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Kabarett als Wirtschaftsfaktor - Neue Gesichter und ein neues Stück in der Herkuleskeule Dresden

Kabarett als Wirtschaftsfaktor - Neue Gesichter und ein neues Stück in der Herkuleskeule Dresden

"In einem Ensemble kann man alles diskutieren, aber schließlich muss einer entscheiden", sagt Wolfgang Schaller, seit 29 Jahren künstlerischer Leiter der Herkuleskeule.

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Detlef Nier, Mandy Partzsch, Brigitte Heinrich und Michael Rümmler (v.l.) proben derzeit für die Premiere von "VorzurückzurSeiteran".

Quelle: Hans-Ludwig Böhme

Seinen Posten hält der Kabarettist für notwendig - "andere Kabaretts arbeiten ohne Leiter, das merkt man dann am Programm." Und weil Nachwuchs schwer zu finden ist, bleibt Schaller auch weiterhin künstlerischer Keule-Leiter. Von Seiten der Gesellschafter werden Gespräche mit jungen Kollegen geführt, bis der richtige Nachfolger gefunden ist. Ein Zeitlimit haben sie nicht, und "es gibt viele Programme, die ich noch machen möchte", sagt Schaller selbst. Und so wird der heute 74-Jährige wohl auch seine Jubiläen im kommenden Jahr noch feiern können. Dann begeht er sein 45. "Keule"-Jubiläum und vollendet sein 30. Jahr als Leiter des Theaters am Sternplatz. Im Oktober wird Wolfgang Schaller zudem im Fernsehen zu sehen sein. Der MDR arbeitet derzeit an einem Film mit Persönlichkeiten der Unterhaltungskunst über ihre Erlebnisse in der Wendezeit. Der Keulen-Chef spricht darin mit Wolfgang Stumph über das damals brisante Polit-Kabarett und Stücke wie "Überlebenszeit".

Das Programm "Spätzünder" von Philipp Schaller und Erik Lehmann wird nach dem diesjährigen Sommerspezial (29. Juli bis 3. August) eingestellt. In der 18. Folge seien die Möglichkeiten nun ausgereizt, teilten die Macher mit. "Das finden wir sehr schade, aber es ist verständlich", meint Wolfgang Schaller dazu. Schaller junior und Lehmann werden natürlich der Herkuleskeule erhalten bleiben, ersterer mit Texten, letzterer als Mitglied des Ensembles.

Als Vorbereitung auf den Umzug in den umgebauten Kulturpalast - als Zeitrahmen gilt weiterhin Ende 2016/Anfang 2017 - wird das Management verstärkt. Neu im Team ist Uwe Klein, ehemals Leiter der Unterhaltungskunst im Kulturpalast, der sich derzeit einarbeitet und zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt den Posten als ökonomischer Geschäftsführer von Rainer Bursche übernehmen soll. Nach mehreren Personalwechseln auf dieser Stelle hoffen die Gesellschafter nun, mit Klein endlich den passenden Mann gefunden zu haben. "Es wird nicht leichter, unseren Saal vollzukriegen. Die Konkurrenz wächst", meint Schaller auch im Hinblick auf den Umzug. Er hofft sehr, dass der Termin gehalten werden kann. "Es ist eine Chance und eine Ehre, dass uns die Stadt im Kulturpalast einen Keller baut", erklärt der Kabarettist. Aber schließlich sei die "Keule" auch ein Wirtschaftsfaktor, rund 20 000 Touristen unter den Besuchern verzeichnet das Haus jährlich. Zudem sei man das Dresdner Theater mit den meisten Gastspielen und trage so den Namen der Stadt in die Welt, sagt Bursche. Um den schwierigen Umzug und weitere Probleme, die noch gar nicht absehbar sind, abzufangen, soll ein neuer Freundeskreis aufgebaut werden. Gewünscht sind Menschen "mit großen Namen, die uns wirklich beistehen, wenn wir Hilfe brauchen", formuliert der künstlerische Leiter. Konkrete Namen wollte er nicht nennen.

Neben all der Verwaltung geht es in der Herkuleskeule jedoch vor allem ums Kabarett, und so soll es bleiben. Neu im Ensemble ist als "Gästin" Mandy Partzsch, die derzeit mit Brigitte Heinrich und Kollegen das neue Stück "VorzurückzurSeiteran" probt. Premiere des "Gute-Laune-Programms trotz aller Bösartigkeiten" (Brigitte Heinrich) ist am 3. und 4. Juli jeweils 20 Uhr. Als neuen Autor konnte die "Keule" Moritz Neumeier gewinnen: "Den habe ich beim Zappen im Fernsehen gefunden", berichtet Schaller.

Die Auslastung der Vorstellungen konnte im vergangenen Jahr auf mehr als 80 Prozent gesteigert werden, 100 698 Besucher sahen Auftritte des Ensembles. In den ersten Monaten 2014 habe sich dieser Trend wie auch der zu etwas jüngerem Publikum erhalten. 123 Mal waren die Ensemblemitglieder 2013 zu Gastauftritten in ganz Deutschland und in Brüssel unterwegs. Die Auswärtsgastspiele sollen auch in dieser Saison erhalten bleiben, genau wie die Freilichtauftritte im Sommer. Auf dem Plan stehen auch weiterhin zehn verschiedene Programm. "Das sind zu viele, aber wir wissen nicht, welches wir absetzen sollten", erklärt Wolfgang Schaller.

Ein Jubiläum steht bereits in diesem Sommer an: Die 700. Vorstellung (500 im Haus, 200 Aufführungen als Gastspiel) von "Leise flehen meine Glieder" über das Altern. "Die Kollegen wachsen Jahr für Jahr mehr in diese Rollen", scherzt "Keule"-Urgestein Schaller. Die Vorstellung ist bereits nahezu ausverkauft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2014

Franziska Schmieder

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