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Konkurrenz für die Gema – Alternative C3S soll ab 2015 das Monopol brechen

Konkurrenz für die Gema – Alternative C3S soll ab 2015 das Monopol brechen

was wurde und wird geschimpft über die undurchsichtigen Tarife, die Verweigerung von Creative Common-Lizenzen (die auch kostenfreie Nutzung erlauben) und, und, und.

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(Archivbild)

Quelle: dpa

Das leidige Thema Gema. Momentan kommt man als Urheber von Musik und Text um die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte nicht herum, will man Tantiemen einstreichen. Doch schon in zwei Jahren könnte eine echte Alternative auf den Markt gelangen. Am Mittwoch stellten einige der Initiatoren ihr Projekt C3S vor.

Ein Fazit vorab: Was da erzählt wurde, hat noch gravierende Lücken und offene Fragen, macht aber trotzdem den Eindruck einer Sache, die Hand und Fuß hat. Das lag wohl vor allem an der Person von Meinhard Starostik, Rechtsanwalt und Richter am Berliner Verfassungsgerichtshof sowie Gründungsmitglied von C3S.

Was soll C3S nun werden? Zunächst bedeutet es cultural commons collecting society und soll eine neue und richtungweisende europäische Verwertungsgesellschaft werden. Einige wesentliche Unterschiede zur bisherigen Praxis der Gema sollen sein: Die Zulassung von Creative-Common- und regulären Lizenzen – die Gema vergibt nur reguläre Lizenzen; Einfache und transparente Tarifgestaltung; Wann immer möglich eine 1:1-Abrechnung statt Pauschalgebühr; Zeitnahe Abrechnung, wenn möglich quartalsweise; Urheber entscheiden für jedes Werk, ob und welche Lizenz sie möchten – derzeit ist bei einem Eintritt in die Gema jedes zukünftige und bereits entstandene Werk inbegriffen.

Die Initiatoren sind derzeit in der Finanzierungsphase. Ein bisher überaus erfolgreiches Crowdfunding auf der Plattform startnext läuft noch bis 30. zum September. Bisher sind über 90.000 Euro zusammenkommen. Damit steht das C3S-Crowdfunding in den Top Ten der erfolgreichsten Kampagnen der Plattform.

Folgende Rechnung und Zeitplanung stellte Starostik am Mittwoch in der Scheune vor: Mit 30.000 Euro Gründungskapital und 40 Gründungsmitgliedern wurde am 25. September in Hamburg zunächst eine C3S-Organisation gegründet. Später soll daraus eine Genossenschaft werden. Insgesamt werden 200.000 Euro benötigt, um eine bereits zugesagte Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von wiederum 200.000 Euro zu bekommen. Es fehlen also noch um die 80.000 Euro. „Ich halte es für durchaus realistisch, dass wir das bis Ende des Jahres zusammenbekommen", so Starostik.

Wenn das klappt, wollen die Gründungsmitglieder Software-Entwickler anstellen, welche die nötigen Programme und die technische Infrastruktur für die Erfassung der tatsächlich gespielten Musik entwickeln. Parallel wird, sobald Businessplan und Software stehen, beim Deutschen Patent- und Markenamt die Zulassung als Verwertungsgesellschaft beantragt. Die Zulassung wird erst 2015 genehmigt werden, weiß Starostik, da solche Prozesse Zeit brauchen.

Dann jedoch sei das bisherige Monopol der Gema gebrochen. Man wolle aber keineswegs eine Feindschaft. „Wir sind auf jeden Fall bereit, mit der Gema zu kooperieren", betont Starostik. Ob dies auch von Seiten der Gema der Fall sein wird, ist unklar.

„Wir wollen die Verwertungsrechte wieder an den Urheber zurückgeben", formuliert Starostik das große Ziel. Der Texter, der Komponist könne wieder frei für jedes seiner Werke entscheiden, was damit kostenfrei geschehen darf und was nicht. Letztendlich soll C3S eine genossenschaftlich organisierte Non-Profit-Organisation werden. Jedes Mitglied, das auch Urheber ist, erhält Stimmrecht. Verlage und Erben zum Beispiel werden auch vertreten, erhalten aber kein Stimmrecht, da sie keine Urheber sind. Später sei auch eine Verwertung von Leistungsschutzrechten angestrebt. „Wir müssen das aber Stück für Stück machen", so Starostik. Genaue Tarife wird es auch erst geben, wenn sich die Genossenschaft gegründet hat und stimmberechtigte Mitglieder vorhanden sind.

„Das deutsche Urheberrecht ist eine komplizierte Sache", weiß Starostik. Der Aufbau einer neuen Verwertungs-Infrastruktur sei nun auch wirklich nicht einfach. Doch man befinde sich auf einem guten Weg. „Unser Projekt ist ambitioniert, aber nicht unmöglich", formuliert es Musiker und Produzent Danny Bruder, Kernmitglied der Initiative. Dennoch benötigen die Macher von C3S noch jede Menge Unterstützung.

Homepage des Projektes C3S: www.c3s.cc

Franziska Schmieder

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