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"Klassentausch" in der Motorenhalle zeigt Arbeiten von Dresdner und Leipziger Kunststudenten

"Klassentausch" in der Motorenhalle zeigt Arbeiten von Dresdner und Leipziger Kunststudenten

Es ist das Festhalten eines Augenblicks. Nicht mehr, nicht weniger. Eine Momentaufnahme, wenn man so will. Doch ist sie in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen.

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Ein Kanister wird zum Kaleidoskop: Lisa Poelkers "853/6 Gemarkung Dresden-Neustadt".

Quelle: Dietrich Flechtner

Was als Idee des Klassentauschs zwischen Studenten der Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK) und der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst begann, führte nun zu einer ebenso betitelten Ausstellung in der Motorenhalle. Sozusagen das Ergebnis dessen, was in der Kürze der Austauschzeit künstlerisch entstand - oder auch schon im Vorfeld geschaffen worden war und sich später als passend für dieses Projekt entpuppte.

Etwa 60 Studenten der beiden diesjährigen Jubiläumshochschulen (sie werden 250 Jahre alt) haben sich beteiligt, rund 40 Arbeiten sind nach Vorauswahl und kontroverser Diskussion schließlich zu sehen. Das Resultat trägt, wie gesagt, deutlich prozesshafte Züge. Ein anderer Maßstab als der eines work in progress wäre deshalb wohl auch nicht hilfreich. Die Idee ging übrigens von einer jungen Künstlerin aus, die beide sächsischen Großstädte schon in ihre Vita gepackt hat: Leonore Blume, geboren in Leipzig, seit 2011 Studentin in Dresden.

Blume ist logischerweise eine der beteiligten Künstlerinnen. Unter anderem bespielt sie eine Ecke der Motorenhalle mit ihrer Reihe "AKA Elektronik". Es sind analytisch wirkende Bilder, auf denen sie einen Fön der titelgebenden DDR-Marke regelrecht zerpflückt, als würde sie ein totes Tier sezieren. Die Hinwendung zu fotografischen und Videoarbeiten ist sowieso eine (wenn auch keine neue) Grunderkenntnis mit Blick auf die ausstellende Künstlergeneration.

Das Selbst, das Ich ist hier nicht nur Ursprung des schöpferischen Prozesses, es ist auch der bevorzugte Gegenstand. Wie bei Stefania Smolkina, Friedrich Günther und Annika Stoll. Das Trio inszeniert sich in Einzelaufnahmen, wobei das Spiel mit der Kamera, deren Existenz in Vergessenheit zu geraten scheint, ein Eigenleben bekommt: wiegender Oberkörper, ständiges durchs Haar Greifen, langgezogener Kaugummi. All das hat hier fast die Intensität einer psychologischen Studie. Wie viel davon gespielt ist? Wer weiß.

Einiges schafft den Sprung über die Aufmerksamkeitsschwelle des zugegeben sehr subjektiven Betrachters, anderes nicht. Die Litauerin Andreja Saltyte fällt mit ihrem Video "Armed" klar in die erste Kategorie. Sie bewaffnet sich - schöner Verweis zur Arbeit Leonore Blumes - ebenfalls mit Fönen, die sie sich an die Beine klebt, um den Effekt des fliegenden Kleides à la Marilyn Monroe zu imitieren. Vergeblich, aber köstlich.

Keine weitere Detailaufzählung zu Werken oder Künstlern an dieser Stelle. Lediglich die Bemerkung, dass dieser Austausch unbedingt fortgesetzt werden soll. Zwei so nahe Hochschulen mit ihrer Geschichte und ihrem jeweiligen Selbstverständnis sollten das gut aushalten können. Vom Profitieren gar nicht zu reden.

Übrigens ist in den Räumen der HfBK selbst derzeit noch eine andere Innensicht auf die Hochschule zu betrachten. "Unter Famas Dach" ist die Ausstellung betitelt, die von Studenten des Aufbaustudiengangs KunstTherapie ins Leben gerufen wurde. Sie fragten ihre Kommilitonen ebenso wie die Mitarbeiter des Hauses, ihre Sicht auf ihre eigene Institution künstlerisch darzustellen. 77 Einzelpositionen sind entstanden und wurden zur Eröffnung präsentiert, gekoppelt an Videoarbeiten, die die Elbe in verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten zeigen. Auch das ein work in progress, wie die Macher hoffen. Eine Reflexion, die ausdrücklich kein Psychogramm, kein Therapieansatz sein soll.

"Klassentausch", Motorenhalle Wachsbleichstraße, bis 31. Mai, geöffnet Di-Fr 16-20, Sa 14-18 Uhr

"Unter Famas Dach", HfBK Brühlsche Terrasse, bis 22. Juni, Di-Sa 11-18 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.05.2014

Torsten Klaus

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