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Klaus Florian Vogt gibt an der Semperoper Dresden sein Rollen-Debüt

Klaus Florian Vogt gibt an der Semperoper Dresden sein Rollen-Debüt

Mit einem Rollen-Debüt kehrt Klaus Florian Vogt, international gefragter Tenor mit Vorleben als Hornist, einmal mehr an die Semperoper zurück. Von hier aus, wo er 1998 bis 2003 im festen Engagement war, eroberte er sich die Bühnen der Welt und die großen Rollen, jetzt singt er erstmals den Cavaradossi in Puccinis "Tosca".

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Klaus Florian Vogt

Quelle: Alex Lipp

Sybille Graf sprach mit ihm.

Frage: Ist es für Sie auf irgendeine Art etwas Besonderes, zwischen Ihren verschiedenen Engagements nach Dresden zurückzukommen?

Klaus Florian Vogt: Es ist durchaus ein bisschen wie nach Hause zu kommen. Ich kenne mich aus in diesem Opernhaus, viele begrüßen mich mit offenen Armen. Und natürlich ist es ein großer Genuss, in diesem Haus zu singen. Man hat ein einzigartiges Gefühl dabei.

Warum das?

Zum einen wegen der Raumwirkung: Wenn man auf der Bühne steht, wirkt das Haus riesig. Zum anderen hat die Semperoper einfach eine grandiose Akustik. Die zieht einem die Töne förmlich aus dem Hals, man muss gar nicht viel machen, forcieren sowieso nicht. Und gerät dann in einen richtigen Singrausch.

Sie werden jetzt hier Ihr Debüt als Cavaradossi geben. Welche Bedeutung hat diese Partie für Sie?

Sie ist - hoffentlich - der Einstieg in eine intensivere Auseinandersetzung mit dem italienischen Fach. In den Verdi-Opern etwa sang ich ja während meines Engagements hier nur die Nebenrollen. "Tosca" selbst habe ich als Hornist in Hamburg sehr oft im Orchestergraben gespielt, und es ist natürlich sehr spannend, die Oper jetzt aus dieser anderen Position zu erleben. Der Cavaradossi fühlt sich - bis jetzt in der Probenphase jedenfalls - gut an für mich. Es ist eine sehr spannende, farbige Partie mit vielen liebevollen Szenen mit Tosca, aber auch mit Dramatik. Solche Gegensätze in den Figuren liebe ich sehr.

Gibt es weitere Rollendebüts in nächster Zeit?

Ja. Sehr freue ich mich auf meinen ersten Siegmund in Wagners "Walküre" im kommenden März in München. Andreas Kriegenburg inszeniert dort an der Bayerischen Staatsoper den "Ring" neu , ich bin schon sehr gespannt. Ebenso auf Andreas Homokis Inszenierung von Alexander Zemlinskys "Die florentinische Tragödie" und "Der Zwerg" am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, in der ich erstmals den Prinzen bzw. den Zwerg singe.

Sie bekommen vermutlich einige Angebote mehr, als Sie realisieren können oder wollen - welche sind Ihre Auswahlkriterien?

Zuallererst muss die Partie natür- lich stimmlich passen. Ich hätte längst Tristan, Tannhäuser oder Siegfried singen können, aber das ist mir zu früh. Ich will mir weiter Zeit las- sen, mich zu entwickeln, und eines Tages werden solche Partien dann - so hoffe ich zumindest - auch kom-men. Zweitens schaue ich natürlich bei Neuinszenierungen, ob mir das Konzept zusagt. Und ganz ehrlich gesagt kommt es ein bisschen auch darauf an, wo das Engagement sein soll und ob es dort ausreichend Möglichkeiten gibt, während der ja meist langen Probenphasen die freie Zeit aktiv zu gestalten.

Und ob es einen Wohnmobilstellplatz gibt...

Genau!

Mit welchem Verkehrsmittel sind Sie denn nach Dresden gekommen?

