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Kinder gestalten Museum der Zukunft: Über die Sommerferien können die Dresdner im Stadtmuseum eine ganz besondere Ausstellung besuchen

Kinder gestalten Museum der Zukunft: Über die Sommerferien können die Dresdner im Stadtmuseum eine ganz besondere Ausstellung besuchen

Das Dresdner Stadtmuseum erlebte gestern eine eher ungewöhnliche und seltene Vernissage. Die ausstellenden Künstler waren maximal acht Jahre alt, zur Begrüßung gab es keinen Sekt, sondern Berge von Kuchen und die ausgestellten Objekte schienen keinen Sinnzusammenhang zu haben.

Sollten sie auch nicht, schließlich zeigten sie, was den Mini-Künstlern im Leben besonders wichtig ist - und das äußert sich ja bei jedem kleinen Dresdner anders.

Drei Monate lang haben die Hortkinder der ersten Klasse der kommunalen Ganztagsbetreuung "Erich Kästner" unter dem Motto "Dresden und ICH" diese besondere Ausstellung für das Museum gestaltet. Dabei setzten sich die Mädchen und Jungen mit der Frage "Was sollte aus meinem Leben in einem Museum der Zukunft aufbewahrt werden?" auseinander und gestalteten mobile Museumsboxen. In diesen werden eigene und für die Kinder wichtige Gegenstände ausgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

So hat beispielsweise der siebenjährige Hannes, der später einmal Zoodirektor werden möchte, sich intensiv mit der Natur auseinandergesetzt. Im elterlichen Garten suchte er nach Utensilien, die eigentlich nicht dorthin gehören, wie zum Beispiel Porzellanscherben, altes Papier und sogar Knochen. Die gefundenen Stücke hat er schließlich in seiner Museumsbox ausgestellt. Zusätzlich hat er im Vordergrund der Box noch erworbene Steine aus der Freiberger Ausstellung Terra Mineralia positioniert. "Nun will ich im Garten weiter graben, um noch mehr zu finden", erzählt der Grundschüler stolz.

Für die Erstklässlerin Leoni sind dagegen nicht gefundene Steine, sondern das Weihnachtsfest am wichtigsten. Deshalb hat sie in ihrer Box eine Winterlandschaft mit Schnee, dunklem Himmel und Sternen gestaltet. In der Mitte der Box steht ein selbst geschnitzter Engel aus Holz. Die siebenjährige Nathalie hat wiederum ein Puppentheater gebastelt und die Kiste mit ihren eigenen Fotos aus der Schule beklebt. Insgesamt sind im Rahmen des Projektes 13 Boxen entstanden, die während der Sommerferien im museumspädagogischen Raum des Stadtmuseums zu sehen sind.

Bevor die Kinder allerdings ihre eigenen Museumsstücke kreierten, haben sie das Stadtmuseum und dessen Ausstellungsobjekte erkundet. So erfuhren sie Interessantes über den Schmuck aus den Gräbern der Sophienkirche, den Kaffeefilter von Melitta Bentz und durften sogar die Erika-Schreibmaschine, die ein Dresdner bei seiner Flucht aus der DDR als Erinnerungsstück mitgenommen hatte, auf ihre Funktion testen. "So haben sie die Geschichten, die hinter den Objekten stehen, kennengelernt und mit jeder dieser Geschichten auch etwas über die Stadt, in der sie wohnen, erfahren", erklärt die selbstständige Museumspädagogin Ines Schnee.

"Dresden und ICH" ist Teil des Förderprojektes "MuseobilBOX - Museum zum Selbermachen", das vom Bundesverband Museumspädagogik entwickelt wurde. Es wird im Rahmen des Programms "Kultur macht stark - Bündnisse für lokale Bildung" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Die Ausstellung der Grundschüler kann Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 10 bis 19 Uhr im Stadtmuseum, Wilsdruffer Straße 2, besucht werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.07.2014

Nadine Steinmann

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