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Inspiriert von der Moderne - Dresdner Volkskunstmuseum zeigt Wendt & Kühn in neuem Licht

Inspiriert von der Moderne - Dresdner Volkskunstmuseum zeigt Wendt & Kühn in neuem Licht

Weihnachtsschmuck und Avantgarde: Die berühmten Grünhainicher Engel mit elf Punkten auf den Flügeln entstammen dem Dresdner Hort der Kunst der 1920er-Jahre.

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Quelle: dpa

Eine Ausstellung im Museum für Sächsische Volkskunst zeigt, dass die Anfänge des weltbekannten Herstellers erzgebirgischer Figuren Wendt & Kühn in der Moderne liegen. Zum 100. Geburtstag des Familienunternehmens beleuchtet sie dessen frühe Geschichte und das künstlerische Umfeld der Gründerinnen Margarethe Wendt und Margarete Kühn, sagte Kuratorin Cordula Bischoff am Donnerstag.

Die Schau mit mehr als 300 teils erstmals gezeigten Exponaten - Spielzeug, Dokumente, Entwürfe und Figuren - ist Ergebnis jahrelanger Forschungen im Firmenarchiv.Sie zeigen, dass Wendt & Kühn moderne Designerinnen waren. Die Frauen studierten ab 1907 in der ersten Damenklasse der Kunstgewerbeschule, als es in Dresden brodelte, in Kunst, Kunstgewerbe und Architektur neue Wege gesucht und gefunden wurden. „Sie nahmen viele Einflüsse auf und setzten sie in eigene Entwürfe um, die in ganz verschiedene Richtungen gingen“, sagte Bischoff.

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Die Ausstellung zum 100-jährigen Firmenjubiläum basiert auf einer mehrjährigen Forschungsarbeit in den noch heute produktiv genutzten Archiven von Wendt & Kühn und wird vom 20. Juni bis 15. November 2015 gezeigt.

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Die Palette reicht von Servietten über Spielzeug und Grabmale bis eben zur erzgebirgischen Holzfigur. Das Weihnachtsthema sei da nur eine von vielen Produktlinien gewesen.Kleinmöbel, Puppenhäuser, Spielsachen, Näh- und Rauchutensilien sowie Entwürfe, Modelle und Bilder von Grabkreuzen belegen die Breite der Entwurfstätigkeit. Dabei schufen Wendt & Kühn auch „Tändelkram“ für die moderne junge Frau wie Zigaretten- und Streichholzhalter in Form witziger Figuren.

Sie entwickelten zudem, wie alle Künstler von Rang und Namen ihrer Zeit, moderne und kostengünstige Grabmale. „Das war um den Ersten Weltkrieg herum ein lohnender Geschäftszweig“, sagte Bischoff.Inspiriert wurden die Freundinnen auch durch Kontakte zu Künstlern, Architekten und führenden Persönlichkeiten der Dresdner Kunstszene. Die 1913 entworfenen Beerenkinder gewannen sofort einen Preis, die ersten Grünhainicher Engel stellten 1923 die Weichen für das heutige Sortiment. „Das Weihnachtsthema hat sich peu a peu entwickelt“, sagte Bischoff.

Die Öffnung des Archivs sei auch für die Familie eine Chance, die eigene Geschichte neu zu sehen, sagte Claudia Baer, eine geborene Wendt in dritter Generation. „Hier kann man sehen, dass Wendt & Kühn viel mehr ist als die Engel mit den elf Punkten.“

dpa

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