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Kasperletheater im Pop-Art-Kostüm

tjg-Sommertheater Kasperletheater im Pop-Art-Kostüm

Alarm! So hieß es am Sonnabend im Sonnenhäusel im Großen Garten. Und zwar nicht nur, weil „Alarm im Kasperletheater“ gespielt wurde. Sondern weil gleich zu Beginn vier bunte Vögel hinter der Bühne hervorgestürmt kamen, einander überbietend die Gäste reihenweise zu zählen versuchten, Verwirrung stifteten.

Der Mann in Grün ist einer des überzeugenden tjg-Spieler-Quartetts: Christoph Levermann.

Quelle: Dorit Günter

Dresden. Alarm! So hieß es am Sonnabend im Sonnenhäusel im Großen Garten. Und zwar nicht nur, weil „Alarm im Kasperletheater“ gespielt wurde. Sondern weil gleich zu Beginn vier bunte Vögel hinter der Bühne hervorgestürmt kamen, einander überbietend die Gäste reihenweise zu zählen versuchten, Verwirrung stifteten, innerlich Alarm auslösten, lauter, immer lauter, um endlich doch mit der Geschichte zu beginnen.

In schönsten Reimen erzählten sie die bekannte Geschichte vom Teufel, der die Pfannkuchen für Omas Geburtstag klaut, in einer wilden Jagd verfolgt wird und das Backwerk schließlich ratzeputzekahl auffuttert. Aber wie die Geschichte erzählt wird! Die Spieler – in blau, lila, gelb und grün gekleidet, mit passenden Gummischuhen und wunderhübschen Pop-Art-Gummiperücken versehen (herrlich farbenfroh: Christoph Levermann, Anna Charlotte Menzel, Manuel de la Peza und Annemie Twardawa). Die Handpuppen – in grellen Farben, einfachen Formen, leuchtend und frech. Die Geschichte – angereichert zu einer Casting-Show, in der jede Figur ihren ganz eigenen Auftritt hatte.

Gleich zu Beginn tritt der rote Teufel (wunderbar mit Igelball-Haaren, Kostüme und Puppen: Lisette Schürer) als coole Sau auf – ganz der hippe Rocker, der mit seinem Bauch- und Schwanz-Tanz den Zuschauern das erste Lachen Gesicht zaubert. Als er mit den Pfannkuchen entwischt, beginnt eine rasante Verfolgungsjagd, die schließlich den gesamten Inhalt des bekannten Kinderbuch- und Trickfilmklassikers ausmacht.

Regisseur Lorenz Seib reichert die 1958 erschienene Geschichte von Nils Werner jedoch um einige witzige Details und reichlich Klamauk an. So geht dem König sein Pferd Lola (in Wirklichkeit die Vorhangstange des Puppentheaters) mächtig durch und lässt sich nur durch gutes Zureden aller Spieler wieder beruhigen. So vertieft sich Räuber Fridolin in ein angelegentliches Zwiegespräch mit der Krone des Königs, die – wie alle Kenner des Buches wissen – leider doch nur aus Trompetenblech ist. Und so nimmt der Teufel für seine Flucht schließlich ein Bobbycar zu Hilfe, während die Verfolger einen lässigen Taxifahrer um Hilfe bitten.

Viele Szenen aus Buch und Film finden sich auch im Theaterstück, und immer ist die Umsetzung – wie man es von tjg-Inszenierungen kennt – unglaublich einfallsreich. Die vielfarbigen Gummi-Gymnastik-Bänder auf der Bühne sind Meer, Hügel, Blitz und Falle gleichermaßen. Zwischen Puppen und Spielern entspinnt sich ein ebenbürtiges Wechselspiel, das den Charakter des Spieles als Spiel aufdeckt. Wenn etwa ein Spieler bereits die Bühne umräumt, obwohl die Szene noch läuft. Oder wenn König, Räuber, Hexe und Schutzmann den Spieler des Teufels nach seinem Absturz von der Wolke bitten: „Er darf nicht gestorben sein, komm los, steck die Hand dort wieder rein!“

Leider lässt das Feuerwerk an Klamauk an manchen Stellen den roten Faden der Handlung etwas verloren gehen. Wer Buch und Film kennt, hat den Plot jedoch im Kopf, und für Kinder ist dieser turbulente Auftakt des tjg in die Sommertheater-Saison sowieso ein witzig-spritziges Vergnügen. Im Übrigen dürfen sich Fans des Sommertheaters in diesem Jahr auf besonders viele Vorstellungen freuen. Denn vor den intensiven Proben in der neuen Spielstätte im Kraftwerk Mitte ab Herbst will das Ensemble noch möglichst viel Theater unter freiem Himmel spielen. Neben „Alarm im Kasperletheater“ gibt es im Sonnenhäusel auch in diesem Jahr wieder „Die drei Räuber“ (ab vier Jahre). Auf der Freilichtbühne im Zoo spielt das tjg.schauspiel den ganzen Juni hindurch das Stück „Robin Hood“ (ab 8 Jahre), und mit „Hans im Glück“ (ab 6 Jahre) ziehen die Spieler im Sommer durch acht Dresdner Freibäder.

„Alarm im Kasperletheater“ (ab 4 Jahre), im Sonnenhäusel im Großen Garten, nächste Vorstellungen: täglich ab 30. Mai bis 5. Juni, dann wieder ab 16. bis 25. Juni

www.tjg-dresden.de

Von Birgit Andert

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