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Konzeptuelle Arbeiten aus Papier und Stahl von Katrin Süss im Kunsthaus Raskolnikow

Konzeptuelle Arbeiten aus Papier und Stahl von Katrin Süss im Kunsthaus Raskolnikow

Im Jahr 2009 erhielt die Dresdner Malerin/Grafikerin Katrin Süss ein von Brüssel vergebenes Kunststipendium für einen zweiwöchigen Studienaufenthalt auf der Kanarischen Insel Lanzarote.

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Katrin Süss' zentrale Wortinstallation im Kunsthaus Raskolnikow.

Quelle: H. Weißflog

Die Künstlerin ist für ihre stimmigen Konzepte bekannt, mit denen sie auf aktuelle Ereignisse reagiert. Gerade in jüngster Zeit sind die Inseln vor Afrika in die Schlagzeilen geraten: Internationale Konzerne wollen dort, in unmittelbarer Nähe vulkanischer Aktivität, nach Öl bohren. Nicht auszumalen, was für verheerende Folgen das für die Inselwelt und Europa mit sich brächte. Der aktuelle Anlass ließ sich gut mit den ökologischen Bemühungen von Persönlichkeiten und Künstlern aus Lanzarote verbinden, darunter dem Künstler und Architekten César Manrique, der sich bereits 1986 mit einem "Manifest" zur Erhaltung der Schönheit der Kanarischen Inseln an die Weltöffentlichkeit gewandt hatte. Gegenüber den Teilnehmern des Workshops des Forum "Bauen und Wohnen in der Zukunft" (Feb./1986) wies César Manrique auf die Gefährdung der Insel Lanzarote vor allem durch Bauspekulationen und unbedachte Eingriffe in die Landschaft hin.

Katrin Süss besuchte das auf einem vulkanischen Feld von Marique nach der Rückkehr aus New York selbst gebaute Haus, um das sich seine Schüler und Freunde mach dessen gewaltsamen und rätselhaften Tod kümmern, darunter die deutsche Manrique-Schülerin Bettina Bork. Im Haus fand Kartin Süss das auf Schreibpapier geschriebene Manifestfragment und ließ es ins Deutsche und Englische (Constanze Backes) übertragen. Ein kleines Heft im A7-Format mit Fotografien von Werken der Künstlerin zusammen mit dem Text des Manifestes erschien in diesem Zusammenhang im Typostudio SchumacherGebler und in Begleitung einer Ausstellung im Kunsthaus Raskolnikow (die Ausstellung wird im April in Lanzarote und im September/Oktober in New York zu sehen sein). Im Manifest heißt es an einer Stelle: "Schon jetzt sind hier auf Lanzarote fast die zulässigen Grenzwerte erreicht, denn die Insel ist vollgestopft mit Autos und Touristen. Bestimmte Schwellen wurden überschritten, so dass viele Besucher unruhig werden und zu protestieren beginnen, weil sie sich betrogen fühlen angesichts von Verhältnissen auf dieser Insel, welche nicht dem Bild entsprechen, das man ihnen in ihrem Herkunftsland vermittelt hatte..."

Die Ausstellung fällt durch ein klares Konzept und einen folgerichtigen Zusammenhang auf: Zentrum des Ganzen bildet eine Wortinstallation aus Stahlgussbuchstaben (summarisches Gewicht: 350 kg, gegossen in den Edelstahlwerken Schmees in Pirna mit Unterstützung des Geschäftsführers Herrn Unglaub), die man spiralförmig von innen nach außen (Worte wie Feuer (fuego), Wasser (agua), Steine (piedras), Liebe (amor) und den Namen der Künstlerin) lesen kann. Umgeben ist die Installation von kreisförmigen Papier- und Stahlobjekten, die Bezug auf den Vulkanismus nehmen und die Urelemente Feuer, Luft, Erde und Wasser assoziieren. Die Kreisform ist für Katrin Süss Ausdruck des Universellen, des unverletzlichen Kosmos, aber auch Sinnbild für den Kreislauf aller Dinge und allen Lebens. In ihm sind Ruhe und Bewegung ("movimiento" MT, Japanpapier) verborgen, gleichzeitig bildet er eine insulare Form ("Isla", Papierobjekt), erinnert an die krustigen Formen des Vulkangesteins ("Erstarrtes Fließen", Stahlguss), aber auch an die Fruchtbarkeit und Schönheit vulkanischen Insellebens ("Leben und Hoffnung"). Besonders reizvoll ist das Zusammenbringen solch unterschiedlicher Materialien wie Papier und Stahl, die Hartes und Fragiles, Bedrohung und Verletzlichkeit verkörpern.

Auf Sockeln präsentiert die Künstlerin ihre originalen und abgeformten "Gehirne" aus erstarrtem Vulkangestein und Gussstahl. Die durchbrochenen Formen geben Rätsel ihrer Entstehung auf und verweisen gleichzeitig auf den Menschengeist, der sich mit der Materie verbindet und schließlich in Staub und Asche zu ihr zurückkehrt. (Zum Geburtstag von César Manrique am 20. April findet in Lanzarote ein Kongress statt).

bis 19. März. Kunsthaus Raskolnikow, Böhmische Straße 34, geöffnet Mi-Fr 15-18, Sa 11-14 Uhr, Tel. 0351 804 57 08

morgen 19 Uhr Vortrag von Frank Richter: "Was gehen mich die Kanaren an?"

www.galerie-raskolnikow.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.03.2015

Heinz Weissflog

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