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Kreativität und Austausch: 4. Biennale Tanzausbildung in Dresden war ein Erfolg

Kreativität und Austausch: 4. Biennale Tanzausbildung in Dresden war ein Erfolg

Solch eine Vielzahl bewegungsbewusster junger Künstler, erkennbar auch überall im Stadtbild, hat es in der jüngeren Geschichte Dresdens wohl höchstens noch in der Blütezeit der Bildungsanstalt von Emile Jaques-Dalcroze vor gut 100 Jahren gegeben.

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Szene aus der interaktiven Installation im Hygiene-Museum - Workshop mit Fréderic Flamand.

Quelle: Gabriele Gorgas

Und dass in den vergangenen Tagen die Straßenbahn gleich Scharen von ihnen justament auch nach Hellerau brachte, wo The Forsythe Company mit "Sider" zu erleben war und Ergebnisse von Workshops mit international bekannten Choreografen in einer sympathisch offenen Atmosphäre vorgestellt wurden, erinnert nicht minder an diese so spezielle Ausbildungsstätte. Von der einst musikalisch-bewegte, deutlich eigenständige Dalcroze-Schüler in alle Welt ausschwärmten und vielerorts markante künstlerische und pädagogische Spuren hinterlassen haben.

Die seit 2008 veranstaltete Biennale Tanzausbildung, für deren viertes Treffen nach Berlin, Essen und Frankfurt am Main nun erstmals Dresden Gastgeber war, ist schon wieder Geschichte. Und von jeglicher Seite erhalten jene allerhöchstes Lob, die die Biennale mit Studierenden der zehn staatlichen Tanzinstitutionen Deutschlands sowie vielen Gästen auch aus dem Ausland inhaltlich, organisatorisch vorbereitet und durchgeführt haben. Ganz besonders hat sich dabei die schon zuvor ausgeprägte Zusammenarbeit der Palucca Hochschule für Tanz mit der Semperoper Dresden sowie mit Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste bewährt. In die nun ebenso das Deutsche Hygiene-Museum einbezogen wurde. Zum einen mit der Ausstellung "tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen", die gewissermaßen unabhängig von der Biennale, aber halt zur rechten Zeit am rechten Ort stattfindet, zum anderen und überhaupt als ein gastfreundliches, ungewöhnliches, äußerst vielseitig arbeitendes Museum.

Das hat beispielsweise der Workshop mit dem belgischen Choreografen Fréderic Flamand anschaulich gemacht, der mit Tänzern aus Absolventenklassen eine interaktive Installation erarbeitete, speziell bezogen auf die Räumlichkeiten des Hygiene-Museums, die gemeinsam im Rundgang mit dem Publikum erkundet wurden. Und das zuweilen mit frappierender Wirkung, wie beispielsweise im Schlussbild zu erleben war. Wann hat man je das obere Foyer so abenteuerlich-spannend in seinen Architekturformen erlebt und das mit jungen Tänzern, die transparente wie auch für Projektionen genutzte bewegliche Wände derart spielerisch einsetzten, dass sich die Szenerie permanent verwandelte. Da finden Raum und Tanz zu schönster Symbiose, was ja überhaupt ein besonderes Anliegen der Arbeiten von Flamand ist.

Jason Beechey, Rektor der Palucca Hochschule für Tanz, der diese 4. Biennale leitete und auch maßgeblich mit formte, hat sich damit offenbar einen ganz persönlichen, stets aktuellen Wunsch erfüllt. Die Ausbildungsstätten für Tanz sollten die Studierenden und Schüler dazu befähigen, selbst herauszufinden, was in ihnen an kreativen Möglichkeiten und Qualitäten steckt. Das aber brauche Ermutigung, professionelle Befähigung, verlange eine Ausbildungsstruktur, die für solche Entwicklungen Freiräume lässt.

Dass man solche kreativen Prozesse auch zum Thema einer Konferenz machen kann, war an zwei Tagen im Hygiene-Museum gewissermaßen eine Überraschung. Denn eigentlich könnte man doch annehmen, dass sich über Kreativität in den Künsten kaum reden lässt. Man kann die eigenen Wege nur ausprobieren, anwenden. Und möglicherweise besser scheitern. Aber so ist es wohl mitnichten. Allein schon der Eröffnungsvortrag zu künstlerischer Kreativität war das Zuhören wert. Und Podiumsgespräche mit diversen Teilnehmern haben gezeigt, wie unterschiedlich die Ansätze sein können, um mit Kreativität umzugehen. Besonders gefragt aber war jene nichtöffentliche Runde, in der sich junge Tänzer miteinander und im Gespräch mit Kundigen darüber unterhalten haben, was sie ganz besonders beschäftigt. Ein Austausch außerhalb der eigenen Schule und mit unterschiedlichen Erfahrungen, der enorm wichtig ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.02.2014

Gabriele Gorgas

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