Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Jahrhundertfeier mit Festkonzert

Jahrhundertfeier mit Festkonzert

Der Innsbrucker Karl Maria Pembauer, einer der letzten Studenten Josef Gabriel Rheinbergers, war 1900 als Organist und Chordirektor nach Dresden berufen worden. Hier arbeitete er unter anderem eng mit Ernst von Schuch zusammen.

Dresden. Vor 100 Jahren gründete Karl Maria Pembauer den Sinfoniechor Dresden, ein aus ehrenamtlichen Mitgliedern bestehendes Ensemble, das den hauptberuflichen Opernchor unterstützen sollte.

Dieser Funktion wird er als Extrachor der Semperoper auch heute noch gerecht, in Wagner- oder Verdi-Opern, aber auch in Projekten, in denen er als alleiniger Chor eingesetzt wird, wie Henry Purcells "King Arthur" oder Dmitri Schostakowitschs "Moskau, Tscherjomuschki".

Kurzfristiger Solistenersatz

Sein einhundertjähriges Bestehen feierte der Sinfoniechor Dresden am Sonntag in der Lukaskirche mit Felix Mendelssohn Bartholdys "Lobgesang". Christiane Büttig hatte ihn einmal mehr vorbereitet, die Staatskapelle Halle begleitete, die Leitung des Konzertes hatte Jörn Hinnerk Andresen, der neue Chordirektor der Semperoper und damit Nachfolger Karl Maria Pembauers, übernommen.

Das Solistentrio war ein glückliches, und das, obwohl Ute Selbig krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste. Erst Sonntagmorgen hatte Jennifer Riedel ihre Partie übernommen, zu hörbaren Einschränkungen führte dies nicht. Im Gegenteil war gerade das Duett mit der Sopranistenkollegin Barbara Senator wunderbar ausgeglichen, wie in "Ich harrete dem Herrn-". Während Jennifer Riedels Sopran klar und hell erklang, erschien jener Barbara Senators etwas dunkler und voller, beide waren auf einem Niveau.

Der Chor überzeugte sowohl hinsichtlich der Gestaltung als auch der Textverständlichkeit. Gerade letzteres ist bei einem Werk, das Elemente einer Kantate bzw. eines Oratoriums aufweist, essentiell. Aber auch Tenor Steve Davislim erwies sich als hervorragende Besetzung, die Geschmeidigkeit der Stimme betreffend ebenso wie in der Textdeutung.

Ausgeglichenheit der Stimmen

Als Reise durch die Dunkelheit ins Licht wird Mendelssohns Werk oft beschrieben, beginnt aber schon hell und strahlend. Die Dunkelheit wird im erzählender Rückblick geschildert (Arioso und Rezitativ "Stricke des Todes-" in der Mitte des Werkes), den Steve Davislim eindrucksvoll gestaltete. Das Werk setzt also ein, wenn die Finsternis bereits überwunden ist. Der Sinfoniechor und die Staatskapelle Halle sowie Jobst Schneiderat (Orgel) verliehen dem "Lobgesang" jene jubelnde Strahlkraft, der "aufputschen" kann, doch auf übermäßige Suggestion verzichtete Jörn Hinnerk Andresen.

Mit ausgeprägten Pausen und Zurücknahme der Expressivität sorgte der den Schluss einleitende Choral "Nun danket alle Gott" für Besinnung, deutete der Chor differenziert Worte aus. Aber auch die Ausgeglichenheit der Stimmen zeugte von der Qualität des Chores und der Vorbereitung.

VON WOLFRAM QUELLMALZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr