vorteil für die Landeshauptstadt“ sehen würde, erklärt er nicht.

„Erneut wird – diesmal von der FDP – anlässlich der Verlängerung des Forsythe-Vertrages eine Geister-Diskussion aufgemacht, als könnte die Stadt Dresden entscheiden, 1,6 Mio. Euro für die Forsythe Company auszugeben oder einzusparen“, konterte Dieter Jaenicke. „Die Stadt Dresden bezahlt im Rahmen des Hauptstadtkulturvertrages jährlich 10,5 Mio. Euro an den Freistaat Sachsen, weil das Land sehr viele kulturelle Institutionen in Dresden unterhält, von der die Landeshauptstadt erheblich profitiert“, betonte er gegenüber DNN. Die Stadt Dresden bezahle diese 10,5 Mio. Euro mit oder ohne die Forsythe-Company. „Bei einer Entscheidung gegen die Vertrags-Verlängerung mit Forsythe – die der Stadtrat natürlich treffen kann – spart oder gewinnt die Stadt also keinen Cent, verliert aber die Forsythe Company und gewinnt nichts anderes dafür. Man könnte auch sagen: 1,6 Mio. Euro für keinen einzigen Theatersitz. Das wäre wirklich teuer!“

„Im übrigen:“, so der EZK-Chef weiter, „Hellerau hat vom Stadtrat den klaren Auftrag erhalten, der zeitgenössischen Kunst eine Bühne zu geben. So steht es auch im Kulturleitbild der Stadt Dresden. An der Verwirklichung dieser Zielvorgabe arbeiten wir mit bundesweit und international vielbeachtetem Erfolg und einer stetig wachsenden Resonanz beim Publikum in Dresden und Sachsen. Die einfache Gleichsetzung von Kunst mit Tourismus, wie von Matteo Böhme suggeriert, ist kaum sinnvoll. Eine Stadt muss auch etwas für ihre eigenen Bürger – und zwar in ihrer gesamten Vielfalt – und deshalb auch etwas für die Entwicklung zeitgenössischer urbaner Kultur tun. Dafür steht Hellerau und dafür steht auch die Forsythe Company. Dass inzwischen über 25 Prozent unseres Publikums von außerhalb Dresdens kommen, verschweigen wir trotzdem nicht – andere offensichtlich schon."

Kerstin Leiße

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