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Irische Band O Emperor gastierte im Beatpol

Irische Band O Emperor gastierte im Beatpol

Auf dem CD-Cover ist eine junge Dame zu sehen, die langsam zu einem Skelett wird. Oder ist es ein Skelett, das langsam zu einer jungen Frau wird? Letztere Deutung jedenfalls würde die Musik, die sich auf dem Rohling hinter dem Cover befindet, treffend beschreiben.

Denn die Stücke, die sich dort verbergen, katapultieren die knöchrigen Sechziger in die Jetztzeit und verleihen ihnen ein neues Gesicht.

Komponiert und gespielt wird diese Musik von der jungen Band O Emperor aus Irland, die in ihrer Heimat damit bereits beträchtliche Erfolge verbuchen konnte. Das Debütalbum mit dem Namen "hither thither", was soviel wie "hierhin und dorthin" bedeutet, schaffte es 2010 in Irland immerhin bis auf Platz sechs der Charts. 2012 wurde das Album auch hierzulande veröffentlicht, und zwar beim Dresdner Label K&F Records. Der erste Auftritt in Dresden folgte nun im Beatpol. Leider war das Konzert eher schlecht besucht, was angesichts der sehr eingängigen und durchaus massentauglichen Musik verwundert.

Wobei massentauglich in diesem Fall nicht mit anspruchslos verwechselt werden sollte. Denn O Emperor warten mit Harmoniewechseln auf, die man in der Popmusik nur noch selten hört. Früher, in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern, ist man so etwas öfter begegnet. Was auch für den mehrstimmigen Gesang von O Emperor gilt: Jeder der fünf Musiker singt Backing-Vocals, die Lead-Vocals teilen sich Pianist Philip Christie und Gitarrist Paul Savage.

Das mehrstimmige Singen müssen die Fünf in ihrem Proberaum rauf und runter geübt haben. Denn sie machen das wirklich verdammt gut. Die Stellen, an denen nur der Gesang erklingt, werden so auch die Höhepunkte des Konzerts, was nicht heißt, dass das Instrumentale hinterherhinken würde. O Emperor spielen ebenso genau und gefühlvoll, wie sie singen. Einen Fehler hört man während des ganzen Konzerts nicht, was angesichts des differenzierten und klaren Sounds im Beatpol kein Problem gewesen wäre. Live haben O Emperor Qualitäten, die Bands wie die Zombies oder The Move hatten. Und auch die Stücke können teilweise mit der Qualität von Bands dieses Kalibers mithalten.

Nur schade, dass sie sich viel zu oft im "Indie-Gedudel" verlieren. Gerade auf dem Album "hither thither" tritt diese Schwäche hervor. Live klingen die Stücke besser als auf Platte, weil sie echter klingen. Wenn O Emperor weiter an ihrem Stil arbeiten und ihre Stücke auf den Punkt bringen, kann man wirklich Großes erwarten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2012

Falk Ulshöfer

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