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Initiative Move It! Young führt Schüler in Dresden und Sachsen mit Hilfe von Filmen an aktuelle Themen heran

Initiative Move It! Young führt Schüler in Dresden und Sachsen mit Hilfe von Filmen an aktuelle Themen heran

In Sonntagsreden wird es von Bildungspolitikern stets aufs Neue betont: Lernen soll Spaß machen. Leider ist das nicht überall der Fall. Frontalunterricht und stures Auswendiglernen sind vielerorts noch immer an der Tagesordnung.

Dass es auch anders geht, beweist das Dresdner Bildungsprojekt Move It! Young. Seit 2009 bietet die aus dem Verein Akifra hervorgegangene Initiative Projekttage rund um menschenrechtliche und entwicklungspolitische Themen an.

"Wir arbeiten mit verschiedenen Dresdner Schulen zusammen und zeigen an den Projekttagen zunächst einen Film zu Problemen wie zum Beispiel Kinderarmut oder Rassismus", sagt Projektkoordinatorin Jacqueline Große. Wer nun glaubt, dass die Schulkinder ausschließlich im Kinosessel herumsitzen und sich passiv berieseln lassen, der irrt. Denn nach dem Film beginnt die eigentliche Arbeit. "Die Kinder bekommen im Anschluss eine Aufgabe gestellt und setzen sich in Gruppen mit dem Film auseinander", erklärt Große. In der Vergangenheit hätten sie unter anderem Plakate kreiert oder einen kurzen Videofilm gedreht, betont die 30-Jährige. Manchmal haben die Teilnehmer zudem Gelegenheit, in eine andere Rolle zu schlüpfen.

"Wir haben einmal Rollenkarten mit bestimmten Eigenschaften ausgegeben. Einige Kinder waren auf diese Weise plötzlich Bewohner von bitterarmen Ländern, während andere den ganz normalen westeuropäischen Lebensstil verkörperten." Anschließend habe der Projektleiter gesagt, dass jeder mit einem iPod oder anderen Besitztümern einen Schritt vorangehen soll und alle anderen an ihrem Platz verbleiben sollen. "Am Ende klaffte sichtbar einen große Lücke zwischen den Kindern, die zur reichen Welt gehören und denen, die arm sind", erinnert sich Jacqueline Große. Trotz des lebendigen Unterrichts gelingt es jedoch nicht immer, die Schüler zu überzeugen. "Wir hoffen zwar, dass wir jeweils die gesamte Schulklasse sensibilisieren können, aber es gibt stets einige Schüler, die man nicht erreicht", so Große. Neu ist das Bildungsprojekt Move It! Young in Dresden übrigens nicht. Bereits seit 2009 tritt das neunköpfige Team an Dresdner Schulklassen aller Schularten heran. Und von Jahr zu Jahr wurden es mehr.

"Wir bekommen von den Schulen ein sehr positives Feedback. So sind zum Beispiel Klassen aus dem Pestalozzi-Gymnasium oder dem Romain-Rolland-Gymnasium regelmäßig bei uns zu Gast." Veranstaltet werden die Projekttage meistens im Thalia-Kino in der Dresdner Neustadt. Allerdings scheuen die Initiatoren auch nicht die Reise in andere sächsische Regionen. "Seit letztem Jahr gibt es auch Projekttage außerhalb von Dresden. Unter anderem waren wir in Limbach-Oberfrohna und in Bautzen", sagt Jacqueline Große.

Damit fachlich alles korrekt ist, holen sich die Macher von Move It! Young immer einen Kooperationspartner mit ins Boot. In der Vergangenheit zählten der Ausländerrat Dresden, das Kulturbüro Sachsen oder das Netzwerk für Demokratie und Courage dazu. Trotz des großen Aufwands ist der Besuch der Veranstaltung für die Schüler recht preiswert. Gerade einmal 3 Euro zahlen sie für die Teilnahme. Refinanzieren lässt sich ein Projekttag auf diese Weise aber nicht. "Wir müssen Geld für die Referenten und die Filme bezahlen und sind deshalb auf weitere Förderung angewiesen. Unter anderem bekommen wir Geld vom Landesprogramm Weltoffenes Sachsen", so Große. Ein Großteil der Arbeit geschieht trotzdem unentgeltlich. So müssen die Mitglieder von Move It! Young jedes Jahr unzählige Filme sichten, bis sie fünf zusammen haben, die das jeweilige entwicklungspolitische Spektrum abdecken.

Zwei dieser Filme werden am Wochenende auf dem vom 1. bis 5. November dauernden Move-It-Festival im Thalia-Kino zum ersten Mal außerhalb der Projekttage gezeigt. Sie handeln von der Inklusion von behinderten Schülern in Deutschland sowie von Jugendlichen, die sich mit dem in den 1970er Jahren verübten Völkermord in Kambodscha auseinandersetzen. "Die Projekttage sind 2009 aus dem Festival hervorgegangen. Dennoch wollten wir es nicht strikt voneinander trennen, sondern auch Filme für Kinder in das Programm integrieren", so Große.

www.moveit-young.de/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.10.2013

Stephan Hönigschmid

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