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Junge Kreative erhalten in Dresden den Deutschen Multimediapreis mb21

Medienfestival 2016 Junge Kreative erhalten in Dresden den Deutschen Multimediapreis mb21

Das Dresdner Medienfestival entstand 2004 als Rahmenprogramm für den Deutschen Multimediapreis mb21, dem Kreativwettbewerb für alle bis 25 Jahre. Man wollte nämlich nicht nur die Einreichungen junger Menschen aus ganz Deutschland präsentieren, sondern auch die Werkzeuge vorstellen, mit denen diese arbeiten.

27 Projekte und ihre Macher wurden beim Deutschen Multimediapreis mb21 ausgezeichnet.

Quelle: Philipp Baumgarten

Dresden.  Laserschwerter bauen. Die Augen der kleinen und großen Besucher in den Technischen Sammlungen Dresden leuchten an diesem herbstlichen Samstag auf – und das schon im Foyer. Eine Etage höher lockt eine Abwandlung des 1972 von Atari entwickelten Spiels „Pong“ zum Duell. Die Kontrahenten drücken aber nicht irgendwelche Tasten, sondern ziehen jeweils an einem Seilzug, der den Schläger an der Seite steuert. Zuschauer können das Spiel über einen Buzzer beeinflussen, der den Ball zum Beispiel taumeln oder sehr schnell werden lässt.

Ein paar Meter weiter basteln die ganz Kleinen Prinzessinnen und Frösche oder auch Tore und Fußballspieler, um sie danach dank Stop-Motion-Technik buchstäblich zum Laufen zu bringen. Die Prinzessin gehört zur 6-jährigen Ahoefa, die mit ihrer Mutter Anke Tossah zum Medienfestival 2016 unter dem Motto „Verspielte Welt(en)“ gekommen ist. Dem Mädchen gefällt, dass man selbst etwas machen und es dann auch mit nach Hause nehmen kann. Mutter Anke sagt: „Mich hat daran interessiert, dass die Kinder lernen, selbst Geschichten zu gestalten, statt sie nur zu konsumieren.“ Und das ist hier mit und in verschiedenen Medien möglich.

Das Dresdner Medienfestival entstand 2004 als Rahmenprogramm für den Deutschen Multimediapreis mb21, dem Kreativwettbewerb für alle bis 25 Jahre. Man wollte nämlich nicht nur die Einreichungen junger Menschen aus ganz Deutschland präsentieren, sondern auch die Werkzeuge vorstellen, mit denen diese arbeiten. Die Besucher sollen die Medien verstehen und selbst kreativ werden, erzählt Kirsten Mascher, mb21-Projektleiterin am Medienkulturzentrum Dresden. Der Preis ist schon etwas älter als das begleitende Festival, geht heuer in die 18. Runde. Und während sich andere Wettbewerbe vorrangig mit dem Thema Film beschäftigen, geht es beim mb1 um alle Medien: Stop-Motion-Filme, Computeranimationen, Webauftritte, Apps, Videospiele und vieles mehr, wie Thomas Hartmann vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum in Remscheid erklärt. Dieses richtet zusammen mit dem Medienkulturzentrum Dresden den Multimediapreis aus.

Und so werden an diesem Samstagabend ganz verschiedene Menschen und Beiträge ausgezeichnet, von etwa 250 Einreichungen 27 mit Sach- und Geldpreisen prämiert. In der Altersgruppe Vorschule gewinnt die 6-jährige Jo Satolli de Crescenzo aus Berlin, die in Stop-Motion-Technik und gemalten Bildern die Geschichte eines blutrünstigen Skeletts erzählt. Den Untergang der Titanic zeigen wiederum sieben Jugendliche aus Paderborn, und zwar in LEGO-Stop-Motion und erfreulich kurzen elf Minuten. Zwei Millionen Besucher haben diesen Beitrag schon auf YouTube gesehen, im Fußballstadion durften sie ihren Film über den SC Paderborn vorführen. Bei mb21 gewinnt Hundbrax LEGO Movies den zweiten Preis in der Altersklasse 11 bis 15 Jahre.

Medienkritik übt dagegen das Projekt „Apayou – Experience the Future“. Zwei junge Münchner Filmemacher nehmen dabei die hippen Videos neuer Start-ups humorvoll auf die Schippe. Sie bekommen den ersten Preis bei den 16- bis 20-Jährigen. Andere entwickeln Apps und Webseiten, die Flüchtlingen in Deutschland bei der Organisation des Alltags helfen sollen. Oder denken über eine Klima-App nach, die dem Nutzer mitteilt, wann seine Lebensmittel ablaufen – denn schließlich landet in Deutschland viel Nahrung nicht im Mund, sondern im Mülleimer. Aber auch Blogs, Medienkunst und kreative Spiele werden honoriert.

Am Sonntag werden im Rahmen des Festivals, das zum dritten Mal in den Technischen Sammlungen Dresden stattfindet und auch die Dauerausstellung des Hauses nutzt, zudem die Ergebnisse der CrossMedia Tour 2016 vorgestellt. Von Juli bis Oktober konnten sich Dresdner Kinder und Jugendliche wieder in zahlreichen Workshops selbst ausprobieren. Die Bandbreite reichte dabei von der Arbeit mit dem Lasercutter im FabLab Dresden über eine Fotorallye mit dem riesa efau bis hin zu Hörgeschichten mit coloRadio.

Und so gehen zwei Tage Festival mit Preisverleihungen, neugierigen Kindern und Erwachsenen, die vor Retrogames in Erinnerungen schwelgen, zu Ende. Doch nach dem Festival ist vor dem Festival. Im April 2017 startet die nächste Ausschreibung für mb21, im Sommer eine weitere CrossMedia Tour. Um nicht nur Kindern spielerisch den positiven Umgang mit Medien näherzubringen, sondern auch Erwachsenen, Eltern sowie Großmüttern und Großvätern leuchtende Augen zu bescheren.

www.medienkulturzentrum.de, www.mb21.de, www.crossmediatour.de

Von Nadine Faust

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