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"Kids on Stage" endet in Hellerau mit "Spanischer Nacht"

"Kids on Stage" endet in Hellerau mit "Spanischer Nacht"

Die Nacht währte zwar nicht viel länger als eine runde Stunde, aber spanische Anklänge hatte diese schon. Vor allem, als Milko Kersten mit einer Orange in der Hand in Lene-Voigt-Manier über die sonnengereiften Früchte des Südens sprach.

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Tanz um die Orange: Tanzklassen und Orchester des Schütz-Konservatoriums in Aktion.

Quelle: Peter Fiebig

Und die jungen Musiker vom Nachwuchsorchester des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden höchst engagiert unter seiner Leitung aus "Carmen" - der spanischsten Oper des französischen Komponisten Georges Bizet - den Marsch der Gassenjungen spielten. Dazu "erzählen" die Tänzerinnen der Tanzklassen des Konservatoriums auf ihre Weise eine sympathisch-bewegte Geschichte, und dabei geht es nicht minder um die sinnliche Versuchung der Orangen.

Ein liebenswertes Finale dieser "Spanischen Nacht", und so hätte es wohl immer noch weitergehen können, doch kurz und gut ist schließlich auch eine Qualität. Zumal es überhaupt so seine Zeit braucht, bis sich die jungen Musiker, Tänzer, Erzähler ein solches Programm erarbeitet haben. Und das Publikum im Großen Saal des Festspielhauses Hellerau, speziell auch Freunde, Verwandte, Bekannte der jungen Künstler, hatten ganz offensichtlich ihre Freude daran.

Behutsam und ohne überdeutlichen Hang zur Perfektion ermutigte Milko Kersten die Mitwirkenden im Alter von sechs bis 19 Jahren - und da scheint es weniger wichtig, wie perfekt das Ganze ist, vielmehr zählt, was sie schon alles gemeinsam geschafft haben. Ein offenes Herangehen, dass man allenthalben auch bei dieser Aufführung spüren kann. Und wenn beispielsweise den Streichern im Orchester eine Passage in schönster Harmonie gelingt, dann freut sich doch jeder im Saal.

Liebenswert sind auch die Choreografien von Claudia Burdack, Susan Schubert und Petra Steinert. Sie hätten sicher noch etwas spannender sein können, aber vielleicht fehlte es auch an Zeit für den letzten Feinschliff. Am Ende eines Schuljahres ist ja wohl jeder etwas ausgepowert. Passend zum südlichen Flair sowie zum Zusammenklang von Musik und Tanz hatten die Kinder und Jugendlichen zudem kleine Texte und Geschichten eingestreut. Beispielsweise die witzige Metapher von Hansgeorg Stengel, der von einem Stier und seinem Horn erzählt, auf dem dieser sicher spielen würde, wenn er nur könnte - er kommt einfach mit dem Maul nicht ran...

Das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden sorgte somit für einen stimmigen Ausklang von "Kids und Stage", das am 26. Juni mit dem Gastspiel der Juniorcompany des Leipziger Tanztheaters eröffnet worden war. Vor zwei Jahren hatte es "Kids on Stage" erstmals in Hellerau gegeben, und auch der zweite Jahrgang brachte viel junges Volk und ein entsprechend stolzes Publikum ins Festspielhaus - insgesamt kamen über 1300 Zuschauer.

In zwei Jahren wird es erneut "Kids on Stage" geben, und dafür können sich schon jetzt Tanz-, Theater- oder Musikgruppen anmelden. Oder einfach junge Leute, die Projekte entwickeln möchten. Unterstützt von Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste, Dresden. "Kids on Stage" wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert und ist ebenso ein Förderprojekt von Teatron.

Gabriele Gorgas

Informationen: geissler@hellerau.org

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.07.2012

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