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Kammersänger Peter Schreier lädt zur IX. Schumanniade Kreischa ein

Musikfestival Kammersänger Peter Schreier lädt zur IX. Schumanniade Kreischa ein

Der Dresdner Kammersänger Peter Schreier veranstaltet mit dem Kunst- und Kulturverein „Robert Schumann“ Kreischa e.V., dessen Ehrenvorsitzender er ist, vom 17. bis 19. Juni 2016 die IX. Schumanniade Kreischa: ein feines, erlesenes Festival vor den Toren Dresdens..

Der junge Pianist Alexander Krichel wird im Rahmen der IX. Schumanniade Kreischa in einer Matinee im Schloss Reinhardtsgrimma gastieren.
 

Quelle: Uwe Arens / Sony Classical

Kreischa.  Es ist, als ob Robert Schumann (1810-1856) in und um Dresden jetzt einmal konzentriert die öffentliche Aufmerksamkeit erfährt, die ihm an diesem Ort eigentlich regelmäßiger gebühren würde. Denn in seiner Zeit hier entstanden trotz physischer und psychischer Probleme des Komponisten solch wichtige Werke wie seine 2. Sinfonie C-Dur, schrieb er das „Album für die Jugend“, seine Oper „Genoveva“ und die Bühnenmusik „Manfred“, zahlreiche Lieder und weitere Vokalwerke, er vollendete sein Klavierkonzert und die Schlussszene aus Faust II (Fausts Verklärung).

Eben erst ist die verdienstvolle Schumann-Ehrung des Sächsischen Vocalensembles zu Ende gegangen (DNN berichteten), und im sächsischen Zwickau läuft unter Dresdner Beteiligung der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb, da ruft Dirigent und Kammersänger Peter Schreier wieder in die sanfte und beschauliche Landschaft bei Kreischa, um dem Werk Schumanns zu huldigen und dabei auch wieder ein zu Unrecht wenig gespieltes Werke wiederzuerwecken. Schreier, in Unruhestand getretener Lied-Interpret par excellence, veranstaltet mit dem Kunst- und Kulturverein „Robert Schumann“ Kreischa e.V., dessen Ehrenvorsitzender er ist, die mittlerweile IX. Schumanniade Kreischa; ein feines, erlesenes Festival, das vor allem daraus seine große Anziehungskraft erhält, dass hier einer das Programm verantwortet, dessen künstlerische Laufbahn auch durch Robert Schumanns Werk geprägt war und der bestens mit diesem vertraut ist.

Im Frühjahr 1849 haben die Schumanns mit ihren Kindern in der idyllischen Gegend gute Tage, in sicherer Entfernung vom pulverdampfenden Dresden, wo der Aufruhr lärmend die Musik macht. In der „traulichen Stille“ fließt es dem Komponisten aus der Feder, auch für seine Clara sind es glückliche, ja entspannte Tage, und sie konstatiert: „Hier ist es himmlisch, und wir haben nie das Frühjahr schöner genossen, als gerade dies Jahr inmitten aller Wirren der Außenwelt. Es ist, als ob das Schmerzliche von außen ganz entgegengesetzte Empfindungen in meinem Manne erregt, denn gerade in letzter Zeit hat mein Mann die lieblichsten, friedlichsten Lieder gemacht, wo jeder glaubte, er würde sich in den fürchterlichen Schlachtsymphonien auslassen.“ Das erbauliche Asyl ist freilich von begrenzter Dauer, Mitte Juni 1849 kehren sie nach Dresden zurück. „Ach ja – von den Schmerzen und Freuden, die die Zeit bewegen, der Musik zu erzählen, dies, fühl ich, ist mir vor vielen Andern zuertheilt worden“, schreibt Schumann am 17. Juni 1849 an den Musikkritiker Franz Brendel ... „Die ganze Zeit über habe ich viel, sehr viel gearbeitet; noch nie drängte es mich so, ward mir’s so leicht.“ Im Dezember des schaffensreichen wie turbulenten Jahres erhält der Komponist das Angebot, Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf zu werden. Schumann nimmt an und verlässt Sachsen mit seiner Familie im September 1850.

Als Hauptwerk für die durch die Gemeinde Kreischa, den Freistaat Sachsen sowie den Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge geförderte Schumanniade 2016 hat Peter Schreier Schumanns Requiem op. 148 Des-Dur auserkoren. Ein, wie er sagt, „musikalisch hochwertiges und anspruchsvolles Werk“, das nicht hoch genug eingeschätzt werde und aus dem „Dornröschenschlaf geweckt“ werden müsse. Erklingen wird es zum Auftakt der IX. Schumanniade am Freitag, 20 Uhr in der Kirche zu Kreischa, in einer Bearbeitung für Solostimmen, Chor und Orgel von Peter Berg. Es singt der Sächsische Kammerchor, Leitung Fabian Enders, an der Wegscheider-Orgel spielt Matthias Eisenberg, die Gesamtleitung hat Peter Schreier, womit er ein weiteres Mal ans Pult tritt. Vielleicht nun aber doch zum letzten Mal, wie er, ein wenig schmunzelnd, im Gespräch überlegt.

Am Sonnabend, 20 Uhr, folgt im Schloss Reinhardtsgrimma ein Liederabend mit den Peter Schreier gut bekannten Sängern Ute Selbig (Sopran), Annette Markert (Alt), Lothar Odinius (Tenor) und Egbert Junghanns (Bass), die am Klavier von Ragna Schirmer und Camillo Radicke begleitet werden. Auf dem Programm stehen Brahms’ Liebeslieder-Walzer, ein Zyklus, den Peter Schreier selber sehr gern gesungen hat, u.a. mit Edith Mathis, Hanna Schwarz, Dietrich Fischer-Dieskau, wie er sich erinnert. Dazugestellt werden zwei Zyklen Robert Schumanns: Minnespiel op. 101, 1849 zu Texten von Friedrich Rückert entstanden, und Spanische Liebeslieder op. 138. Schumann vertonte im Frühjahr 1849 spanische Volkslieder und Romanzen für eine und mehrere Singstimmen, aber erst nach seinem Tod erschien im August 1857 der Zyklus bei Rieter-Biedermann in Winterthur mit der vierhändigen Begleitung und vermutlich Ende 1860 mit einem zweihändigen Arrangement.

Am Sonntag, 11 Uhr, schließlich gibt es eine Klavier-Matinee ebenfalls in Schloss Reinhardtsgrimma. Zu Gast ist Alexander Krichel. Er habe dessen 2013 mit dem Echo-Klassik geehrtes CD-Debüt „Frühlingsnacht“ gehört und sei absolut begeistert gewesen, erzählt Peter Schreier. Also lud er den 1989 in Hamburg geborenen Pianisten zur diesjährigen Schumanniade ein. Sein inzwischen drittes Album für Sony hatte Krichel übrigens Rachmaninow gewidmet und mit der Dresdner Philharmonie unter Michael Sanderling aufgenommen. Bei seinem Gastspiel zur IX. Schumanniade Kreischa wird der in London und Hamburg lebende Künstler u.a. Schumann-Lieder in Bearbeitungen von Liszt, Schubert und Mendelssohn spielen.

Karten für die IX. Schumanniade Kreischa (55 Euro bis 15 Euro – Hörkarten) gibt es über: Dr. Inge Adamski, Ahornstraße 4, 01731 Kreischa, Tel. 035206/185559, Fax 035206/31494, e-mail: schumanniade@kvkreischa.de

Von Kerstin Leiße

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