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Jugendliche "tak-ticker" entwickeln am Theater Junge Generation ein Bühnenstück selbst

Jugendliche "tak-ticker" entwickeln am Theater Junge Generation ein Bühnenstück selbst

Themen bearbeiten, die man schon lange im Kopf hat, am besten mit dem Hobby, was man gerne treibt. Möglich ist das jetzt mit dem Projekt "tak-ticker" der Theaterakademie des Theaters Junge Generation.

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Die Darsteller Kristin Richter, Tim Slosarek, Alissa Voit und Selin Turan (v. l.) erzählen im Schrank Gruselgeschichten.

Quelle: Dietrich Flechtner

Hierbei entwickeln Jugendliche ein Bühnenstück selbst. Und zwar alles: Vom Entwurf der Geschichte über die Auswahl der Requisiten und der Kostüme bis hin zur eigenen Regie, unter professionellen Bedingungen und mit theaterpädagogischer Beratung. Das neueste Stück wurde von der 16-jährigen Schülerin Lena Höhlich entwickelt und trägt den Namen "Bis einer geht". Junge Amateur-Schauspieler setzen sich darin mit dem schwierigen Thema Scheidung auseinander. Es ist ein biografisches Stück und erzählt die Geschichten der mitspielenden Jugendlichen. Parallel dazu laufen die ebenfalls von Schülergruppen entwickelten Inszenierungen "Käfig(_)Mensch" und "Draußen ist das Paradies".

Ich besuche die Schauspielgruppe um Lena herum bei einer Probe. Die Gruppe besteht aus ihrer Regieassistentin Nora Fischer und den Akteuren Tim Slosarek, Alissa Voit, Selin Turan, Kristin Richter und Cynthia Hösterey. Alle sind miteinander befreundet, und einige haben auch schon vorher im TJG mitgewirkt. Seit November 2012 probt die kleine Gruppe wöchentlich zweimal.

Das Theaterstück, das morgen Premiere feiert, erzählt keine zusammenhängende Geschichte. "Es ist eine Art Collage mit vielen Monologen, die folgendermaßen aufgebaut ist: Wir holen erst ein großes Stück Kindheit in den Raum und kramen Erinnerungen heraus. Also alles ist gut. Irgendwann schwingt die gute Laune in Angst um, und dort kommt der Cut. Es wird erklärt, dass sich die Eltern scheiden lassen. Dann kommt ein Part mit Gefühlschaos, in dem es ganz viel um die Reaktionen und Erlebnisse nach der Scheidung geht. Am Ende schwingen wir wieder um und kommen im Heute an, es geht um die jetzige Sicht auf damals", erklärt Regisseurin Lena ihr Konzept. Schon bei der Probe bemerke ich die Vielfalt der Monologe der Spieler und mit welchen unterschiedlichen Facetten man allein das Thema "Eltern" darstellen kann, ohne dass hier schon von Scheidung die Rede ist. Ich stelle auch fest, dass Lena bei ihrer Inszenierung viel auf sogenanntes Kindsein und Unschuldigsein setzt. Gruselgeschichten, die im Schrank erzählt werden, und Kinder, die ihre Eltern beschreiben. Nüchtern, aber auch ehrlich und aufrichtig und mit einem gewissen Stolz. "Meine Mutter hat schöne Haare, nicht ganz so dunkel wie meine", sagt eine Darstellerin. Eine andere spricht über die Augenfarbe, wieder eine andere darüber, dass sie ihren Eltern alles erzählen kann. Ein Thema, ein Mosaik aus verschiedenen Geschichten, Ansichten und Menschen. Sie alle erzählen über dasselbe, jedoch mit unterschiedlichen Wendungen und unterschiedlichen Ergebnissen.

Der eigentliche Hintergrund für sie ist, den Kindern mal "eine Stimme zu geben", weil bei dem Thema ja meistens nur die Eltern gefragt werden. "Was die Zuschauer sonst noch rausnehmen möchten, sei ihnen freigestellt. Aber ich finde sowieso nicht, dass ich das versuchen sollte vorzugeben", meint Lena.  Es sei aber auf keinen Fall das Ziel, dem Publikum zu erzählen, wie schrecklich alles ist, und Mitleid zu erzeugen. "Ich fänd's schön, wenn wir ein paar Menschen auf eine angenehme Art berühren könnten", so Lena. Daher sollen nicht nur traurige Emotionen hervorrufen werden, sondern auch solche, die Hoffnung machen und zeigen, dass das Leben weitergeht und man auch das Beste aus der Scheidung der Eltern machen kann.

iWer das Stück gerne sehen will, kommt morgen um 19.30 Uhr zur Premiere ins Theater Junge Generation auf die Bühne auf der Treppe. Weitere Vorstellungen sind am Sonntag um 19.30 Uhr, am 14. Mai um 10 Uhr und am 6. Juni um 20.30 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.  

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.05.2013

Julia Berthold

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