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In Museumsdepots ist Platz knapp – Großer Bedarf in Dresden

Staatliche Kunstsammlungen Dresden In Museumsdepots ist Platz knapp – Großer Bedarf in Dresden

Nachdem viele Museen in Sachsen saniert worden sind, fehlt jetzt oft der Platz in ihren Depots. Auch ist deren baulicher Zustand nicht immer optimal. Das gilt auch für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Blick in das Gläserne Depot der Skulpturensammlung im Dresdner Albertinum.

Quelle: dpa

Dresden. In den Depots der sächsischen Museen wird der Platz knapp. Deshalb hoffen die Museumsleute selbst renommierter Häuser auf Neubauten oder Erweiterungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. So unterstützt etwa das Kunstministerium in Dresden nach eigenem Bekunden den Wunsch der Staatlichen Kunstsammlungen nach einem Zentraldepot. Es gebe dringenden Handlungsbedarf etwa für die Gemäldegalerien Alte und Neue Meister, die Rüstkammer, das Kunstgewerbe- und das Volkskunstmuseum, die Porzellan- und die Skulpturensammlung sowie den Kunstfonds, heißt es. Die Depots seien baulich zum Teil noch auf Nachkriegsniveau. Diese genügten aktuellen konservatorischen und logistischen Ansprüchen nicht, zudem herrsche Platznot.

Auch die Chefin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ingrid Mössinger, kämpft bei der Stadt schon länger um mehr Ausstellungs- und Depotfläche. Die Sammlungen seien seit 1860 auf etwa 75.000 Kunstwerke angewachsen, nur etwa zwei Prozent des Bestandes könne gezeigt werden. „Die Räume sind fast zu 100 Prozent ausgelastet“, heißt es.

Das Museum der bildenden Künste in Leipzig präsentiert sich seit 2004 in einem Neubau. „Wir können über die Depots nicht klagen“, sagt Museumssprecher Jörg Dittmer. „Aber wir haben in dem nun attraktiven Haus einen guten Zuwachs bei den Sammlungen.“ In vier oder fünf Jahren könne es Platzprobleme geben. Deshalb werde in der Stadt nach einer gemeinsame Lösung für alle städtischen Museen gesucht. Der Bedarf sei bekannt, bestätigt das Kulturamt. Aber leider sei derzeit kein geeignetes Objekt in Sicht.

Das Depot des Landesamtes für Archäologie in Dresden, dessen beste Stücke im Chemnitzer Sächsischen Museum für Archäologie zu sehen sind, galt Ende der 1990er Jahre bundesweit als mustergültig. „Die vier Meter hohen Regale werden von Elektromotoren bewegt“, sagt Sprecher Christoph Heiermann. Alle Objekte seien in Computer-Datenbanken erfasst. „Wir wissen genau, wo etwas steht.“ Mittlerweile habe es schon einen Anbau gegeben, langfristig werde noch ein weiterer benötigt.

Vorbildliches Depot in Weimar (Thüringen): Im Zentralen Museumsdepot der Klassik Stiftung betrachtet der Generaldirektor der Museen, Wolfgang Holler, im Gemäldedepot die Entwurfszeichnungen von Henry van de Velde. Etwa jeweils 2500 Gemälde und Möbel, 2000 Plastiken und 15.000 kunsthandwerkliche Objekte werden dort gelagert. Der Bau kostete 15,5 Millionen Euro. Foto: dpa

Quelle:

„Die Museen haben es zumeist schwer, von den Trägern Geld für Depots zu bekommen“, sagt der Vorsitzende des Sächsischen Museumsbundes, Joachim Breuninger, in Dresden. Einen Grund dafür sieht er darin, dass Depots weniger sichtbar seien als die Ausstellungen der Museen. Viele Depots seien nicht klimatisiert. In manche regne es sogar herein, beklagt Breuninger, ohne jedoch Beispiele zu nennen.

Die Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, Katja Margarethe Mieth, will bei den Kommunen als Träger vieler Museen aber mittlerweile ein Umdenken beobachtet haben. „Es wächst das Bewusstsein, dass Museen zur Kernaufgabe gehören“, sagt sie. Es gebe da „eine positive Tendenz“.

Als gutes Beispiel gilt unter anderem das Museum von Bautzen in Ostsachsen. Seit 2013 seien alle Bestände in einem Zentraldepot in einer umgebauten ehemaligen Schule im Stadtzentrum untergebracht, gleich gegenüber dem Museum, erläutert Museumschef Jürgen Vollbrecht. Zuvor seien die Sammlungen auf mehrere Außendepots in der Stadt und den Dörfern der Umgebung verteilt gewesen. „Das ist jetzt eine deutliche Entlastung.“

dpa

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