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"Korea Live" will Brücke zwischen der Dresdner und der koreanischen Kunstszene schlagen

"Korea Live" will Brücke zwischen der Dresdner und der koreanischen Kunstszene schlagen

Der Hamburger Kaufmann Andreas Stulz spricht locker und mit einem sonoren hanseatischen Einschlag. "Meine Schwester Anne-Sabine Andrieux organisiert mit unserem künstlerischen Leiter Son, Cha-Yong schon lange Ausstellungen - in Frankreich", beginnt er seine Geschichte.

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Bindeglied zwischen Korea und Europa: Son, Cha-Yong ist der künstlerische Leiter der Ausstellung der koreanischen Künstler.

Quelle: Hauke Heuer

Nachdem es in dem europäischen Land im vergangenen Jahr zu schweren rassistischen Ausschreitungen gegen Koreaner gekommen war, habe man sich entschlossen, gemeinsam ein Kunstfestival zu etablieren, das koreanische Kunst und Künstler in Europa präsentiert. "Es geht darum, Brücken zu schlagen. Die Menschen sollen andere Kulturen kennenlernen. Das geht gut über die Kunst", sagt Stulz und schwärmt im nächsten Moment über Korea, das Land, das er schon so oft besucht hat: "Man denkt immer, die sind von Ehrgeiz geleitet, aber das stimmt nicht. Die Gastfreundschaft ist groß, und jeder Anlass wird zum Feiern genutzt."

Nachdem der Hamburger durch Zufall Klaus Eckard, Geschäftsführer der "Zeitenströmungen", kennengelernt hatte, war klar: "Dieses Festival muss in Dresden stattfinden. Allein schon wegen der Attraktivität des Geländes. Aber auch, weil es in kaum einer anderen Stadt in Deutschland eine so große Kunst- und Kulturszene gibt". So war die Idee "Korea Live" geboren. Ganz ohne Fördertöpfe und Verzögerungen.

Was vom 12. bis 28. September in den "Zeitenströmungen", Königsbrücker Straße 96, gezeigt wird, hat es wiederum in sich: 24 Vertreter der national wie international erfolgreichen koreanischen Szene stellen rund 300 Werke aus. Sieben Künstler bieten Workshops an und präsentieren dabei weitere 150 Arbeiten. Zusätzliche 120 Künstler kommen nicht selber nach Deutschland, sind aber mit jeweils einem Werk vertreten.

Kopf der Koreaner ist der Künstlerische Leiter Son, Cha-Yong. Er kuratiert die Ausstellung. Son lebt und arbeitet im französischen Honfleur, eine Hafenstadt unweit von Le Havre, und hat Erfahrung darin, Künstler aus seinem Heimatland in Europa auszustellen. "Wenn ich über die Stadt und die Elbbrücken gehe, fühle ich mich wie im Paradies", schwärmt Son von der Stadt, in der er für zwei Wochen wirken wird.

Der von den Veranstaltern immer wieder betonte Unterschied zu hiesigen Schauen: Der fernöstlichen Mentalität verbunden, werden Gastfreundschaft und Kommunikation eine große Rolle spielen. Die Künstler stehen nicht nur zur Vernissage Rede und Antwort. Täglich ab 18 Uhr lässt man den Tag mit gutem Essen, Trinken und einem Gespräch ausklingen - ein get-together. Bei der großen Zahl der Teilnehmer ist hier folglich tagtäglich ein echter Auflauf zu erwarten. Die Einbindung der Künstler macht Sinn. Steht doch der interkulturelle Dialog im Mittelpunkt der Veranstaltung.

So umfangreich das Pensum jetzt schon scheint, mit der Bildenden Kunst ist es nicht erschöpft. Auch traditionelle wie moderne Musiker werden nach Dresden kommen. Mit dabei ist die Sängerin Jungmin, die als "Helene Fischer Koreas" angekündigt wird. Gutes Essen gibt es auch: Die in Deutschland aufgewachsene koreanische Sterneköchin Sarah Henke lässt sich vom 19. bis 21. September beim Kochen über die Schulter schauen.

Da bleibt nur ein Problem: Wie lockt man die Dresdner und bestenfalls auch Touristen aus der Innenstadt zum Industriegelände. "Mit einer koreanischen Trommelgruppe, die am Tag der Eröffnung durch die Altstadt zieht", antwortet Olaf Becker, Geschäftsführer der TW.O Eventagentur, die als lokaler Partner auch das organisatorische Ruder in den "Zeitenströmungen" übernimmt.

Schon bevor das Festival überhaupt begonnen hat wird klar: Hier handelt es sich um ein Experiment. Deutsche und Koreaner unterhielten sich auf der gestrigen Pressekonferenz im Italienischen Dörfchen gebrochen Englisch und notfalls auch mit Händen und Füßen. Dennoch träumen die Initiatoren jetzt schon von einer Fortsetzung. "Zuerst müssen wir die Resonanz abwarten", hofft Mäzen Andreas Stulz auf zahlreiche Besucher.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.09.2014

Hauke Heuer

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