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Kampf ums Ostragehege: Saxoprint-Chef Thomas Bohn will dort investieren

Kampf ums Ostragehege: Saxoprint-Chef Thomas Bohn will dort investieren

Überraschende Wende am Montagnachmittag im Finanzausschuss: Der für fünf Millionen Euro geplante Kauf und Umbau der Schweinehalle im Ostragehege zu einem Design-Hotel sowie Büros für Film-, Ton- und Licht-Agenturen ist auf Antrag von Christoph Hille (Bürgerfraktion) erneut ins Stocken geraten und vertagt worden.

Der Grund diesmal: Urplötzlich gibt es ein neues Angebot für die städtische Immobilie. Eine PEO Projektentwicklung Ostragehege GmbH in Gründung bietet 650 000 Euro für die 37 260 Quadratmeter. Die bisherigen Bieter Mirco Meinel und Florian Zweig von der Ostrapark GbR hatten mit der Stadt 605 000 Euro ausgehandelt. Die Schweinehalle ist der letzte Baustein für das Kultur-Areal der Ostrapark GbR.

Das Problem: Es gab keine Ausschreibung dazu. Und: Niemand kennt die PEO. Der Ausschuss fühlte sich verwirrt, weil nicht genügend informiert. Kein Wunder: Selbst das Liegenschaftsamt und auch Mirco Meinel wissen nicht, wer sich hinter PEO verbirgt. "Möglicherweise eine Strohfirma", wurde vermutet. Jedenfalls flatterte am Montagmorgen den Fraktionen und OB Helma Orosz (CDU) ein dubioses Schreiben der PEO zu, unterschrieben von Dr. Christian Zwade, Geschäftsführer. Dem wiederum gehört die Zwade Rechtsanwaltgesellschaft mbH, die die gleiche Adresse (Lortzingstraße 35) hat wie die Kanzlei Schneider & Partner.

Nach fast einstündiger nicht-öffentlicher Debatte entschied der Finanzausschuss jedenfalls, das Thema in einer gemeinsamen Sondersitzung von Wirtschaft, Kultur und Finanzen zu behandeln. Ostragehege- und Kultur-Entwickler Meinel war gefrustet. Nicht zu Unrecht - wie Axel Walther, Geschäftsführer der städtischen Stesad, die das Gehege mit entwickelt, den DNN sagte. Das rieche nach einer "linken Nummer". Meinel schloss jedoch aus, dass sich Thomas Bohn dahinter verbirgt.

Bohn will ins Gehege

Der Name Bohn fiel jedoch am Rande des Finanzausschusses. Es wurde bekannt, dass Bohn jetzt die ehemalige Fettschmelze des VEB Dresdner Fleischkombinats kaufen will, ein 3000 Quadratmeter großes, leer stehendes Gebäude auf der Pieschener Allee mit 40 Räumen. Außerdem möchte Bohn daneben liegende Flächen und die so genannten Futterställe erwerben, die in diesem Jahr von der Ostrale genutzt wurden. Wozu Bohn diese Immobilien akquirieren will, wurde am Montag nicht bekannt. Doch nächste Woche trifft sich der umtriebige Unternehmer Bohn mit Stesad-Chef Axel Walther.

Bohn hatte erst im Frühjahr für Furore und Schmunzeln gesorgt, als er - beraten von der Kanzlei Schneider & Partner - die finanzklammen Zwingerfestspiele aufkaufte. Dass er jetzt ins Gehege will, hängt möglicherweise wieder mit Schneider & Partner zusammen, denn Kanzlei-Geschäftsführer Bernd Kugelberg berät nicht nur Bohn, sondern auch die Ostrale, das Festival für zeitgenössische Kunst, in dessen Förderverein Kugelberg Schatzmeister ist. Ostrale-Direktorin Andrea Hilger war ebenfalls im Finanzausschuss. Sie fürchtet um die Ostrale-Zentrale, die sich in einem Technikgebäude befindet, das ebenfalls an Meinel und Zweig verkauft werden soll. Gleichzeitig hat Hilger dort ein Atelier. Weder die Ostrale-Zentrale noch das Atelier stünden zur Disposition, beteuerten unisono Meinel und Zweig. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2012

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