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Kristin Dittrich gründet Schule für künstlerische Fotografie in Dresden

Kristin Dittrich gründet Schule für künstlerische Fotografie in Dresden

Die Zufahrt am Schützenplatz 5 gleicht noch einer Baustelle. Auch das eher triste Treppenhaus der ehemaligen Hutfabrik im Herzen Dresdens lässt kaum vermuten, dass sich in der obersten Etage ein modern ausgebautes Loft befindet.

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Kristin Dittrich eröffnet am morgigen Freitag ihre SHIFT-Schule am Schützenplatz.

Quelle: Amac Garbe

Hinter einem schmalen Empfangsflur öffnet sich ein lichtdurchfluteter großer Raum mit Fensterfront auf der einen Seite und einem wandfüllenden Bücherregal nebst moderner Pausenküchentheke auf der anderen Seite. Dazwischen steht ein langer Tisch mit modernen Stühlen. Hier kann man sich angenehmes, zeitgemäßes Arbeiten vorstellen. Genauso hat es sich Kristin Dittrich auch ausgemalt. Die 37-Jährige, gebürtige Dresdnerin, ist die Gründerin der SHIFT-Schule für künstlerische Fotografie, die ab dem morgigen Freitag mit einer großen Eröffnungsparty die Räume offiziell in Beschlag nehmen wird.

Noch stehen gerahmte Fotografien renommierter Fotokünstler an einer Wand aufgereiht und warten auf effektvolle Platzierung im Raum. In einer Ecke lehnen zwei große Tafeln mit allerlei Zetteln und Notizen, die von der intensiven Vorbereitungsarbeit zeugen. Kristin Dittrich steht strahlend dazwischen und freut sich auf die kommenden Herausforderungen. Die resolute Blondine weiß, worauf sie sich einlässt. Bereits während ihres Magisterstudiums der Kunstgeschichte, des Verlagswesens und der Germanistik in Heidelberg und Paris hatte sie die Fotografie zu ihrem Medium erkoren. Dabei interessiert sie vor allem das Metaphorische. "Es geht darum, Gedanken visuell zu verdichten. Obwohl Fotografie mittlerweile das Medium ist, das alle benutzen, können das die allerwenigsten." Dittrich selbst fotografiert selten, sie sieht sich eher als Dramaturgin in der Kunstwelt. Und kann damit schon jetzt auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Bereits während ihrer Pariser Studienzeit gehörte sie 1999 zum Gründungsteam der mittlerweile größten europäischen Fotografiemesse "Paris Photo". Nach einem Abstecher in den Kulturjournalismus landete sie 2006 in Leipzig und baute mit einer Handvoll Enthusiasten das Fotografiefestival "F/Stop" auf. Als ihr 2011 die Mitarbeit an der internationalen Kasseler Kunstschau "Documenta" angeboten wurde, schlug sie ihre Zelte für ein paar Jahre in Hessen auf. Dazwischen wurde und wird sie weltweit regelmäßig als Fotografiespezialistin in Fachjurys zu öffentlichen Mappenschauen eingeladen. 2014 kehrte Kristin Dittrich dann schließlich in ihre Heimatstadt Dresden zurück.

Auf die Frage, wie sie dazu gekommen sei, eine Schule für künstlerische Fotografie zu gründen, antwortet die zweifache Mutter und x-fache Kuratorin: "Schon in Leipzig war mir das Vermitteln von Fotografie als Kunst sehr wichtig, nicht nur das Zeigen. Ich wollte Vermittlungsarbeit leisten, erklären und klarmachen, was dahintersteckt." Immer wieder habe sie festgestellt, dass die Leute ein Rieseninteresse an den Techniken haben, aber auch an den Künstlern als Menschen. Dittrich erzählt, dass sie selbst immer viel Basisarbeit geleistet habe, in den Ateliers herumgekrochen sei und sich von den Künstlern und ihren Arbeiten elektrisieren ließ. Diesen Pool aus immerhin fast 400 zeitgenössischen Künstlern, die sie bis jetzt ausgestellt hat und von denen sie mit circa 120 weiterhin zusammenarbeitet, möchte sie jetzt für die SHIFT-Schule nutzen. Auf den Begriff SHIFT als Titel für ihre Schule ist Dittrich gekommen, weil er einerseits aus der Kameratechnik kommt und zum anderen auch "verlagern" oder "verschieben" bedeutet, womit der verschmelzende Fokus auf kunstfotografische Akademie- und Praxisausbildung benannt wird. Die Entwicklung der visuellen Kreativität steht dabei im Vordergrund. Entsprechend richtet sich das vielseitige Angebot aus Workshops, Vorlesungen und Exkursionen explizit nicht nur an Künstler und angehende Fotografen, sondern auch an Geisteswissenschaftler, Grafiker und alle Menschen, die "Bilder lesen lernen" möchten.

Der Startschuss für die anderthalb-jährige Ausbildung an der Fotografieschule soll erst im Herbst 2015 fallen. Bis dahin werden verschiedene Splitter aus dieser Ausbildung angeboten. Als Auftakt lädt die SHIFT-Schule vom 7. bis 11. November zu einem fünftägigen Intensivworkshop ein, wobei die Teilnehmer jeden Tag auf einen anderen, international renommierten Fotografen treffen und dabei unter anderem lernen, sich künstlerisch mit der eigenen Biografie auseinanderzusetzen, in Menschenmassen zu fotografieren und sich in einer Grenzerfahrung auf lediglich zwei repräsentative Bilder zu beschränken. Außerdem wird vom 13. bis 16. November eine Paris-Exkursion angeboten, bei der der Besuch der Fotografiemesse "Paris Photo" und eine intensive Stadterkundung auf dem Plan stehen. Die Anmeldung für die jeweils 350 Euro kostenden Eröffnungsangebote ist noch bis morgen möglich.

Kristin Dittrich hofft nun auf reges Interesse an ihrer innovativen Fotografieschule und hat eine klare Antwort auf die Frage parat, warum sie ausgerechnet Dresden zum Standort erkoren habe: "Als Dresdner Pflanze weiß ich, wie Dresden tickt. Außerdem habe ich immer wieder festgestellt, dass die Sachsen sehr begeisterungsfähig sind."

Alle Informationen zur SHIFT-Schule für künstlerische Fotografie"am Schützenplatz 5 in Dresden, der morgigen Eröffnungsparty (ab 18 Uhr), den Kursangeboten und zur Workshop-Anmeldung im Internet unter: www.shift-school.com

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.10.2014

Susanne Magister

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