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Kleinbauernmuseum Reitzendorf gewinnt mit 5000 Euro dotierten Spezialpreis zum Sächsischen Museumspreis

Kleinbauernmuseum Reitzendorf gewinnt mit 5000 Euro dotierten Spezialpreis zum Sächsischen Museumspreis

Das Kleinbauernmuseum Reitzendorf im Schönfelder Hochland hat den mit 5000 Euro dotierten Spezialpreis zum Sächsischen Museumspreis 2013 gewonnen. Der Hauptpreis ging an das Grassi Museum in Leipzig, ein weiterer Spezialpreis wurde an die Kunstsammlungen Chemnitz vergeben.

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Hinein in die gute Stube! Steffen Schulze erläutert Schülern der 63. Grundschule das kleinbäuerliche Leben.

Quelle: Dietrich Flechtner

Gestern wurden die Preise von Kunststaatssekretär Henry Hasenpflug in Dresden überreicht.

Nicht erst seit der Eingemeindung 1999 wissen viele Dresdner, dass es sich im Schönfelder Hochland gut leben lässt. In vielen Dörfern der Ortschaft entstanden Eigenheime nach modernsten Standards. Großzügig, lichtdurchflutet, oft fußbodenbeheizt. Friedrich Wilhelm Naake hätte angesichts eines solchen Wohnkomforts wohl nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Als der Kleinbauer 1923 starb, hinterließ er seine Frau und sieben Kinder. Allesamt wohnten sie in einem kleinen Dreiseithof am Reitzendorfer Dorfplatz. Mit dem lieben Vieh unter einem Dach. Zum kleinen Gehöft der Naakes gehörten das sogenannte Wohnstallhaus, das Auszugshaus und eine Scheune.

Obwohl die Familie nach heutigen Maßstäben ziemlich beengt wohnte, gab es hier und da auch einfachen Komfort. Davon kann man sich noch heute überzeugen, denn Friedrich Wilhelm Naakes Zuhause am östlichen Rand von Dresden ist heute Museum. Vom Heimatverein Schönfelder Hochland e.V. initiiert und vom Freistaat Sachsen unterstützt, wurde der Dreiseithof am 3. Oktober 1992 als Kleinbauernmuseum Reitzendorf eröffnet.

Dass dieses Museum so authentisch über das Leben der für das Schönfelder Hochland einst typischen Kleinbauern erzählen kann, ist glücklichen Umständen und dem großen Engagement einer Handvoll Besessener zu danken. Zu Letzteren gehörten vor allem der Malschendorfer Eberhard Pabst und die Schönfelderin Elfriede Sauer, die 1991 mit Vertretern der damals noch selbstständigen Hochlandgemeinden den Heimatverein gründeten.

Der bis 1984 von der Familie Naake bewohnte kleinbäuerliche Hof sollte mit seinem zum großen Teil noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Mobiliar museal genutzt werden. Die Idee der Erbengemeinschaft ist seit 21 Jahren Realität. Und was für eine! Nicht nur das Interieur und die umfangreiche Sammlung von Sachzeugen kleinbäuerlicher Wohn- und Arbeitskultur beeindrucken. Auch äußerlich kann sich der Dreiseithof seit der 1999 abgeschlossenen Sanierung sehen lassen. In alter Lehmbauweise wurde das Fachwerk wieder ausgefüllt, Fußböden und Treppen erneuert. Die kleine Schneiderstube von Lina Naake, der letzten Bewohnerin des Hauses, beherbergt heute das Büro des Heimatvereins und dient als Verkaufs- und Kassenraum des Museums. In den oberen Räumen finden Veranstaltungen statt.

Mit Zielstrebigkeit sorgen die 35 Mitglieder vom Heimatverein Schönfelder Hochland dafür, dass das Kleinbauernmuseum über die Stadtgrenzen hinaus im Gespräch ist. Die meisten ehrenamtlich, zwei als Bürgerarbeiter. Weitere zwei, unter ihnen Birgit Müller, bekommen je 25 Wochenstunden bezahlt. Müller als Museumsleiterin und "Mädchen für alles". Dazu gehören Führungen ebenso wie die Büroarbeit, die Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturamt und der Ortschaft Schönfeld-Weißig, die Kontaktpflege mit befreundeten Museen und die Öffentlichkeitsarbeit. "Die Arbeit ist abwechslungsreich und kreativ", freut sich die Diplomingenieurin.

Vor allem Kindergartengruppen und Schulklassen aus Dresden und den umliegenden Gemeinden geben sich in Reitzendorf die Klinke in die Hand. Zwischen März und Oktober war das kleine Museum mit über hundert Projekttagen ohnehin ausgebucht. "Omas Waschtag ist der absolute Renner", lacht Müller. Für heutige Kinder mutet es eben fast wie ein Abenteuer an, dass Omas Waschtag mit dem Wasserschöpfen am Brunnen beginnt.

Aber auch für Familienfeiern und Familienausflüge ist das Kleinbauernmuseum eine gute Adresse. So kamen am 13. Oktober über 150 Besucher zum Tag des Brotes. Zum Erntefest wurden über 300 Erwachsene gezählt und auch am 11. November wird es auf dem kleinen Dreiseithof wieder voll werden, wenn dort das traditionelle Martinsfest mit dem Posaunenchor der Kirchgemeinde Schönfeld und einem Lagerfeuer gefeiert wird. Wer Besinnlichkeit vorzieht, schaut sich die im Vierteljahrestakt wechselnden Ausstellungen im Auszugshaus an. Noch bis zum 26. November sind dort Architektur- und Landschaftsbilder von Rudolf Uhlig zu sehen.

Das Kleinbauernmuseum Reitzendorf (www.kleinbauernmuseum.de) auf der Schullwitzer Straße 3 in Dresden-Reitzendorf ist Mo.-Fr. von 9 bis 16 Uhr und Sa. und So. von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Für Projekttage ist eine Anmeldung (Tel. 0351/2641783 oder mail@kleinbauernmuseum.de) nötig. Eintritt für Museum: Erwachsene 2,20 Euro, Kinder ab 4 Jahre 1,60 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.11.2013

Bernd Lichtenberger

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