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Klatschnass und guter Stimmung: Ballettpremiere auf der Felsenbühne Rathen

Klatschnass und guter Stimmung: Ballettpremiere auf der Felsenbühne Rathen

Kaum vorstellbar, auf Europas schönster Naturbühne im Kurort Rathen gab's bislang noch kein Ballett. Noch weniger vorstellbar, warum Rainer Feistel, der so erfindungsreiche und experimentierfreudige Ballettchef der Landesbühnen Sachsen, mit seiner Kompanie nicht schon eher auf die Idee kam, am wahrhaft passenden Ort "Pucks Sommernachtsträume" zu inszenieren.

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"Pucks Sommernachtsträume" mit Norbert Kegel als Puck - bei schlechtem Wetter gibt es eine Regenvariante für die Felsenbühne.

Quelle: B. Richter

Jetzt hat er es gewagt, das Publikum kam zur Premiere in freudiger Erwartung, es wurde nicht enttäuscht und blieb auch regensicher vermummt und eingehüllt auf seinen Plätzen, als nach der Pause der Himmel reichlich dicke Freudentränen strömen ließ. Eine Regenvariante war angekündigt, damit musste man rechnen, denn dieweil in Dresden am Premierenabend schon schwarze Wolken reichlich Regen niedergehen ließen, verwandelte noch mildes Abendsonnenlicht die Bühne in der Felsenschlucht genau in das rechte Ambiente für getanzte Sommernachtsträumereien.

Bei Shakespeare hat Rainer Feistel mit seinem Ballett auch reichlich Anleihen aufgenommen, dazu Musik von Mozart, Goran Bregovic, Xavier Naidoo und anderen. Der Tänzer Norbert Kegel als lustiger, vor allem aber listiger und sprungfideler Puck verführt eine ganze Gruppe junger Fahrradtouristen zum Theaterspiel und lässt fortan die Puppen tanzen, sehr frei nach Motiven der Komödie "Der Widerspenstigen Zähmung".

Was Widerstand und tänzerisches Aufbegehren angeht, nehmen sich die Tänzerinnen Isabell Dohmhardt und Anna Paunok als flott konkurrierende Schwestern Bianca und Katharina nicht viel, und Michal Sandor als genervter Papa wartet sehnlichst auf die passenden Freier Lucentio und Tranio. Zwei Paraderollen für Till Geier und Friedmann Kriener, hier auf dem Weg nach Dresden, in urkomischer Tanzverwirrung nach absurdem Diktat moderner Lyrik aus dem Navigator. Gauklertruppe, Musikanten, wilde Tiere, ein bisschen Show aus "Hello Dolly", ein schöner Mix, auch was die Stile und Techniken für den Tanz betrifft, und Puck spinnt seine Fäden, lässt seine Spieler stolpern oder springen, Spaß auf der Felsenbühne, Spaß im Publikum, nur wie es ausgeht, wer wen bekommt und wer wen zähmt, das erfahren wir nicht, denn nach der Pause - wie schon gesagt - da kommt der Regen.

Und dann kommt die ganze Ballettkompanie samt Chef in gelbem Regendress mit Gummistiefeln, es spritzt und quietscht, vor allem aber löst eine spritzig improvisierte Variation die andere ab. Zum "Sterbenden Schwan" etwa gibt's ein feuchtes, geschmeidiges Trio. Friedemann Kriener schießt bäuchlings durch die Pfützen, im besten Sinne weit übers Ziel hinaus, landet er im nassen Gras fernab der Tanzfläche. Die ganze Truppe hat Spaß an Street-Dance und Show, besonders präsent dabei Luan Donato in der aufgedrehten Gruppe oder Mu-Yi Chen als elegante, schwertschwingende Tänzerin, in diesem Falle tut's ein Regenschirm. Klitschnasse Stürze, gewagte Sprünge, gute Laune pur. Fazit: Mit oder ohne Regenvariante, es wurde höchste Zeit, für solche Sommernachtstraumtänze auf der Felsenbühne in Rathen. Boris Michael Gruhl

Vorstellungen: 16., 17., 18., 31. 8. in Rathen

Am 24.8. in Dresden, hinterm Japanischen Palais; am 25.8. im Hof der Albrechtsburg Meißen.

www.dresden-theater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2012

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