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Komm, üben! Duo Sorry Gilberto kommt mit neuer CD in die Blaue Fabrik in Dresden

Komm, üben! Duo Sorry Gilberto kommt mit neuer CD in die Blaue Fabrik in Dresden

Anne von Keller und Jakob Dobers machen das verdammt geschickt. Ihre Songs sind von fast provozierender Klarheit in Struktur und Gewand, ihr englischer Gesang ist so entwaffnend deutsch, dass sie jedem im Saal und daheim Mut machen, es doch auch demnächst zu versuchen.

Das mit der Musik. Lange geübt und sich dann doch nicht getraut? Raus damit! Man kann es auf drei Platten bringen, auf Zeilen in Spex und Rolling Stone, man kann auf 22-Konzerte-Tour zur neuen CD gehen - vor allem aber kann man beglücken damit. Sich und andere.

Fünf Jahre machen die das schon. Metropolen-Folk, wie ihn junge New Yorker längst für sich neu erfunden haben und damit natürlich auch den alten Helden ihre Referenz erweisen. Mit Jeffrey Lewis kann man stundenlang darüber schwätzen. Andere erfanden das Symbol dazu: Anti Folk. Kleine Welle also. Auch hier zu Lande sprießen Absenker empor, bevorzugt in Berlin. Sorry, Deutschland!

Zwei junge Menschen greifen sich akustische Gitarre, Ukulele, Bass, Banjo, Kalimba, Vibraphon und Casio, bringen ihre Stimmen fifty-fifty zusammen und singen von Alltäglichkeiten langer Tage. Sie praktizieren daheim in der Wohnung und nehmen dort auch auf, lassen Videos drehen, werfen das "Net" aus. Sorry Gilberto folgen diesem Prinzip nicht nur, sie haben es sich zu Eigen gemacht - und es steht ihnen gut. Übertriebener Ehrgeiz, alles anders zu machen als die anderen, ist von Keller und Dobers fremd. Selbstbewusst und charmeoffensiv packen sie (und dann doch ein paar Gäste) zwölf Lieder in 35 Minuten. Die scheinen schnell erkannt. Winzige Feinheiten aber, die sich finden lassen, brauchen Durchläufe. Um herauszufinden, wie bei zwei Stücken Geige und Cello klingen, die Tuba, die sich vorbeidrängelt, das Geklingel, und auch die sengende E-Gitarre findet hier Platz.

"Construction Work & Stormy Weather" (Goldrausch) ist Ende Oktober erschienen. Übrigens: Direkte Drähte gibt es von Sorry Gilberto hin zum Berliner Quartett Brokof. Und die kommen mit ihrer zweiten CD am 28. November ins Thalia.

Sorry Gilberto, morgen 20 Uhr, Blaue Fabrik

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2012

Andreas Körner

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