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Kammersängerin Ute Selbig und der Dresdner Kreuzchor musizieren zum ersten Mal Händels "Solomon"

Kammersängerin Ute Selbig und der Dresdner Kreuzchor musizieren zum ersten Mal Händels "Solomon"

Als lyrischer Sopran gehört Ute Selbig seit vielen Jahren zu den Solistinnen der Sächsischen Staatsoper. Die Kammersängerin ist aber auch im oratorischen Repertoire zu Hause und konzertiert seit ihrer Studienzeit zusammen mit dem Dresdner Kreuzchor.

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Ute Selbig

Quelle: PR

Am Tag der deutschen Einheit übernimmt sie eine der beiden Sopranpartien in Händels Oratorium "Solomon" in der Kreuzkirche. Vorher stand Ute Selbig den DNN Rede und Antwort.

Frage: Was ist dieses üppige "Oratorium in drei Akten" für ein Stück?

Ute Selbig: Das ist auch für mich eine neue Begegnung, denn ich habe es noch nie zuvor gesungen. Es gibt ja eigentlich vier Sopranpartien - einerseits die Gemahlin, die Königin von Saba und die beiden sprichwörtlichen Weiber, die sich um das Kind zanken. Diesen Streit beendet der König ja dann echt salomonisch.

Sie müssen also in verschiedene Rollen schlüpfen...

Genau so. Ich singe die Gemahlin und das erste Weib, dem das Kind letztlich auch zugesprochen wird. Diese ganze Geschichte ist sehr anrührend, vor allem die Musik ist phänomenal stark!

Sind Sie in der Musik Händels zu Hause?

Das kann ich so nicht sagen. Wir haben ja hier in der Semperoper einige Händelopern im Repertoire, in denen ich nicht besetzt bin, was ich sehr bedaure, weil ich mich in der Barockmusik zu Hause fühle. Bach ist mir natürlich näher, tiefgründiger, während Händel eher der Showmaster war.

Hat sich dieses harte Urteil jetzt relativiert?

Das ist ganz positiv gemeint! Händel zielt mehr auf die Außenwirkung und ist nicht so introvertiert. Für mich persönlich hat Bach eine andere Dimension. Ich finde es aber spannend, mir eine neue Partie anzueignen.

Wie gehen Sie da praktisch vor?

Ich studiere sie zu Hause am Klavier ein, höre mir möglichst mehrere unterschiedliche Aufnahmen an, um verschiedene Fassungen kennen zu lernen und nicht Gefahr zu laufen, etwas zu imitieren. Das hat sich auch bei der Oper gut bewährt.

Seit wann widmen Sie sich dem Oratorien- und Konzertgesang?

Der damalige Kreuzkantor Martin Flämig hat mich als Solistin zu Konzerten eingeladen, als ich noch Studentin war, also ganz am Anfang meiner Karriere. Er hat mich gefördert, indem er mir Zugang zum oratorischen Repertoire verschaffte. Ich glaube, ich sehe das auch ein bisschen verklärt, denn ich verdanke ihm sehr viel. Er tauchte damals sogar bei der Taufe meiner Tochter in der Kreuzkirche auf. Ich besuche oft sein Grab auf dem Waldfriedhof am Weißen Hirsch.

Seit Martin Flämig ist Ihnen das Konzertpodium eine Heimat?

Sehr, denn hier trete ich als Person in den Hintergrund und versuche, ganz der Musik zu dienen - sie hat oberste Priorität. Ich bin oft traurig, wenn ein Regisseur mit einem Textheftchen in der Hand inszenieren will - in der Oper muss man mitunter die Musik regelrecht verteidigen.

Seit kurzem hat die Semperoper einen neuen Intendanten. Was wünschen Sie sich von ihm?

Er sollte Bewährtes bewahren, da denke ich vor allem an den Ensemblegeist, der hier und da schon bröckelt. Es ist ja schon der sechste Intendant während meines Engagements. Die letzten beiden Intendanzen waren aus meiner Sicht nicht die glücklichsten und künstlerisch fruchtbarsten.

Was ist anders, wenn Sie mit dem Kreuzchor singen?

Es ist mir jedes Mal Ehre und Ansporn, denn ich betrachte die Kruzianer als professionelle Sängerkollegen. Einige von ihnen kenne ich ja auch von der Opernbühne - als Pamina mit den drei Knaben. Die Kruzianer sind da mit Abstand die besten Sänger. Außerdem sind sie nett und galant.

Und was zeichnet ihre Stimmen aus?

Vor allem die Vokalwerke Johann Sebastian Bachs erfordern eine sehr instrumentale Führung der Stimme, vergleichbar mit einer Oboe. Diese Reinheit der Knabenstimmen deckt sich auch mit meinem Klangideal. Sie singen näher am Herzen.

Donnerstag, 17 Uhr, Kreuzkirche. Händel: "Salomo" HWV 67. Mit Ute Selbig und Monika Eder (Sopran), Britta Schwarz (Alt), Virgil Hartinger (Tenor), Georg Zeppenfeld (Bass), Dresdner Kreuzchor, Dresdner Kapellsolisten, Kreuzkantor Roderich Kreile (Leitung)

Karten an der Abendkasse ab 16 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.10.2013

Sebastian Konrad

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