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Jahresprogramm der Singakademie Dresden

Musik der Tausend Jahresprogramm der Singakademie Dresden

Das Jahresprogramm der Singakademie Dresden unter der künstlerischen Leitung von Ekkehard Klemm steht. Zum Auftakt bringt der Chor Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ zur Aufführung.

Mitglieder der Singakademie und künstlerischer Leiter Ekkehard Klemm.

Quelle: Masha Franke

Dresden. „Meine enge Verbundenheit mit Dresden und Ihrem Chor, und damit ein Bewunderer und Verehrer des Idealismus und der Beständigkeit des Chores, ist für mich immer gegenwärtig und berührend.“ Mit diesen Worten hatte Kurt Masur der Dresdner Singakademie 2009 zum 125. Gründungsjubiläum gratuliert. Mit seinem Tod im vergangenen Jahr hat das große Laienensemble nicht nur einen seiner früheren künsterischen Leiter (als die Singakademie noch Beethoven-Chor hieß) verloren, sondern zugleich einen besonderen Förderer. Für Masur wirkten die „Mitglieder der Chöre in höchstem Maße als Multiplikatoren für das einzigartige Verständnis von Musik, Kunst und Kultur, wie es in Deutschland seit langer Zeit gepflegt wird.“

Nun ist die Leistungsfähigkeit eines Chores keine Selbstverständlichkeit. In der Ausbildung und Arbeitswelt eingeforderte oder angestrebte Mobilität und Flexibilität bedeuten für ein Laienensemble wie die Singakademie Fluktuation und Wechsel in der Zusammensetzung und immer wieder Neuaufbau. Einerseits ist das als Chance für einen frischen, beweglichen Chorklang zu sehen, andererseits aber verlangt es Disziplin und den Willen, sich immer wieder auf Neues einzulassen. Dass der Singakademie und ihrem Leiter Ekkehard Klemm das gelingt, beweisen die gut besuchten und in ihrer Programmatik stets auf besondere Weise fordernden Konzerte. Und die Singakademie pflegt in ihrer künstlerisch breit aufgestellten Arbeit auch das generationenübergreifende Musizieren. Denn in ihr vereint sind gleich mehrere Chöre: Großer Chor und Kammerchor, Kinderchor und Seniorenchor.

Und weil Ekkehard Klemm nicht nur Leiter der Singakademie Dresden ist sowie Präsident des Verbandes Deutscher KonzertChöre (VDKC), sondern vor allem Professor für Dirigieren an der Dresdner Musikhochschule, führt er bewährte mit jungen Kräften zusammen, um so dem künstlerischen Nachwuchs Lern- und Auftrittsmöglichkeiten zu geben, die nicht selbstverständlich sind. Das Ergebnis eines solchen „work in progress“ mit dem in diesem Fall schon doppelt programmatischen Werktitel „Die Schöpfung“ kann das Publikum bereits am 6. März in der Dresdner Lukaskirche hören. Denn Haydns beliebtes Oratorium wird von der Singakademie, Mitgliedern des Sachsenringchores Zwickau und des Jenaer Madrigalkreises, Solisten und dem Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau dargeboten, und am Pult in Dresden – es gibt auch Aufführungen in Schneeberg und Kahla – stehen drei Teilnehmer des VDKC-Dirigierateliers „Chorsinfonik“ unter Leitung von Ekkehard Klemm: Felix-Immanuel Achtner, Anette Borck und Jan Arvid Prée. Sie werden jeweils einen Teil der „Schöpfung“ leiten.

In der Passionszeit stellt die Singakademie dann eine Wiederentdeckung in den Mittelpunkt: Vor einigen Jahren hatten Peter Gülke, Ludger Remy und Manfred Fechner die „Johannespassion“ von Georg Gebel d.J. (1709-1753) „ausgegraben“, die mit Dresden in Verbindung gebracht werden kann – Gebel wirkte ab seinem 26. Lebensjahr in der Privatkapelle des Grafen Heinrich von Brühl und war zwölf Jahre in der Stadt –, hier aber vermutlich noch nie erklungen ist. Für diese Aufführung am 23. März in der Dreikönigskirche versichert sich die Singakademie der Mitwirkung der auf historischem Instrumentarium musizierenden Batzdorfer Hofkapelle.

Ein ganz besonderer Höhepunkt des Jahres dürfte für die Chorsänger die Mitwirkung in einem Konzert der Dresdner Musikfestspiele werden. Schon allein der Name des erklingenden Werkes verweist auf das Singuläre dieses Auftritts, noch größere Bedeutung erhält der Programmpunkt, wenn man die Liste der Mitwirkenden liest: Für Gustav Mahlers 8. Sinfonie, die „Sinfonie der Tausend“, vereinen sich am 21. Mai auf dem Podium das Israel Philharmonic Orchestra, Musiker des Hochschulsinfonieorchesters Dresden, Solisten, der Prague Phiharmonic Choir, die Singakademie und der Universitätschor Dresden, der Knabenchor Dresden und der Kinderchor der Singakademie. Die Leitung dieses herausfordernden Ereignisses in der Kreuzkirche hat der israelische Dirigent Omer Meir Wellber.

