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Kindermusical "Tuishi pamoja - Eine Freundschaft in der Savanne" des Heinrich-Schütz-Konservatoriums zeigt gelebte Inklusion

Kindermusical "Tuishi pamoja - Eine Freundschaft in der Savanne" des Heinrich-Schütz-Konservatoriums zeigt gelebte Inklusion

Musik bringt die Leute zusammen - das ist eine Tatsache, die schon lange bekannt ist. Diesen Gedanken führen das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden e. V. (HSKD) und die Förderschule St.

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Giraffen und Zebras: Ein Musical als Fabel über Toleranz, Gemeinsamkeiten und Freundschaft.

Quelle: Annette Thoma

Franziskus in einem Kooperationsprojekt logisch weiter. Sie studierten ein integratives Kindermusical ein, in dem Kinder, Erwachsene und Senioren gemeinsam spielen, singen und musizieren - mit Behinderung oder ohne, spielt keine Rolle.

"Tuishi pamoja - Eine Freundschaft in der Savanne" von Sandra Engelhardt (Text) und Martin Schulte (Musik) ist ein Musical über Vorurteile, Freundschaft und Toleranz. Der Titel ist übrigens Swahili und bedeutet übersetzt "Wir wollen zusammen leben." In gekürzter Fassung wurde das Singtheater nun vom Chor und der Theatergruppe der Förderschule St. Franziskus Dresden, von Schülerinnen und Schülern der Pohland-Schule und der Montessori-Schule und von den "Musikaoten", dem integrativen Ensemble des HSKD, in der Aula des Konservatoriums aufgeführt. Eine fast 50-köpfige Truppe, die untereinander keine Unterschiede macht.

Das Stück erzählt von der Feindschaft zwischen Giraffen und Zebras. Sie grenzen sich voneinander ab, weil sie anders aussehen. "Zebras interessieren sich nur für Zebras! Was gibt es schöneres als Streifen?" lautet ein Satz aus dem Stück. Die Fronten bleiben verhärtet, bis die Herden eines Tages von Löwen angegriffen werden und eine kleine Giraffe und ein kleines Zebra sich alleine in der kalten Nacht wiederfinden. Erdmännchen vermitteln erst zwischen den beiden Kleinen, dann bei den Herden und lassen sie erkennen, dass ihre Zwietracht sinnlos und schlichtweg überflüssig ist.

Die Vorbereitung auf das Projekt dauerte zwei Jahre. Allein der organisatorische Vorlauf, in dem das Konzept entwickelt und geplant wurde, dauerte ein Jahr. Die restliche Zeit wurde in allen Gruppen fleißig geprobt. Die Idee für ein Kindermusical stammt von Christiane Jarmus, die den Chor der Förderschule gemeinsam mit Sylvia Flath leitet. Zusammen mit Elke Reichel, der Leiterin des integrativen Ensembles des HSKD, wurde diese aufgegriffen und nach einem Musical gesucht, welches die Kinder auch meistern könnten. Elke Reichel sieht in "Tuishi pamoja" ein Projekt mit der Möglichkeit, viele Leute und somit "verschiedenste Energien" zusammenzubringen. Die integrative Arbeit werde dadurch deutlich, dass man sich gegenseitig unterstütze und helfe. "Das ist Inklusion", so die Ensembleleiterin. "Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen."

Elke Reichel ist nicht nur Leiterin des integrativen Ensembles, sondern zudem Fachberaterin für Behindertenarbeit am HSKD. Im Ensemble wird Rücksicht auf die Fähigkeiten aller Mitglieder genommen. Da die Noten für das Musical jedoch nur als Klavierauszug vorlagen, musste Reichel jede einzelne Stimme umschreiben und gegebenenfalls auch transponieren. "Jeder soll die Aufgabe bekommen, die er meistern kann. Die Musik kommt zu den Leuten und nicht umgekehrt", sagt sie. Ein hartes Stück Arbeit, das viel Zeit in Anspruch genommen hat. Das Ensemble zeigte sich beim Auftritt nämlich in seiner ganzen Breite: Nicht nur ein Klavier, Geigen, Cello, Bratsche und Flöten waren zu hören, sondern auch Trommeln und ein Xylophon.

Einige behinderte Mitglieder haben parallel zu ihrer Tätigkeit im Ensemble oder in der Band noch Einzelunterricht. "Sie wachsen mit ihren Aufgaben und bringen so viel gute Laune und Spielfreude mit", meint Elke Reichel. "Die Musik hat für sie einen hohen Stellenwert. Einige machen sie sogar zum Zentrum und engagieren sich stark." Das mache auch für sie die Sache lohnenswert. Die Musik gibt den Menschen etwas.

"Tuishi pamoja" ist nicht das einzige integrative Projekt des HSKD, wenn auch das größte in letzter Zeit. Die integrative Arbeit gibt es so lange wie den Verein selbst. Mehrere Ensembles bestehen, wie eine Trommelgruppe und eine Rockband, und sind ständig im Aufbau. Zudem bestehen Kooperationen beispielsweise mit der "Lebenshilfe für geistig Behinderte OV Dresden e.V." oder dem "Förderzentrum Albert Schweizer - Schule zur Lernförderung Dresden", um immer neue Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu erschließen. Die Idee ist also nicht neu, aber es ist wichtig, sie weiterzutragen. Inklusion muss gelebt werden. Das Kindermusical macht es vor.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.06.2012

Annette Thoma

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