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Jan Roth spielt im Thalia

Jan Roth spielt im Thalia

Sinnbus, das verdienstvolle Label u.a. von Hundreds, Miss Kenichi, Bodi Bill, Me And My Drummer und Einar Stray, feiert sein zehntes Jubiläum am Sonnabend groß in der Scheune.

Wir waschen noch vor. Ein Künstler aber, der ebenfalls auf Sinnbus veröffentlicht, feiert schon mal vor: Jan Roth kommt heute zur "Sunset Mission". Und die Mission lautet, einen Preis zu verteidigen.

Entschlossen gegen jeden Vorwurf des Anachronismus vergibt ein gemeinnütziges Gremium weiterhin seinen vierteljährlichen bzw. jährlichen "Preis der deutschen Schallplattenkritik". In der Sektion "Nu & Extreme", einer von über 20 Gattungen, taucht in der diesjährigen Novemberstraße der Besten das Album "L.O.W." von Jan Roth auf. Selten, dass man die Begründung der Jury ohne Murren zitieren mag: "Das instrumentale Debütalbum des Erfurter Musikers Jan Roth verbindet Postrock mit Neo-Klassik und etwas Elektronik. Neben den zahlreichen perkussiven Details, bei denen Roth mit unterschiedlichen Sounds experimentiert (im Sinne eines präparierten Pianos, aber mit Drumkit), trägt auch das Klavier bei zu einem dynamischen Kopfkino mit leisen, sanften wie lauteren Momenten, geraderen Beatstrukturen, Auf- und Abwallen sowie mit kleinen gewollten Holprigkeiten. Eine Liebeserklärung an die Sonnenseite der Melancholie."

Ein weiterer Künstler also, der keine Worte braucht. Und wenn, dann stellt er sich als Kollege in den Dienst von Bands und Solisten, die singen: Für die Geschwister Milner alias Hundreds spielt der gelernte Drummer - eben - Schlagzeug. Er ist im Studio oder auf der Bühne, wenn Clueso oder Max Prosa rufen oder eher unbekannte Postrock- und Jazzprojekte.

Skurril ist, dass sein Debüt erst entstehen konnte, als eine Band-Tour, für die Roth gebucht war, ausfiel. Freizeit wurde Aufnahmezeit, Wohnort der Aufnahmeort. Keine Wut über Entgangenes floss in Stücke mit Namen wie "Glühwürmchen", "Rastlos" und "Rinnsal" ein. Roth hatte die Ruhe weg, keine Hatz, dafür innere Einkehr. "L.O.W." bordet nicht über mit Elementen und Raffinessen, stellt Minimalismus nicht aus, dafür gibt es akustische Winkelzüge zuhauf. In der Mitte der 30er Lebensjahre angelangt, fließen Jan Roths Schulen und Studien in Sachen Klavier (ab fünf) und Schlagzeug (ab zwölf) nun erstmals auch auf einer eigenen CD zusammen. Platz haben sie zwischen Meditation und Assoziation, Wohlklang und Knick, namentlich neben den Platten von Ólafur Arnalds, Hauschka und Nils Frahm.

iJan Roth, heute, 20.30 Uhr, Thalia

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.12.2013

Andreas Körner

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