Am 24. September gesellt sich die Singakademie zu den mitwirkenden Ensembles des Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft in Dresden, wobei sie in ihrem Programm „Lobgesänge“ den Bogen aus der Bachzeit ins Heute spannen will. Dafür komponiert Ekkehard Klemm, der aus seiner Kruzianerzeit eng vertraut ist mit dem Werk des Leipziger Thomaskantors, in Anlehnung an die Kontrapunktik Bachs ein Stück und nennt es „Ricercar à 5,9“. Für das Konzert in der Kreuzkirche, in dem außerdem Igor Strawinskys Psalmensinfonie und Felix Mendelssohn Bartholdys Lobgesang musiziert werden, gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Orchester der Staatsoperette Dresden.

Konzerte 2016 mit der Singakademie Dresden

6.3., 17 Uhr, Lukaskirche: Haydn „Die Schöpfung“

19.3., 17 Uhr, Kulturrathaus: Frühlingskonzert (Kinderchor)

23.3., 19.30 Uhr, Dreikönigskirche: Gebel „Johannespassion“

21.5., 20 Uhr, Kreuzkirche: Mahler 8. Sinfonie (Dresdner Musikfestspiele)

4.6., 20 Uhr, Brühlsche Terrasse: Treppensingen (Musikfestspiele)

2.9., 19 Uhr/3.9., 17 Uhr, Felsenbühne Rathen: Orff „Carmina burana“ (Landesbühnen Sachsen)

24.9., 20 Uhr, Kreuzkirche Dresden/
25.9., 17 Uhr, Marienkirche Großenhain: „Lobgesänge“ zum Bachfest Dresden

22.10., 17 Uhr, Schloss Albrechtsberg: Familienkonzert

29.10., 17 Uhr, Dreikönigskirche: Begegnungskonzert Kinderchor

10.12., 17 Uhr, Kirche Neuhausen, Erzgebirge/
11.12., 17 Uhr, Himmelfahrtskirche Dresden: Bach Weihnachtsoratorium

18.12., 17 Uhr, Christuskirche Strehlen: Herchet „Das geistliche Jahr“

16.12., 17 Uhr, Dreikönigskirche: Weihnachtskonzert Kinder- und Seniorenchor

19.12., 17 Uhr, Reformierte Gemeinde Dresden: Weihnachtssingen

30.12., 19.30 Uhr, Auferstehungskirche Dresden/
31.12., 19.30 Uhr, Lutherkirche Radebeul: Beethoven 9. Sinfonie

Am 22. Oktober lädt der Kammerchor zum beliebten Familienkonzert „... wieso, warum und wie gesagt ...“ ins Schloss Albrechtsberg ein; in der Adventszeit dann zum Bachschen Weihnachtsoratorium. Das wird Teil eins des schon traditionellen „Adventssterns“ der Singakademie; für das Konzert am 10. Dezember in der Kirche Neuhaus/Erzgebirge will man Kantoreien vor Ort zum Mitsingen einladen, für den 11. Dezember in der Dresdner Himmelfahrtskirche hiesige Schulchöre. Am 18. Dezember in der Christuskirche Strehlen folgt dann mit Jörg Herchets „Das geistliche Jahr“ Adventsstern Teil 2. Hier wird der Kammerchor der Singakademie mit dem Ensemble musizieren, das Herchets Werke wohl am besten kennt: die Meißner Kantorei 1961 unter Leitung von Christfried Brödel.

Weitere Jahresprogrammpunkte der Singakademie sind die Mitwirkung beim Treppensingen im Rahmen von „Dresden singt und musiziert“ im Juni, die dreimalige Aufführung der Orffschen „Carmina burana“ im September und Beethovens „Neunte“ in den Jahresendkonzerten der Landesbühnen Sachsen.

Der von Claudia Sebastian-Bertsch geleitete und erfolgreich weiterentwickelte Kinderchor bietet, neben der Beteiligung an etlichen Konzerten der „Großen“, ein Frühlingskonzert (19. März), ein Begegnungskonzert, zu dem man Gäste aus Budapest begrüßt (29. Oktober) und ein mit den Senioren gemeinsam gestaltetes Weihnachtskonzert (16. Dezember). Der Seniorenchor unter Leitung von Karl Hänsel, Dirigierstudent bei Prof. Hans-Christoph Rademann, trifft sich mit seinem Publikum, um „Durch Feld und Wald zu schweifen ...“ (Juni), nimmt im September teil am „Musikfest 60 plus“ in Bad Kissingen und bietet romantische Musik für Chor und Orgel unter dem Titel „Hör mein Bitten, Herr, neige dich zu mir!“ (Oktober).

Die Arbeit mit der Singakademie verlange Kontinuität, unterstreicht Ekkehard Klemm, der seit 2004 die Leitung innehat und durch seine eigene Beständigkeit den besten Beweis dafür liefert. Erfreulich sei dabei auch, dass der Singakademie Dresden e.V. aus einer Wirksamkeitsprüfung durch die Stadt Dresden im vergangenen Jahr mit so gutem Ergebnis hervorgegangen sei, so Klemm, dass die institutionelle Förderung 2016 um 10 000 Euro aufgestockt worden ist. Und das wiederum darf auch als Bestätigung dafür aufgefasst werden, was Kurt Masur meinte, als er die Menschen, die in Chören singen, als Multiplikatoren für das einzigartige Verständnis von Musik, Kunst und Kultur bezeichnete.

Wer sich dem anschließen möchte: Proben finden jeweils Montag (Großer Chor) und Donnerstag (Kammerchor) statt. Schnupperproben und Vorsingetermine sind jederzeit möglich. Gesucht werden v.a. Sänger und Sängerinnen bis 40 Jahre.

Von Kerstin Leiße

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