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Kleine Werkretrospektive von Friedrich Manfred Lohse in der Galerie K Westend

Kleine Werkretrospektive von Friedrich Manfred Lohse in der Galerie K Westend

Die mit 32 Arbeiten und einem Dutzend Skizzenbüchern bestückte Ausstellung von Friedrich Manfred Lohse (geb. 1939 in Freital bei Dresden) in der Galerie K Westend bietet eine kleine Retrospektive seines Werkes im Zeitraum von 1955 bis 2015.

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Fr. M. Lohse: Detail "Lärchengebirge", 2000, Mischtechnik.

Quelle: A/G Fabian

Dresden. Die Auswahl aus einem umfangreichen Bestand traf Lohse mit Hilfe seiner langjährigen Freunde, dem Ehepaar Reingard und Peter Albert. In der Ausstellung dominiert die Bleistiftzeichnung, frühe Versuche und jüngste Schöpfungen, die in der freien Natur entstanden, vorbereitende Arbeiten, vor allem aber Eigenständiges. Aquarelle und Mischtechniken, Collagen, Tuschen-und Tinten ergänzen die Präsentation. Lohse mied alle Hilfsmittel, so auch den Fotoapparat, und begab sich zwecks Meditation in die Gebirge, darunter die Alpen, die deutschen Mittelgebirge und die Sächsische Schweiz. Vieles davon diente ihm für die Vorbereitung des Aquarells und des Ölbildes. Das Zeichnen vor Ort und der Wechsel der Perspektive eröffneten ihm neue Möglichkeiten der inneren Wahrnehmung des Landschaftlichen, wenn er liegend zeichnete oder den Horizont kippte. Auf langen Wanderungen suchte er die Entbehrung, die ihm durch Entzug von Nahrung und Wasser manche Vision bereitet hatte wie die Herde von Schafen auf einer Alm, die ihm plötzlich wie runde Steine erschienen. Nahblick und Weite wechseln dabei einander ab. Neben den Panoramen entwickelte Lohse Bilder von der Rinde der Bäume, die durch Abstraktion eine eigene Strukturiertheit offenbaren. Seine Devise "Natur birgt die Abstraktion" führte ihn vom Rindenerlebnis zur Meditation. Sufismus und Buddhismus bestärkten ihn in seiner spirituellen Wahrnehmung der Natur, bei der z.B. das Kleinteilige die Wiederholung des Großen ist. Seine zahlreichen Skizzenbücher umfassen einen ganzen Kosmos: Landschaften und Figürliches werden gleichermaßen intensiv, fast naturalistisch festgehalten, manchmal mit eigenen Sentenzen kommentiert, durch feine Binnenstrukturen und Strichelungen plastisch verdichtet. Ihnen eigen ist auch ein skurriler Witz, der Kurioses und Alltägliches durch genaue Beobachtung umfasst.

Der Künstler hatte 1949-1953 bei der prominenten Dresdner Bildhauerin/Grafikerin Eta Richter Zeichenunterricht genommen und war nach einer Lehre als Dekorationslehrer in die Zeichenschule von Hanns Herzing in Niederpoyritz gegangen. Eine Zäsur war der Weggang aus der DDR Weihnachten 1957 in die BRD, wo er 1968-1974 "Freie Malerei und Grafik" an der Akademie der Bildenden Künst München bei Prof. Hermann Kasper und Prof. Rudi Tröger studierte und mit dem Diplom abschloss. Seit 2007 wohnt er wieder in Dresden mit eigenem Atelier.

Friedrich Manfred Lohse zeichnet, wie er sagt, wegen der Pausen dazwischen, dort, nach intensiver Versenkung in das Äußere der Dinge und dem aus ihnen Heraustreten entsteht ein rauschhaftes Gefühl des Einsseins mit der Natur, dem Sein. Plötzlich kommen ihm die Farben für eine größere Arbeit, ein Aquarell oder Ölbild. Zeichnen ist für ihn ein Prozess der Aneignung der Dinge, ein Aus-und Eintreten in ihren Geist. So nutzt er vorwiegend die kleinen, handlichen Formate (A 3/4/5) für seine Zeichnungen. Reisen in die Welt waren früher notwendig, heute sind sie es nicht mehr. Das heimatliche Dresden bietet genügend Motive, die unspektakulär, aber schön sind. Als passionierter Zeichner gibt es für ihn keine "schlechten" Motive. Alles ist wert, zu Papier gebracht zu werden, wie der in Pirna gefundene Trabant während der Flut 2002. Bäume werden dabei bevorzugt ("Kastanie"), aber auch Stimmungen und Naturerscheinungen ("Raureif", Wolkenlandschaft"), Direktblicke auf die "Häute der Bäume". Ein Selbstbildnis zeigt ihn in einfacher Pose stehend, umgeben mit Briefen und handschriftlichen Texten von Freunden in einer eigenwilligen Collage von Papieren und einer Tuschezeichung.

bis 20. Dezember. Galerie K Westend, Westendstraße 21. geöffnet Fr 15-17, Sa 14-16 Uhr und nach Vereinbarung, Kontakt: 0351/4014 945

von Heinz Weißflog

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