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Keramikskulpturen von Johannes Weiss (Berlin) in der Galerie Next im Alten Pumpenhaus Dresden

Keramikskulpturen von Johannes Weiss (Berlin) in der Galerie Next im Alten Pumpenhaus Dresden

Die Galerie Next (vormals Galerie Zanderkasten) hat seit ihrem Bestehen das Ziel verfolgt, mit ihren Künstlern "ernsthafte Behauptungen" (Holger Kasten-Grauberg) zu setzen, was den innovativen Charakter der vertretenen Kunst betrifft, die in der Galerie im Alten Pumpenhaus auch jetzt wieder mit modernen, provokativen Ergebnissen aufwartet.

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Johannes Weiss, Ohne Titel, 2011, Keramik und Lackierung.

Quelle: Galerie Next

Der Berliner Bildhauer Johannes Weiss (geb. 1979 in Neunkirchen/Saar) stellt das erste Mal seine Keramikobjekte in Dresden aus, die durch ihre Bizarrie und ihr plastisches Wagnis auf sich aufmerksam machen. Handwerklich ist die Abformung, der Aufbau des Tons sowie dessen mehrfacher Brand bei 1300 Grad eine Herausforderung. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine ernsthafte Herangehensweise aus, die alles Verspielte ausschließt. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten verirrt sich der Künstler nicht in die Unwägbarkeit des Beliebigen, sondern knüpft an die existentiellen Raumformlichkeiten der modernen Bildhauerei und Plastik an, die neue Ausdrucksweisen und künstlerische Werte sucht.

Seine Formen fand er dabei nicht zufällig. Johannes Weiss erhält seine Anregungen aus der Formenvielfalt des urbanen Alltags mit seinen Gegenständen. Hier findet er die Ideen für seine eigenwilligen Formensynthesen: Mülleimer, Straßenlaternen, Bänke, Regenrinnen, Tische und Stühle u.a. werden oft auseinandergenommen, abgeformt und in eine neue Form übersetzt, die wie technoide Arrangements anmuten.

Sie besitzen eine optische Eigenwertigkeit und fordern stark die Fantasie des Betrachters heraus. Bestürzend und dennoch ästhetisch sind die 2011 geschaffenen Keramiken, die als solitär oder wie hier im Pumpenhaus auf einem weißen Tableau präsentiert werden. Ihre Farbigkeit verdanken sie einer schlichten, matten Lackierung jeweils in den Komplementärfarben. Durch die gegenseitige Korrespondenz vertieft sich der Eindruck von Künstlichkeit, der aber natürliche Formen zugrunde liegen und die man immer wieder bruchstückhaft assoziiert und neu ordnen muss. Faltungen, Schnitte, pyramidaler Aufbau, Scheiben-und Schleifenformen und eingefügte Verzierungen beherrschen als ins Abstrakte gesteigerte Kombinationen jede Skulptur, die eine seltsame Gestik hervorbringen und durch eine gewisse barocke Präsenz auffallen.

Die Aquarelle bieten den Gegensatz zur Skulptur im Flächigen des Papiers: Vorgegebene Raster, in die sich Farbe und Form einordnen, spielen mit der Freiheit des Malerisch-Möglichen. Strichformationen, in denen schwingende Farbwellen schwimmen, bilden den Kon-trast zwischen Ordnung und Willkür.

Manchmal, vor dunklem opakem Hintergrund, leuchtet eine gelbe oder rote Linie, ein Winkel oder ein einfacher pointierender Strich. Unter dem Eindruck des ehemaligen Pumpenhauses gewinnt der große Raum durch Formen, die an Aggregate oder Armaturen erinnert, an Belebung. Eine stille Poesie macht sich bemerkbar, die Heute und Gestern miteinander im Focus des Provisorischen verknüpft.

Heinz Weißflog

Bis zum 16. Juni ist die Ausstellung in der Galerie Next, Altes Pumpenhaus Dresden, Devrientstraße 18b, zu sehen; Kontakt zur Galerie ist unter der Handynummer 0174/9 96 24 70 möglich; www.galerie-next.com. Geöffnet ist immer montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2012

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