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"Korea Live!"-Festival hat in der "Zeitenströmung" begonnen und zeigt 500 Werke koreanischer Künstler

"Korea Live!"-Festival hat in der "Zeitenströmung" begonnen und zeigt 500 Werke koreanischer Künstler

Cho, Yae-Ran senkt die Augen, hebt langsam ihren Fächer an, um ihn im nächsten Augenblick mit einem harten Schlag gegen ihre Hüfte zu schließen und dazu eine wahre Reibeisenstimme erklingen zu lassen: Die koreanische Sängerin zog mit ihrem traditionellen Pansori-Gesang die Besucher der Eröffnungsveranstaltung von "Korea Live!" in der "Zeitenströmung" in ihren Bann.

Der Abend wies viele musikalische Höhepunkte auf; wie Moderator Joachim Zoellner bemerkte, ging die Musik bald gegenüber den Redner-Beiträgen "punktemäßig in Führung". Das Kunst- und Kulturfestival legt den Fokus dabei auf die Tradition und Hochkultur. Die südkoreanische Popkultur, die durch Computerspiele, Telenovelas und Megastars wie Rain bereits von vielen Jugendlichen auf der ganzen Welt entdeckt worden ist - insbesondere in Frankreich, wo Son, Cha-Yong, künstlerischer Leiter des Festivals, lebt -, ist kaum präsent.

Son, Cha-Yong liegt vor allem die Präsentation der bildenden Kunst am Herzen, und so ist diese auch der Mittelpunkt von "Korea Live!". Über 500 Werke können besichtigt werden, viele koreanische Künstler sind anwesend und schaffen vor Ort neue Bilder, Instrumente oder Keramiken, auch mit Dresden-Bezug. Auf außergewöhnliche Weise werden traditionelle Techniken wie die Tuschemalerei und daoistische Landschaftsmotive mit der Moderne verbunden. Manchmal erinnern auch nur das Material, zum Beispiel Papier, oder die Form der Hängung auf einer Rolle an diese Verknüpfung. Kim, Ki-Ban beispielsweise schafft mit der eigens entwickelten Technik der "kibanart" Assemblagen aus Blättern und Farbe, die er mit Hilfe von Polyester härtet und in ein "normales" Leinwandformat bringt. Er stammt aus Daejeon, der fünftgrößten Stadt Südkoreas, die mit der Stadt Dresden im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung eingegangen ist.

Neben wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Kontakten soll nach den Aussagen von Dresdens Erstem Bürgermeister Dirk Hilbert nun auch der kulturelle Austausch gefördert werden. Eine leichte Schwerpunktverschiebung auf diesen Ballungsraum scheint der Veranstalter Andreas Stulz gerne akzeptiert zu haben, da Hilbert, sicher auch durch seine koreanische Frau inspiriert, für Interesse an der Veranstaltung warb.

Umgekehrt scheint das Interesse Südkoreas an Deutschland, allein was die deutsche Wiedervereinigung angeht, groß zu sein, wie mehrere Redner betonten. Dresden und die deutsche Kultur, so der Daejeons Bürgermeister, dessen Brief verlesen wurde, wären vielen Südkoreanern vertraut. Daher sei es wünschenswert, dass auch die koreanische Kultur in Deutschland bekannt gemacht würde. Ein Signal dafür setzte der Besuch von Südkoreas Präsidentin Park in diesem Jahr, der von vielen Dresdnern wahrgenommen wurde. Dass es aber auch eine aktive koreanische Community in der Landeshauptstadt gibt, ist sicher weniger bekannt. Besonders im künstlerischen Bereich, an der Hochschule für Bildende Künste, an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden oder an der Hochschule für Musik sind talentierte Südkoreaner zu finden.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Veranstaltung in der Koreanischen Zentrale für Tourismus und beim Koreanischen Kulturzentrum wichtige Partner gefunden hat. Bei dem Dresdner Festival sollen Handwerk, Kunst, Musik und Kampfkunst Koreas auf einem hohen Niveau präsentiert und gleichzeitig möglichst viele Zuschauerinteressen angesprochen werden. Ein schwieriger Spagat: Das "Korea-ABC", das auf der Webseite und im Begleitheft zu finden ist, ist ein amüsanter, aber dennoch nicht ganz klischeefreier Versuch der Informationsvermittlung. Auch in der Auftaktveranstaltung wären erklärende Hinweise auf die verschiedenen Instrumente, Gesangsweisen oder Kostüme wünschenswert gewesen.

bis 28. September, 10 bis 22 Uhr, in der "Zeitenströmung", Königsbrücker Straße 96. Eintritt: werktags: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro; Wochenende: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.09.2014

Cornelia Posselt

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