Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+
Kreativ, kommunikativ, sozial - Der Kreative Werkstatt Dresden e.V. wird 20 Jahre alt

Kreativ, kommunikativ, sozial - Der Kreative Werkstatt Dresden e.V. wird 20 Jahre alt

Schon 1991 hatte die Dresdner Künstlerin Karin Heyne die Idee, professionelle Kurse für kunstinteressierte Frauen, Kinder und Jugendliche auszurichten.

Aus den ersten Teilnehmern ihrer Kurse rekrutierte sich der 1994 gegründete Verein. Seitdem ist sie dessen Motor und Herzstück. Christa Donner, wie Karin Heyne bereits Mitglied der Dresdner Sezession 89, gehörte zu den ersten Künstlerinnen, die sich dem Verein anschlossen. Nach intensivem Suchen fand man das marode und kontaminierte Areal der ehemaligen Galvanofabrik, Bürgerstraße 50. Dem praktischen Anliegen, Kunst, Bildung (besonders für Frauen, Kinder und Jugendliche) und Stadtteilgestaltung miteinander zu verbinden, trug auch der Name der Einrichtung Rechnung, die die Macher seit Gründung ihres Vereins "Kreative Werkstatt" nennen. Bald darauf fanden die ersten Kurse in Malerei, Grafik, Bildhauerei, plastisches Gestalten für Kunstinteressierte statt, deren damalige Teilnehmer zum Teil Mitglieder des Vereins wurden. Ausgangspunkt für die Inbesitznahme war die alte Schlosserei der Fabrik, wo inmitten von alten Gerätschaften und Maschinen künstlerisch gearbeitet wurde.

Kreativität ohne Grenzen

Diese Zeit, so Karin Heyne, war unglaublich aufregend und voll ungekanntem Elan, wo man sich einbringen konnte und improvisieren durfte. Der Kreativität schienen keine Grenzen gesetzt. Unter für heute schier unglaublichen Bedingungen gewann der Verein an Kraft und Ausstrahlung auch auf das angrenzende Wohngebiet. Die Kreative Werkstatt wurde zum Zentrum, das Anwohner und Gäste gleichermaßen anzog, wo Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Betätigung angeboten, Frauen und ihrem Nachwuchs gleichermaßen Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Bald änderte sich auch das äußere Bild: 1998 erhielt die Kreative Werkstatt die Zusage, dass städtische Fördermittel zur Rekonstruktion ab 1999 zweckgebunden bereitgestellt würden. Im Jahr 2000 war die Rekonstruktion des Gebäudekomplexes abgeschlossen. Neue Werkstätten hielten Einzug, wie Fachwerkstätten für Malerei, Druckgrafik, für Keramik und Holzbildhauerei, ein Fotolabor und eine Galerie. Der ebenfalls rekonstruierte Hof mit Grünflächen und Spielplatz zieht heute viele Familien und ihre Kinder an. Natürlich können auch auf den Freiflächen vor und hinter dem Haus Bildhauerkurse und Kunstaktionen stattfinden. Zu den gemeinnützigen Projekten zählen besonders die Gestaltungen von zwei Spielplätzen in Dresden-Pieschen.

Reger Ausstellungsbetrieb

Seit 1996 bis heute fanden rund 100 Ausstellungen von regionalen und überregionalen Künstlerinnen statt, die in der hauseigenen Galerie präsentiert wurden. Weitere Kunstprojekte waren die Beteiligung an den land art-Installationen und Performances "MNEMOSYNE" von 1994 und 1995 in Zusammenarbeit mit der Dresdner Sezession 89. Höhepunkte waren auch die Ausstellungen mit 2 mal 4 Kunstseniorinnen und einer Filmdokumentation zum 13. Februar 1945, das Tellerprojekt der Festtafel - Künstlerinnenrunde 2006 und 2008 mit 124 Künstlerinnen im Alter von 26 bis 96 Jahren. Die Ausstellung zum Projekt wurde an verschiedenen Orten gezeigt, in Schwerin, Breslau, Meißen und Gütersloh. Zudem präsentiert jeder Teller die Handschrift der betreffenden Künstlerin.

Die beiden begleitenden Kataloge sind profunde Nachschlagewerke. Zwischen 2006 und 2009 wurden über 1500 keramische Fliesen hergestellt, von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Pieschen, Dresden und Umgebung gestaltet und im Durchgang zum Galvanohof angebracht. Wichtig war auch die Organisation und Durchführung von Künstlerinnensymposien im Schamottewerk Radeburg. 2010 und 2013 erarbeitete Karin Heyne die Foto/Toncollage "Kunstsequenzen" mit fotografischen Standbildern, die Dresdner Künstlerinnen bei ihrer Arbeit im Atelier zeigen.

Jedes Jahr finden regelmäßig ein kreativer Weihnachts-und Ostermarkt statt, die Malnacht und das Steinfest, auf dem die Ergebnisse des zehntägigen Workshops Sandsteinbildhauerei vorgestellt werden und alles, was mit dem Begriff "Stein" zu tun hat. Sommerlicher Höhepunkt ist der "Galvanokunsthof". Die laufenden Kurse, die durch diplomierte Dresdner Künstlerinnen durchgeführt werden, umfassen Naturstudium, Malerei, Grafik, Bildhauerei, plastisches Gestalten, Keramik, Papierwerkstatt und Kreative Werkstatt für Kinder.

Die aktuelle Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne" von Gudrun Kühne aus Berlin, ehemalige Absolventin der HfBK Dresden, stellt eine gute Verbindung zum 20. Jubiläum der Kreativen Werkstatt her, bemüht sich doch der Verein um Offenheit nach innen und außen, wie es die Präsentation des Tellerprojektes und Ausstellungen von Künstlerinnen aus Sachsen in der Ferne und solche von außerhalb vor Ort demonstrieren. Gudrun Kühne zeigt Rohrfederzeichnungen, Malerei mit Erden aus der Türkei und Frankreich sowie Bronzeplastiken und Sandsteinskulpturen.

Kunstparcours: "Man müsste noch mal 20 sein" am Samstag, 6. September, Beginn: 16 Uhr mit dem Anschnitt der Festtagstorte, danach umfangreiches Kulturprogramm. Ab 20 Uhr Tangonacht. Kreative Werkstatt Dresden e.V., Bürgerstraße 50/Galvanohof.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.09.2014

Heinz Weißflog

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr