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Jacopo Godani will neue Wege gehen

Dresden Frankfurt Dance Company Jacopo Godani will neue Wege gehen

Seit vergangenem Jahr hat die Dresden Frankfurt Dance Company in Hellerau einen neuen Chef. Jetzt kündigt Jacopo Godani an, einiges anders zu machen, als sein Vorgänger Forsythe.

Der Choreograf Jacopo Godani will größeren Wert auf virtuosen Tanz legen.

Quelle: Dominik Mentzos/dpa

Dresden . Die Dresden Frankfurt Dance Company will unter ihrem italienischen Chef Jacopo Godani neue Wege gehen. „Wir unterscheiden uns stilistisch in fast allem, was William Forsythe in den letzten Jahren gemacht hat. Mein Tanzstil ist total anders“, sagte Godani, der im Vorjahr die Forsythe Company übernahm. Sie tritt inzwischen unter einem neuen Namen auf. Forsythe habe eine eher theatralische Richtung genommen, sagte Godani. „Mir geht es um virtuosen Tanz. Wir fühlen uns tänzerischen Traditionen mehr verpflichtet, ohne traditionellen Tanz zu bieten.“

Die Company sei noch jung. „Was wir zu tun haben, ist eine Basis zu errichten, auf der die Tänzer selbst künstlerisch noch wachsen und Erfahrungen sammeln können.“ Dabei sehe er sich allerdings nicht als Pädagogen. „Eine Tanzcompany ist keine Schule. Ein guter Tänzer muss wissen, wie er sich selber zum Erfolg bringen kann.“

In punkto Ausbildung sieht Godani Defizite in der ganzen Gesellschaft: „Ich bin mir nicht sicher, ob man die besten Lernerfolge erzielt, wenn auf der einen Seite der Lehrer steht und auf der anderen Seite Schüler das Wissen passiv aufnehmen. Auf diese Weise stirbt Kreativität. Wir brauchen einen eigenen Antrieb, müssen selbst unsere Erfahrungen machen und daran wachsen.“ Das heiße aber auch, sich selbst in Bewegung setzen und nicht auf das Wissen der anderen zu warten: „Nötig sind mehr Eigeninitiative und Kreativität in der Gesellschaft.“ Vieles lasse sich auch autodidaktisch erlernen.

Dass Dresden zuletzt mit den Demonstrationen des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses für negative Schlagzeilen sorgte, hat sich für Company mit dem Stadtnamen im Titel noch nicht negativ ausgewirkt, sagte Godani: „Wir werden zwar darauf angesprochen. Klar ist aber auch: Kultur und Kunst stellen eine Verbindung zu Menschen her, die positiv auf die Welt schauen.“ Er habe in Dresden nur Kontakt zu Menschen, die freundlich und gastfreundlich sind.“ Die Company beteilige sich wie andere Kulturinstitutionen an der Initiative Weltoffenes Dresden.

Am 4. Februar stellt Godani mit seinen Tänzern die neueste Arbeit im Dresdner Festspielhaus Hellerau vor. Dabei will er auch Videos, Licht und einen selbst geschriebenen Text auf die Zuschauer wirken lassen: „Man verbindet Tanz immer mit klassischem Ballett. Wir wollen ihn aber auf eine neue Weise entwickeln, ohne nur erzählerisch zu wirken. Die Zuschauer sollen ihre eigenen Empfindungen entwickeln.“ Godani sieht dabei Parallelen zur Musik: „Tanz muss funktionieren wie ein guter Rocksong und den Menschen ganz unmittelbar ansprechen.“

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