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Konzertklänge im Kinosaal: Dresdner Philharmonie bezieht Probezentrum im ehemaligen Metropolis

Konzertklänge im Kinosaal: Dresdner Philharmonie bezieht Probezentrum im ehemaligen Metropolis

Die Dresdner Philharmonie ist in die früheren Räume des 2010 geschlossenen Programmkinos Metropolis eingezogen. Zumindest übergangsweise. Voraussichtlich bis September 2015 werden die Musiker im Interimsdomizil proben.

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Intendant Anselm Rose blickt in das neuen Instrumentelager, ehemals Kinosaal 5 des Metropolis.

Quelle: Uwe Hofmann

Dann soll – nach derzeitigem Stand – die neue Heimat im Kulturpalast bezugsfertig sein. Für den Umbau des Kinos in ein Probezentrum haben Stadt und der Vermieter, die Bayerische Hausbau Immobilien Management GmbH, 500.000 Euro ausgegeben.

„Es ist ein wunderbares Erlebnis für die Philharmonie, dass sie Platz hat“, sagt Intendant Anselm Rose. Denn das neue Domizil am Waldschlösschen hat durchaus seine Vorzüge. Anders als im Kulturpalast kann sich die Philharmonie auf 4.000 Quadratmetern in den früheren Kinosälen, einem ehemaligen Geschäft in der Nachbarschaft und einer Büroetage ordentlich ausbreiten. Die Räume werden für Orchester-, Chor- und Einzelproben genutzt, außerdem sind dort die Verwaltung sowie Garderoben und Lager untergebracht. Bis Juli konnte die Philharmonie dafür noch den Kulturpalast nutzen.

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Proberaum im Kinosaal: Die Dresdner Philharmonie hat ihr neues Probezentrum im ehemaligen Metropolis bezogen.

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Probleme macht allerdings die Akustik in den Proberäumen. Ein Kinopublikum hat eben andere Anforderungen als ein Orchester, was den Raumklang angeht. Besonders im großen Kinosaal, der etwa zwölf Meter unter der Erde liegt, muss noch getüftelt werden. Mit dem dortigen Interims-Orchestersaal sei zwar Dirigent Kurt Masur, der für sein Gastspiel probte, zufrieden gewesen, wie Intendant Rose sagt. Verbesserungen müssten dennoch her.

So haben etwa die Holzbläser Probleme, sich gegenseitig zu hören, weil die Wände den Schall schlucken. Also müssen vermutlich noch schallreflektierende Materialien an das Gemäuer gebracht werden. Genaueres sollen Untersuchungen eines Akustikers ergeben, der sich den Saal noch vor Weihnachten ansehen wird. Dann werde man wohl auch entscheiden können, was mit der riesigen schwarzen Wand passiert, die früher hinter der Leinwand lag. Sie ist komplett mit schwarzem, schallisolierendem Material verkleidet.

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In den vergangenen Jahren hatte es verschiedene Umbaupläne gegeben.

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Vorzüge habe der Raum aber auch, meint Rose. So könne Besuch aus Schulen künftig auf Klappstühlen Platz nehmen, die so auf den Kinopodesten aufgestellt sind, dass Besucher dem Dirigenten bestens bei der Arbeit zu sehen können. Denn anders als im Konzertsaal blickt der Dirigent im Proberaum auf die Zuschauerränge und das Orchester auf die schwarze Wand.

Eine aufwendige Konstruktion hat man sich für das Instrumentelager einfallen lassen, das im früheren Kinosaal 5 untergebracht ist. Dort haben Gerüstbauer einen Boden eingebaut, der das Gefälle des Raums ausgleicht. Für die Kistenräume, in denen die Reisekisten für Instrumente, Schuhe und Kleidung lagern, war das nicht nötig. Sie befinden sich in ehemaligen Räumlichkeiten eines Ladens, der früher Motorräder der Marke Harley Davidson verkauft hat.

Alles in allem zeigt sich Intendant Rose zufrieden mit dem Interim, betont aber, dass es nur eine Lösung für den Übergang sein kann, genauso wie die Ausweichspielstätten im Schauspielhaus und dem Albertinum. Dabei könnte die Philharmonie durchaus länger im ehemaligen Metropolis bleiben, wie Patricia Friebel, stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Vermietungsgesellschaft, sagt. Eine etwaige Verlängerung habe die Stadt ohnehin vereinbart, falls es beim Umbau des Kulturpalasts zu Verzögerungen kommen sollte, wie Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) sagt.

Dennoch will er davon so kurz vor dem Stadtratsentscheid zum Umbau nichts wissen, wohl um keine falschen Signale zu senden. Alle Fauchausschüsse hätte die Finanzierung des Kulturpalastumbaus schon bewilligt, nun fehlt noch das Einverständnis des Stadtrats und der Bau kann endlich beginnen. Auch Intendant Rose sieht es als wichtig an, dass er zügig vonstatten geht. Schließlich sind, egal wie komfortabel das Probezentrum ist, mit dem Spielbetrieb in den Interimsspielstätten finanzielle Belastungen verbunden. 1,2 Millionen Euro betragen sie pro Jahr, wie Lunau sagt. Sie berechnen sich aus Transport- und Reisekosten sowie sinkenden Einnahmen. Denn in den Ausweichspielorten stehen der Philharmonie nur 60 Prozent der Plätze zur Verfügung, die sie im Kulturpalast hatte. Und ob alle Besucher dem Orchester an den wechselnden Spielorten die Treue halten, stehe noch auf einem anderen Blatt.

Uwe Hofmann

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