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Junges Sinfonieorchester startet furios ins Jubiläumsjahr

Junges Sinfonieorchester startet furios ins Jubiläumsjahr

Wie präzise Hammerschläge lässt Sebastian Geibel seine Finger über die Tasten des Konzertflügels tanzen. Der 17-Jährige bringt mit dem Jungen Sinfonieorchester des Landesgymnasiums für Musik Carl Maria von Weber in Dresden eine elektrisierende Interpretation von George Gershwins (1898-1937) "Concerto für Klavier und Orchester in F" auf die Bühne.

Der lebhafte Gershwin ist das letzte Stück, das anlässlich des diesjährigen Jahreskonzertes des Landesgymnasiums im Konzertsaal der Dresdner Musikhochschule erklingt. Ein furioser Schluss für diesen knapp dreistündigen, musikalisch vielseitigen wie spielerisch niveauvollen Abend.

Wenn hier am Landesgymnasium der musikalische Nachwuchs für Sachsen heranwächst, lässt das Gutes hoffen. Denn die jungen Musiker begeistern in diesem Konzert mit fünf Kammermusikwerken, die sie unter der Leitung von Wolfgang Behrend mit jugendlicher Spielfreude, immer konzentriert auf den Kern des Werkes, schnörkellos und doch spannungsvoll darbieten. So startet der Abend klassisch mit Mozarts (1756-1791) Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 in G-Dur, bei dem die junge Solistin Konstanze Heinicke das Zepter mit großer Souveränität in der Hand hält. Das Orchester folgt ihrer klaren Interpretation des Stückes passgenau, überlässt der Solistin klar die Führung, die sie über den von großer Getragenheit geprägten zweiten Satz bis zum Schluss im präzisen Spiel vollendet.

Im Anschluss dann das Concertino für Tuba und Streichorchester von Jan Koetsier (1911-2006), ein selten gespieltes Werk. Solist Karl-Wilhelm Hultsch beweist an der Tuba hier viel Gefühl, indem er sich in einem untypisch zarten Bläserduktus auf den Dialog mit den Streichern einstellt, hin und wieder gelingt es ihm sogar, sein Instrument ganz sachte zum Singen zu bringen. Wolfgang Behrend schöpft indes die ganze Spannung aus dem Stück, indem er Streicher- und Tuba-Stimmen bald gegeneinander stellt, um sie dann wieder in Einklang zu bringen.

Nicht minder faszinierend gerät auch das Concertino für Fagott und Orchester von Rudolf Maros (1917-1982). Aurelius Benedikt Voigt und sein Fagott entwickeln hier faszinierende Präsenz. Behrend betont vor allem im zweiten Satz das Pathos des Stückes, führt dabei mit dem Orchester geradezu in einen klanglichen Sog hinein.

Erst nach der Pause jedoch scheinen der Druck und die Anspannung, die so ein großes Konzert vor ausverkauftem Saal mit sich bringt, gänzlich von den jungen Musikern abzufallen. Endlich geben sie sich ganz dem unbefangenen Spiel hin und bringen eine berauschende "Finlandia" von Jean Sibelius (1865-1957) zu Gehör. Als hätten sie in der Pause noch einmal richtig Kraft geschöpft, lassen sie das Werk mit fast brachialer Vehemenz durch den Konzertsaal rauschen, wie einen nordischen Sturm aus Noten.

Der wird in diesem Jahr, in dem das Landesgymnasium sein 50-jähriges Bestehen feiert, wohl noch an manch anderer Stelle toben. Das Junge Sinfonieorchester bringt den Sibelius etwa bei den Dresdner Musikfestspielen im Mai dieses Jahres noch einmal zu Gehör. Zudem spielt das Orchester am 4. Juli (11 Uhr) beim Festkonzert in der Semperoper Dresden auf. Das Jubiläumsprogramm des Gymnasiums verweist darüber hinaus auf viele andere Veranstaltungen, die Vorfreude machen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.02.2015

Nicole Czerwinka

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