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Kein Atheist, aber Agnostiker - Joachim Krause schreibt über Darwin und die Religion

Kein Atheist, aber Agnostiker - Joachim Krause schreibt über Darwin und die Religion

Jahrelang hat Joachim Krause, seit 1982 Beauftragter für Glaube, Naturwissenschaft und Umwelt der evangelischen Kirche in Sachsen, Vorträge in Gemeinden gehalten über aktuelle Diskussionen um Ethik, Wissenschaft und Religion.

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Seit 2010 im Ruhestand, meldet er sich wieder zu Wort - mit einem Büchlein über Charles Darwin (1809-1882) und den christlichen Glauben.

Dieser Gelehrte wird ja immer wieder als Kronzeuge für die Auffassung bemüht, streng wissenschaftliches Weltverständnis und Religion schlössen einander aus. Joachim Krause zeigt uns jetzt, dass dies bei Darwin gerade nicht der Fall war. Das tut er sehr differenziert. Er polemisiert nicht, sondern lässt Fakten sprechen - Zitate in diesem Fall, viele erstmals in deutscher Übersetzung. Sie nehmen den größten Raum in der 72-seitigen Broschüre ein. Eher also eine Materialsammlung. Gerade deshalb eine Empfehlung für alle, die sich nicht auf Meinungen verlassen, sondern auf Quellen zurückgreifen wollen.

Der Autor zeigt, dass Darwin das Christentum zwar kritisierte. Was er dabei aber ablehnte, waren die Glaubensvorstellungen seiner Zeit, besonders die der Anglikanischen Kirche. Darwin selbst war Unitarier, lehnte also die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes von Vater, Sohn und Heiligem Geist ab. Und sehr wohl beschäftigte er sich mit religiösen Fragen.

Gott, so der Autor, sei für Darwin wichtig gewesen als Schöpfer, als "intelligente Ursache", "Gesetzgeber" von Naturgesetzen und Evolution, als Urgrund des Universums, letztlich nicht zu lösendes "Geheimnis aller Geheimnisse". Doch lehnte er die Vorstellung von einem für alles verantwortlichen, jederzeit eingreifenden und gütigen Gott ab, der die Welt als präzise nach Plan abschnurrendes Räderwerk geschaffen habe. Joachim Krause bringt Darwins Ansichten auf die Formel: "Nicht Christ und nicht Atheist, sondern Theist und Agnostiker". Auf die Diskussionen der Gegenwart blickend - etwa die zwischen kämpferischen Atheisten und "Kreationisten" - empfiehlt Joachim Krause gläubigen Menschen, Wissenschaft unter dem Begriff der "fortwährenden Schöpfung" zu verstehen und Gott als Elternteil: "Gott arbeitet mit dem Universum. Das Universum hat eine gewisse eigene Vitalität, genauso wie ein Kind." T. Gärtner

Joachim Krause: Was Charles Darwin geglaubt hat. Wartburg Verlag. 72 Seiten, 9,90 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.06.2012

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