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Italo-Rocker Zucchero mit gewaltigen Programm in der Messe

Großes Kino im Breitwandformat Italo-Rocker Zucchero mit gewaltigen Programm in der Messe

Schon beim ersten Blick auf die Bühne ist klar: Hier wird nicht gekleckert! Alles ist groß und weit, verschiedene Ebenen sind zu sehen und ein riesiges Bühnenbild mit Herz im Hintergrund. Und dann kommt er, ganz im Stil eines Zeremonienmeisters, mit Zylinder auf dem Kopf: Zucchero.

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Italo-Rocker Zucchero

Quelle: Andreas Weihs

Dresden. Schon beim ersten Blick auf die Bühne ist klar: Hier wird nicht gekleckert! Alles ist groß und weit, verschiedene Ebenen sind zu sehen und ein riesiges Bühnenbild mit Herz im Hintergrund. Und dann kommt er, ganz im Stil eines Zeremonienmeisters, mit Zylinder auf dem Kopf und ausgebreiteten Armen lädt er die Zuhörer ein zu einem energiegeladenen, ungestümen, ja schon ebenso wilden wie langen Abend mit purem Rock’n’Roll: Zucchero.

„Partigiano Reggiano” und die riesige, überwältigende Lichtbatterie beginnt sich über den Köpfen der Musiker zu entladen, der Sound rüttelt die Magengegend auf, er ist laut und druckvoll. Vor allem: laut! Und dann diese Stimme, die alles erschüttert, die kracht und zielsicher auf jedem Ton landet, die rau ist und dennoch facettenreich und stets wiedererkennbar. Der Mann, der einst als Adelmo Fornaciari im italienischen Roncocesi das Licht der Welt erblickte, schart an diesem Abend ein Dutzend Musiker um sich, die seine Visionen live umsetzen. Mit dabei ist auch die Fusion-Legende und der Meister an der Hammond-Orgel Brian Auger, der vielen Liedern seinen Stempel aufdrückt, mit den Tasten zaubert.

Zucchero gliedert seinen Konzertabend in drei Teile. Zunächst stehen die Lieder seines aktuellen Albums „Black Cat“ im Mittelpunkt. Fast komplett spielt es der 61-jährige, Lieder wie „13 Buone Ragioni“, „Ti Voglio Sposare“, „Hey Lord“ oder „Fatti Di Sogni“ sind zu hören. Fetter Blues, Rock und Soul mischen sich da, selbst bei den balladesken Stücken zuckt man innerlich im Rhythmus mit. Und schon jetzt hält es viele Fans nicht mehr auf den fein aufgereihten Stühlen, sie stehen an den Seiten, und sie werden immer mehr. Auch in den Reihen stehen einige und klatschen den Rhythmus mit. Eine harte Aufgabe für die Sicherheitsleute, die bemüht sind, Ordnung zu halten. Schließlich haben die vorderen Blöcke gutes Geld für ihre Tickets bezahlt und möchten nicht nur gut hören, sondern auch einen Blick auf Bühne und Künstler haben. Dass nun Fans aus den hinteren Reihen nach vorn strömen, ist nicht in ihrem Sinne.

Auf einem riesigen, etwas schäbigen Brettergerüst, spielen die Bläser in luftiger Höhe, davor stehen Gitarristin Kat Dyson, die bereits in Princes Begleitband The New Power Generation die Saiten zupfte und Bassist Polo Jones, ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, veredelte er doch bereits Songs von Eric Clapton bis Sting. Doch das zentrale Element und nicht zu übersehen ist das überdimensionale Herz, in das Videos und Bilder projiziert werden. Darüber schwebt ein Kreuz. Das Bühnenbild wirkt sehr detailverliebt, lenkt aber nicht von der allseits präsenten Musik, den mitreißenden rockigen Klängen ab und das wohl auch aufgrund der charismatischen Persönlichkeit des Sängers, der es versteht, den Bogen zwischen purem Rock und gefühlvollen, aber dennoch kraftvollen Balladen zu schlagen und dabei noch das Publikum mitzunehmen. Das ist großes Kino im Breitwandformat. Optisch und musikalisch.

Jetzt geht es weit zurück. Dem zweiten Teil gehören Klassiker und Lieblingslieder, wie eine gefühlvolle Gospelversion des John-Fogerty-Songs „Long As I Can See The Light“ oder das Duett „Miserere“, das Zucchero 1992 mit Luciano Pavarotti aufnahm. Brian Auger darf sich an den Tasten austoben, mit aller Hingabe und Energie, der 77jährige ist kaum zu bremsen. Sein „Freedom Jazz Dance“ ist eine aufrüttelnde Mixtur aus Jazz, Funk und Rock. Stimmgewaltig zeigt sich Sängerin Tonya Boyd Cannon mit der von ihr gesungenen rockigen Version des B.B. King Blues-Klassikers „Rock Me Baby“. Eine smarte Überblendung in das nächste Kapitel.

Partytime. Im dritten Teil des Zucchero-Unterhaltungsprogramms zieht der Zylinderträger noch einmal alle Register, lässt seine Fans mit ihm feiern. „Overdose (d’amore)“, „Diavolo In Me“ und zum Finale das in Ehren ergraute, soul-poppige „Senza una donna (Without A Woman)“. Zucchero weiß, was seine Fans von ihm erwarten, und sie bekommen es. Keine Pause, dafür eine zweieinhalb Stunden andauernde, musikalisch spannende Reise von den 1980er Jahren bis in die heutige Zeit.

Tipp: Zucchero kommt zurück. Am 17.Juni 2017 Peißnitzinsel Open Air in Halle

Von Andreas Weihs

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