Mit dem Wohnmobil.

Im Januar erscheint Ihre erste Solo-CD. Haben Sie das Repertoire - Arien von Wagner, Lortzing, Mozart und Korngold - selbst zusammengestellt?

Natürlich hatte Sony Wünsche, aber insgesamt beruht dieses Programm auf meinem Konzept. Es soll zum einen mein momentanes Betätigungsfeld repräsentieren, zum anderen will ich mich aber auch ein bisschen gegen das Schubladendenken stemmen. Es wird ja heutzutage schnell behauptet, wer Wagner singe, könne keinen Tamino mehr, keinen "Zar und Zimmermann". Früher waren die Sänger auch nicht so auf ein Fach festgelegt, warum sollte das heute nicht mehr gehen?

Sie werden auch den Liedgesang weiter verfolgen?

Auf jeden Fall. Wie sehr mir das gefallen würde, habe ich erstmal gar nicht geahnt. Man steht sehr allein auf der Bühne, muss und kann noch mehr gestalten als in der Oper. Das ist sehr reizvoll.

Singen Sie auch daheim mit Ihren Söhnen oder haben Sie irgendwann auch mal genug?

Vom Singen habe ich nie genug. Manchmal schalte ich nach einer Probe bewusst das Autoradio aus, weil ich nichts mehr hören will, aber daheim wird selbstverständlich gesungen, und die Jungs tun das auch gern. Mindestens das Schlaflied abends muss sein.

Packen Sie manchmal noch das Horn aus?

Ab und zu probiere ich aus, ob der Ansatz noch da ist, ja.

Kommt Ihnen Ihre Vergangenheit als Bläser beim Singen zugute?

Es war von großem Vorteil, daran gewöhnt zu sein, den Körper und den Atem für die Tonerzeugung zu nutzen. Außerdem ist bis heute die fundierte kammermusikalische Ausbildung während des Horn-Studiums von unschätzbarem Wert. Die Gruppenproben für das Hochschulorchester - gemeinsam Intonation, Zusammenspiel, Phrasierung zu trainieren - waren eine unerbittliche Schule, aber ein großes Glück. Das kommt mir heute sehr zugute, gerade in Ensembleszenen

Nach Ihrem Debüt bei den Bayreuther Festspielen in den "Meistersingern" haben Sie erfolgreich den Lohengrin gesungen, eine Partie, die Sie nun seit zehn Jahren oft singen. Hat man nicht irgendwann genug vom Schwanenritter?

Ganz im Gegenteil. Da zeigen sich immer neue Details, die man anfangs so nicht sah oder nicht so umsetzen konnte, wie man sie sich vorstellte. Ich bin mit der Partie gewachsen und umgekehrt, entdecke immer neue Farben und Herangehensweisen.

Termine: "Tosca" mit Klaus Florian Vogt als Cavaradossi am 10., 14. und 17.12., jeweils 19 Uhr in der Semperoper

geboren in Holstein

Horn-Studium in Hannover und Hamburg, danach bis 1997 Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg

parallel Gesangsstudium Musikhochschule Lübeck

1997/98 Engagement am Landestheater Flensburg, danach bis 2003 an der Dresdner Semperoper, wo er u.a. Tamino (Zauberflöte), Hans (Die verkaufte Braut), Tom Rakewell (The Rake's Progress) und Adolar (Euryanthe) sang

2001 am Erfurter Theater Debüt als "Lohengrin", 2005 in gleicher Partie in Dresden

seit 2003 als freischaffender Sänger tätig, reüssierte Vogt u.a. an den Opernbühnen Hamburg, Berlin, München, Genf, Mailand, Wien, Paris, in Tokio, Los Angeles, an der New Yorker Met

m Sommer 2007 Debüt bei den Bayreuther Festspielen

erfolgreich auch als Konzertsänger

erstes Soloalbum "Helden" erscheint am 20. Januar 2012 bei SONY CLASSIC

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.12.2011

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