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In der Comödie Dresden sind zwei Eigenproduktionen angekündigt

In der Comödie Dresden sind zwei Eigenproduktionen angekündigt

Die entspannte Szenerie am Tisch beantwortete eine Frage, die noch gar nicht gestellt worden war. Der Schauspieler und Regisseur Jürgen Mai saß neben den Comödie-Betreibern Stefan Schepnitz und Olaf Maatz, lockere Atmosphäre zum gestrigen Pressefrühstück, das die kommenden Premieren zum Thema hatte.

Mais Rückzug vom Intendantenposten, den er lange Jahre schon in der Vorgängereinrichtung Komödie bekleidete, hatte vor einem knappen Monat nämlich erst einmal einige Irritation hervorgerufen. Was im Anschluss an die Premiere "Dinner für Spinner" in der Comödie als überraschende Bekanntmachung daherkam, entpuppte sich nun bei genauem Hinsehen aber lediglich als ein geplanter Rückzug.

Er sei "durchaus erleichtert", nicht mehr Intendant zu sein, erzählte Mai gestern. Umso mehr wolle er sich auf die Doppel-Rolle als Schauspieler und Regisseur konzentrieren. Der Entschluss dazu, den Posten abzugeben, sei im Sommer gereift, flankiert von zahlreichen Gesprächen mit Schepnitz und Maatz, fügte Mai an. "Die Intendanz ist auch eine Riesenlast." Maatz machte klar, dass die Entscheidung darüber und auch die Wahl des Zeitpunktes ganz bei Mai gelegen habe. Der wiederum kam der ursprünglich Planung damit lediglich etwas zuvor. "Der 31.12.2011 war eigentlich immer die Deadline", sagte Maatz. Sprich: Am Jahresende wäre Mais Tätigkeit als Intendant eh beendet gewesen. 2003 hatte er in der damaligen Komödie diese Herausforderung angenommen und war nach dem Betreiberwechsel im Vorjahr wieder auf dem Stuhl gelandet, den er quasi eingesessen hatte.

Nach einem Nachfolger für Mai soll jedenfalls nicht gesucht werden. Schepnitz und Maatz vereinen künftig als Duo Direktion und Intendanz, Mai soll als Berater Beistand geben. Der Umgang mit dem Thema sei "freundschaftlich, kollegial, offen", sagte Maatz, begleitet von einem Nicken Mais.

Über die kommenden Inszenierungen wurde bei dem Pressetermin natürlich auch gesprochen. Am 11.11. steht die Uraufführung von "FlowerPower" bevor, ein Stück aus der Feder von Philipp Sonntag, in Szene gesetzt von Regisseur Matthias Kittner, der vor allem fernseherfahren ist, mit Comedians wie Kurt Krömer oder Markus Maria Profitlich arbeitet. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen zwei Schwestern, die sich lange Jahre nach ihrer Hippie-Zeit wiedersehen und sich gegenseitig immer noch vorgaukeln, an den einstigen Idealen festgehalten zu haben. Wobei es, so ist der Lauf der Welt, natürlich ums Geld geht.

"Es ist ein Stück mit hohem schauspielerischen Potenzial, aber gleichzeitig auch eine Herausforderung für Komödianten", schätzte Kitter die Vorlage ein. In den täglichen Proben der vergangenen fünf Wochen sei viel herausgekitzelt worden. Kitter sprach von einer "modernen, gut geschriebenen Boulevardkomödie", die Ironie, Witz und Gesellschaftssatire in sich vereine. Maatz, der übrigens die Regieassistenz bei "FlowerPower" übernommen hat, verspricht Rasanz auf der Bühne. Für Schepnitz reiht sich das neue Stück zudem ein in das, "was wir wollen im Haus": eine Auffrischung des angejahrten Boulevardtheaters. Für ihn sei das "kein Standardstück". Kleiner Gimmick: Zur Premiere gibt es ein besonderes Angebot für alle Flower Power-Zeitgenossen. Wer zwischen 1945 und 1955 geboren wurde, bekommt das Ticket an der Theaterkasse für 11,11 Euro.

Am 25. November legt die Comödie mit ihrem Weihnachtsstück "Des Kaisers neue Kleider" nach. Christian Kühn zeichnet für Buch und Regie verantwortlich. Schepnitz verspricht ein schrilles Ausstattungsstück: "Wir wollen uns austoben." Kühn macht in seiner Vorlage den modevernarrten Monarchen kurzerhand zu einer Frau - mit allen Konsequenzen. 2012 aber soll "Die Weihnachtsgans Auguste" wieder das Weihnachtsprogramm dominieren, zumindest wenn es nach Maatz geht.

Aber noch einmal kurz zurück zu Jürgen Mai. Ihm bleibt nun mehr Zeit fürs Schauspielerische - auch vor der Kamera, wo er gerade beim ZDF der Reihe "Terra MaX" ein Gesicht gibt, einem kindgerechten Ableger von "Terra X". Und auch mehr Freizeit sollte bleiben. "Zuletzt hatte ich 2002 mehr als drei Tage zusammenhängend Urlaub." Weniger ist nicht immer mehr. Torsten Klaus

Tickets im Vorverkauf unter Telefon 0351/86 64 10 oder kasse@comoedie-dresden.de

www.comoedie-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.11.2011

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