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Kammersänger Werner Haseleu, Dresdens legendärer Moses, ist tot

Kammersänger Werner Haseleu, Dresdens legendärer Moses, ist tot

Kammersänger Werner Haseleu ist tot. Er starb am 29. Juni, wie die Komische Oper Berlin, deren langjähriges Ensemblemitglied er war, mitteilt. Werner Haseleu wurde am 2. Mai 1935 in Wittenberg geboren und studierte an der Leipziger Hochschule für Musik.

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Werner Haseleu als Moses (l.) mit Reiner Goldberg (Aron) 1975 in Dresden.

Sein erstes Engagement führte ihn an das Nationaltheater Weimar, dem er bis 1973 angehörte. Hier machte er schon bald mit großen Bass- und Baritonpartien wie Julius Cäsar, Leporello, Don Alfonso, Philipp II., Falstaff und Ochs von sich reden. "Er singt männlich konturiert, hat mit jedem Ton etwas zu sagen. Also kein blasser Tonproduzent, ein singender Mensch!", charakterisierte ihn der Musikwissenschaftler Ernst Krause. In Weimar auch traf Haseleu mit dem Regisseur Harry Kupfer zusammen, mit dem ihn bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben eine enge künstlerische Partnerschaft verbinden sollte.

1972 ging Kupfer als Chefregisseur an die Dresdner Staatsoper, und Haseleu folgte ihm nach. In seiner hiesigen Zeit hat er vor allem mit seinem Moses in der DDR-Erstaufführung von Schönbergs "Moses und Aron" 1975 Geschichte geschrieben. Dass das Werk in der Kupfer-Inszenierung, obwohl von den Parteioberen misstrauisch als "dekadent" beäugt, zu einem Publikumserfolg wurde und nach dieser Aufführung als durchgesetzt galt, war zu einem nicht geringen Teil der intensiven und bewegenden Darstellung der Titelfigur durch Werner Haseleu zu danken, schreibt die Komische Oper in ihrem Nachruf.

Als Harry Kupfer Chefregisseur der Komischen Oper Berlin wurde, war Werner Haseleu natürlich wieder dabei. Zu seinen unvergesslichen Auftritten an diesem Hause gehört laut Komischer Oper die Titelpartie in Aribert Reimanns "Lear", er war zudem in kleinen und großen Partien in "Eine Nacht in Venedig", "Cardillac", "Così fan tutte", "Hoffmanns Erzählungen" u.a. zu erleben und sich auch für die Sprechrolle des Bassa Selim nicht zu schade, die er mit Tiefe und Kraft darzubieten verstand.

Kammersänger Werner Haseleu habe sich sein Leben lang gern und oft der Herausforderung durch die Musik des 20. Jahrhunderts gestellt, heißt es weiter. Außer bei den bereits erwähnten Werken wirkte er u. a. bei den Uraufführungen von Udo Zimmermanns "Levins Mühle", 1973 in Dresden, und "Der Schuhu und die fliegende Prinzessin (1976 ebenfalls Dresden), Siegfried Matthus' "Judith" und Georg Katzers "Antigone oder Die Stadt" mit. Auf Schallplatten wurde seine Stimme bei den Einspielungen von Jean Kurt Forests "Die Blumen von Hiroshima", Udo Zimmermanns "Levins Mühle" und auf der berühmten Aufnahme von "Moses und Aron" (mit Reiner Goldberg als Aron) unter der Leitung von Herbert Kegel festgehalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2012

-ße

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