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Interview mit dem Dirigenten des Kreuz-Chores, Peter Kopp, über die hohen Anforderungen an den Chor

Interview mit dem Dirigenten des Kreuz-Chores, Peter Kopp, über die hohen Anforderungen an den Chor

Bevor der Dresdner Kreuzchor in der nächsten Woche bei den Internationalen Fasch-Festtagen im anhaltischen Zerbst auftritt, singt er bereits an diesem Sonnabend in der Kreuzkirche die 16-stimmige Messe von Carl Friedrich Fasch, der sich 1791 durch die Gründung der Singakademie zu Berlin unsterblich machte.

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Peter Kopp bei Proben mit dem Dresdner Kreuzchor.

Quelle: Kreuzchor

Die Messe stellt zugleich Beginn und ersten Höhepunkt des bürgerlichen Chormusizierens dar und lässt auf das Niveau der damaligen Sangeskunst schließen, denn sie ist äußerst anspruchsvoll und wird daher nur selten aufgeführt. Mit Chordirigent Peter Kopp, der am Sonnabend die Kreuzchorvesper und in Zerbst das Konzert leiten wird, sprach Sebastian Konrad.

Frage: Was ist so besonders an dieser "Missa à 16 voci", wie Carl Friedrich Fasch sie nannte?

Peter Kopp: Diese Messe erklingt beim Dresdner Kreuzchor zum ersten Mal und wurde meines Wissens in Dresden überhaupt noch nie aufgeführt. Sie stellt sehr hohe Anforderungen an die sechs Solisten, das hohe C ist für den Sopran ein ganz normaler Ton. Aber auch für den Chor ist das Werk sehr anstrengend.

Faschs Vater Johann Friedrich wurde in Dresden bekannt, weil er für den hiesigen Hof viel Instrumentalmusik lieferte. Welche Qualitäten hat sein Sohn?

Mit dieser vierchörigen Messe, die sich an altitalienischen Vorbildern orientiert, schuf Fasch das Schlüsselwerk, dass überhaupt Konzertchöre entstanden. Denn er fand zur Entstehungszeit weder Schulchöre noch Hofsänger, die dem Werk gewachsen waren. So studierte er die Messe mit seinen Privatschülern ein. Aus dieser Probenarbeit entwickelte sich in Berlin die Singakademie, die noch heute als die Urmutter der Konzertchöre gilt. Insofern ist die Messe ein Zeitdokument von außerordentlicher Bedeutung.

Wie kommt der Kreuzchor mit den hohen Anforderungen zurecht?

Die Messe ist schon eine Herausforderung, und bei 16 unterschiedlichen Stimmen ist sie schwierig zu proben, gerade in einer Zeit hoher Krankenstände. Anfangs fremdelten die Kruzianer auch ein wenig mit dieser Art der Musik, aber inzwischen macht es den Jungen großen Spaß, sich darauf einzulassen. Die Partien sind zum Teil wirklich sehr hoch, das ist physisch einfach anstrengend. So ein Aufwand lohnt sich nur, wenn man wie in diesem Fall auch ein Konzert damit bestücken kann, und wir sind sehr froh, dass wir bei den Internationalen Fasch-Festtagen in Zerbst damit auftreten können.

Was finden Sie persönlich an der Messe besonders?

Neuentdeckungen haben mir schon immer Spaß gemacht, und es ist einfach sehr schöne Musik, die unbedingt aufgeführt werden sollte. Außerdem halte ich es für wichtig, immer wieder den musikalischen Horizont der Kruzianer zu erweitern.

iKreuzkirche Dresden, 13.4., 17 Uhr: Kreuzchorvesper mit anschließender Gesprächsreihe "Kruzianern begegnen" zum Thema "Gesangsausbildung beim Dresdner Kreuzchor", Moderation: Grit Schulze (MDR Figaro)

Trinitatiskirche Zerbst, 20.4., 18 Uhr: Konzert bei den Internationalen Fasch-Festtagen

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.04.2013

Peter Kopp

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