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Komödie "Köttbullar" hatte Premiere im Projekttheater und läuft nun beim Festival "Off: Dresden"

Komödie "Köttbullar" hatte Premiere im Projekttheater und läuft nun beim Festival "Off: Dresden"

Die meisten Dinge im Leben verlieren im Laufe der Zeit ihren Reiz. In der Ökonomie gibt es dafür den Begriff des abnehmenden Grenznutzens. Das dritte Bier schmeckt eben nicht mehr so gut wie das erste, ganz zu schweigen vom vierten oder fünften.

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Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann spielen ein Ehepaar in der Krise.

In Beziehungen ist es leider nicht anders. Nach einigen Jahren des Zusammenlebens schrumpft auch der einst so heiß begehrte Partner auf Normalmaß. Unzufriedenheit macht sich breit.

Die neue Beziehungskomödie "Köttbullar", die am Mittwoch am Projekttheater Premiere hatte, handelt von einer solchen Konstellation. Ein Yuppie-Paar im mittleren Alter wollte eigentlich nur einmal kurz ein Geschenk in einem bekannten schwedischen Möbelhaus kaufen, als ihr kleiner Sohn sich die Windel herunterreißt und die Spielecke mit den bunten Bällen verunreinigt. An dieser Stelle setzt das unter der Regie von Dieter Hinrichs erarbeitete Stück an. Inmitten der unerwarteten Säuberungsaktion wird dem von Jens Hasselmann und Marie-Luise Gunst gespielten Paar klar, dass auch in ihrer Beziehung schon lange niemand mehr aufgeräumt hat.

Eingestaubte Träume, verdreckte Emotionen und ungewaschene Vorwürfe bestimmen in der Folge die Szenerie. Die Putzaktion artet zur Paartherapie aus. Die Gefühle brechen aus den beiden nur so heraus. Dabei wird kein Klischee ausgelassen. Sei es die Eifersucht der Ehefrau, die sich darüber echauffiert, dass ihr Ehemann das blutjunge Kindermädchen immer zu lange ansieht, oder ihre eigenen Gewichtsprobleme, die sie an ihrer Attraktivität zweifeln lässt. Der Mann hingegen versteht erst einmal gar nichts, freut sich, wenn er seine Ruhe hat, und sehnt sich danach, fernab der Gattin mit den Kumpels angeln zu gehen. Jens Hasselmann und Marie-Luise Gunst, die das Stück als Berliner Duo Tonabnehmer selbst geschrieben haben, bescherten den Zuschauern im fast ausverkauften Projekttheater einen kurzweiligen Abend.

Es gelang ihnen, eine nicht sonderlich originelle Geschichte mit Alltagsproblemen, die wohl fast jeden irgendwann einmal ereilen, dermaßen überspitzt darzustellen, dass die Lachsalven nur so zündeten. Auch die regelmäßig eingestreuten Gesangseinlagen zeigten zum einen die Vielseitigkeit der beiden Schauspieler und waren zum anderen geeignet, die Absurdität der dargestellten Konflikte zu verdeutlichen.

Am besten brachte Marie-Luise Gunst die thematisierten Probleme mit dem von den Fantastischen Vier entlehnten Satz "Alles könnte so einfach sein, ist es aber nicht" auf den Punkt.

Vielleicht ist gerade das, aber auch gut so, um einen anderen bekannten Spruch zu zitieren. Denn wenn alles nur Friede, Freude, Eierkuchen wäre, wäre es ja irgendwie auch langwei- lig. Der Konflikt zwischen Mann und Frau: ein ewiges Thema, im Leben wie im Theater, gerade deshalb aber immer wieder amüsant.

Weitere Aufführungen gibt es heute und morgen um 21 Uhr im Projekttheater. Karten kosten im Vorverkauf 11 Euro, ermäßigt 8 Euro und an der Abendkasse 13 Euro, 10 Euro ermäßigt.

Von heute bis zum 10. Juni richten das Societaetstheater und das Projekttheater ein kleines Festival aus, das "Off: Dresden". Am Ende der laufenden Saison zeigen beide Häuser damit eine Auswahl junger Inszenierungen, die von Künstlern der freien Szene Dresdens produziert wurden. Ein Überblick:

Societaetstheater

1. Juni, 20 Uhr: "WBS 70 - Schön ist die Jugendzeit" (Theater)

2. & 3. Juni, jeweils 20 Uhr: "Nichts tun! Gar nichts!" (Theater)

4. Juni, 20 Uhr: "Schwarzer Vogel Roter Himmel" (Sprache und Tanz)

6. Juni, 20 Uhr: "Just a little bit racist" (Theater)

7. &. 8. Juni, jeweils 20 Uhr: "Tagträumer" (Theater)

9. Juni, 20 Uhr (Treff im Foyer): "Alien Walk" (Theater)

10. Juni, 18 Uhr (Garten): "Die wundersame Schustersfrau" (öffentliche Probe)

Projekttheater

1. & 2. Juni, jeweils 21 Uhr: "Köttbullar" (Theater)

4. Juni, 20 Uhr: "Die Antrittsrede der amerikanischen Päpstin" (Live-Hörstück)

5. Juni, 20 Uhr: "Tina oder Über die Unsterblichkeit" (Live-Hör und -Sehspiel)

6. & 7. Juni, jeweils 20 Uhr: "Perform Perspective II & Alice II" (Tanz)

7. Juni, 19 Uhr: "Schluck auf - Fatrasien!!!" (Outdoor-Performance)

8. Juni, 21 Uhr: "Homo.Sapiens.Automat" (Theater)

9. Juni, 21 Uhr: "Halb leer halb voll" (Tanz-Musik-Performance)

Details zu den teilnehmenden Theatergruppen, zu Inszenierungen und Eintrittspreisen unter:

www.societaetstheater.de

www.projekttheater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.06.2012

Stephan Hönigschmid

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