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Kreuzkirche Dresden: Christus und die Opfer von Gewalt

Kreuzkirche Dresden: Christus und die Opfer von Gewalt

Ein gepeinigter, gekrümmter Christus, umgeben von viel Schwarz. Diese ungewöhnliche Darstellung ist jetzt im Altarraum der evangelischen Kreuzkirche zu sehen. Das überdimensionale Kreuz - vier Meter hoch und dreieinhalb Meter breit - hat der Londoner Künstler Terry Duffy geschaffen.

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Der Londoner Künstler Terry Duffy gestern in der Kreuzkirche. 14 Stationen soll sein Kreuz zurücklegen - wie Jesus Christus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung in Jerusalem. Dresden ist die fünfte Station.

Quelle: Carola Fritzsche

Im Gottesdienst am gestrigen Sonntag hat er es den Besuchern erstmals gezeigt. Anschauen können es sich Interessenten bis zum 29. März. Dann wandert das Kunstwerk weiter, zunächst ins polnische Krakau. Dresden ist die fünfte von insgesamt 14 Stationen des Kreuzes - analog zu den 14 Kreuzwegstationen, die Christen, vor allem katholische, am Karfreitag gehen. Sie vollziehen damit den Leidensweg Christi bis zu seiner Hinrichtung nach.

"Victim - no resurrection" ("Opfer - keine Auferstehung") lautet sowohl der Titel des Bildes als auch der seiner Reise durch die Welt, die Teil der Kunstaktion sei, wie der Künstler erläutert. Die Ausstellungsorte sind allesamt Schauplätze gewalttätiger Konflikte, von Krieg und Zerstörung in Geschichte und Gegenwart.

Diese politischen Ereignisse will Duffy in seinem Kunstwerk mit dem Leiden von Jesus Christus verbinden. Zugleich möchte er seine Aktion als ein Zeichen der Versöhnung, der Reflexion und Interaktion verstanden wissen, wie er gestern erklärte.

Sein Kreuz symbolisiert die Not der Opfer. Dessen Reise soll auch eine der Erlösung, der Sühne, Vergebung, Verständigung sein. Letztlich eine Art Heilungsprozess. "So wie diese Reise die gegensätzlichen Erzählungen des Konflikts von verschiedenen Seiten offenbart, wird deutlich, dass kein Land, kein Volk saubere Hände hat", erläuterte Duffy.

Organisiert hat er diese Kunstaktion gemeinsam mit den Nagelkreuzzentren, zu denen die Kreuzkirche gehört. Die Anglikanische Kathedrale in Coventry, Ausgangspunkt der Nagelkreuze, war vor drei Jahren dritte Station. Das Thema der Station Dresden lautet "Das Kreuz tragen". Daran werden sich alle Gottesdienste in der Kreuzkirche während der Passionszeit orientieren. Auch die Mittagsgebete an jedem Freitag um 12 Uhr stehen unter diesem Motiv.

Terry Duffy ist Jahrgang 1948 und stammt aus Liverpool. Heute lebt er in London. Zusammengearbeitet hat er mit Künstlern wie Joseph Beuys, John Cage oder Merce Cunningham. Seine "Victim"-Serie hat er 1981 begonnen, als künstlerische Verarbeitung gewalttätiger sozialer Unruhen damals in Großbritannien.

Gezeigt werden soll das Kreuz nach der Zeit in der sächsischen Landeshauptstadt in Krakau, Cape Town, Dublin/Belfast, Südamerika, Bosnien, Assisi, China, New York und in einer Stadt in Palästina. Letzte Station ist Jerusalem.

iKreuzkirche, Altarraum, bis 29. März (Karsamstag), geöffnet täglich 10 bis 17 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.02.2013

Tomas Gärtner

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