Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
In Dresden wird am 12. Oktober das diesjährige Heinrich Schütz Musikfest eröffnet

In Dresden wird am 12. Oktober das diesjährige Heinrich Schütz Musikfest eröffnet

Das Heinrich Schütz Musikfest bietet in diesem Jahr die großartige Chance, innerhalb einer reichlichen Woche zahlreiche bedeutende Größen der internationalen Alte-Musik-Szene hier in Dresden zu erleben, darunter so renommierte Künstler wie Ensemble Weser Renaissance Bremen, Hamburger Ratsmusik oder die Gambistin Hille Perl mit The Sirius Viols.

Neben hochkarätigen Konzerten einschließlich zweier Uraufführungen und einem Komponisten-Roundtable wird ab dem 12. Oktober unter dem Motto "Ein feste Burg ist unser Gott, Luther und die Musik" - Reminiszenz an das Themenjahr "Reformation und Musik" der Lutherdekade - auch zu Veranstaltungen für Familien, thematischen Stadt- und Sonderführungen, zu literarisch-musikalischer Unterhaltung und einer Exkursion durch die mitteldeutsche Orgellandschaft eingeladen. Ein üppiger, 43 Termine in den Schütz-Wirkungsstätten Bad Köstritz, Weißenfels und Dresden (und darüber hinaus) umfassender Festival-Kalender, der sich ganz bewusst nicht nur an die "eingeweihten" Alte-Musik-Liebhaber richtet, sondern verschiedenste Publikumsschichten sowie alle Generationen von Zuhörern einbeziehen möchte. "Es ist ein sehr selbstbewusstes, großes Programm, eines, das der Bedeutung Heinrich Schütz' tatsächlich angemessen ist", fasst Katrin Bemmann vom als Dresdner Kooperationspartner der veranstaltenden Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM) fungierenden Dresdner Hofmusik e.V. zusammen. "Schütz ist keine Nischenkultur, er ist nicht einer aus längst vergangenen Zeiten. Er hat berührende Musik geschrieben, die uns auch heute etwas sagt und die von vielen jungen Leuten mit großer Leidenschaft musiziert wird."

Die gewachsene Ausstrahlung des von den Dresdner Neuesten Nachrichten präsentierten Festivals, das einst als "Mitteldeutsche Heinrich-Schütz-Tage" vorrangig mit Lokalmatadoren der Alte-Musik-Szene der drei Bundesländer begann, betont man auch von Seiten der MBM. Geschäftsführerin Christina Siegfried sieht sie nicht zuletzt bestätigt in einer nicht nur kontinuierlichen, sondern leicht gewachsenen Förderung. Dank zusätzlicher Mittel vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (55000 Euro für den Themenschwerpunkt) sowie der Landeshauptstadt Dresden (die im insgesamt 17000 Euro umfassenden Fördertopf der kommunalen Partner den Löwenanteil trägt) verfügt das Musikfest über einen Gesamtetat von 250000 Euro, wovon 145000 von der MBM selbst kommen.

Für Schützens einstigen Hauptwirkungsort Dresden, dessen Oberbürgermeisterin Helma Orosz die Schirmherrschaft über das bis 21. Oktober dauernde Festival übernommen hat, ist in diesem Jahr die Eröffnung reserviert: Am 12. Oktober bietet der Dresdner Kammerchor in der Frauenkirche gemeinsam mit dem Dresdner Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann Ausschnitte aus den "Psalmen Davids". Als "Artist in residence 2012" wird der Chor diesen Meilenstein im Schaffen des Sagittarius in drei exklusiven Konzerten - neben Dresden in Weißenfels und Gera - in einer der seltenen Komplett-Aufführungen bieten. Die Solisten sind Dorothee Mields (Sopran), David Erler (Altus), Georg Poplutz (Tenor) und Stephan MacLeod (Bass), MDR Figaro überträgt das Dresdner Konzert live.

Ein neuer und besonders spannender Schwerpunkt im Programm verspricht die Reihe "Kontrapunkte Modern" zu werden, mit der das Festival Neues und Altes zusammenbringt und mit den Uraufführungen zweier Auftragswerke von Reiko Füting und Bernd Franke sowie einer Wiederaufführung von Lucia Ronchetti besondere Akzente setzt. "Die Komponisten zeigen auf, was man mit Schütz und den von ihm begründeten Traditionen heute anfangen kann - und dass diese Wurzeln immernoch frisches Grün hervorbringen", begründet Christina Siegfried die Horizonterweiterung. Alle drei Komponisten werden am 13. Oktober im KulturHaus Loschwitz beim Roundtable "Schütz heute - anders -neu" Rede und Antwort stehen. In zwei anschließenden Konzerten in der Loschwitzer Kirche präsentiert erst das Sächsische Vocalensemble unter Matthias Jung neben Schütz-Originalwerken Reiko Fütings neues Werk "in allem frieden" und sein 2011 entstandenes "als ein licht / extensio" (20 Uhr); dann macht das Calmus-Ensemble deutlich, wie unterschiedlich Komponisten in Vergangenheit und Gegenwart an die Vertonung des Psalms 116 herangehen, und stellt Werke von Johann Hermann Schein, Heinrich Schütz u.a. neben Auftragskompositionen von Steffen Schleiermacher, Bernd Franke (22 Uhr).

Bezüglich des Themenschwerpunkts "Luther und die Musik" machen die Veranstalter einmal mehr deutlich, dass die Reformation einen Grundstein für die europäische Musikkultur ab dem 16. Jahrhundert legte und zeigen die ungebrochene Traditionslinie von Johann Walter bis hin zu den großen protestantischen Werken des 18. Jahrhunderts auf.

Nicht nur die erwähnten "Psalmen Davids", die bereits bei ihrer Erstaufführung im Jahr 1617 in Dresden anlässlich der Feier des Reformationsjubiläums einen überwältigenden Eindruck hinterließen, stehen dabei im Fokus. Eine Lutherische Messe mit Werken von Schütz, Praetorius, Franck u.a. gestalten Musical Playground. Die Capella Fidicinia Leipzig stellt Texte und Lieder Martin Luthers in Bearbeitungen aus dem 16. Und 17. Jahrhundert vor, und The Playfords werden in einem literarisch-musikalischen Programm mit Liedern und Tänzen verschiedene Luther-Sprüche lebendig in Szene setzen. Dabei nimmt Christian Klischat alias Dr. Luther "kein Blat furs Maul" und lässt sich launig bis polternd über Gott, Tod, Teufel und die ganze Welt aus.

An die jungen Zuhörer richtet sich traditionsgemäß das Konzert "Schütz Junior!" mit Schülern und Ensembles des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden. Zudem ist ein Familienkonzert "Die echten Stadtmusikanten oder Wie die Blasmusik erfunden wurde" mit der Capella de la Torre im Angebot. Aber nicht nur hörender Weise, auf Konzertstuhl oder Kirchenbank, kann man Schütz und seinem Umfeld nahe kommen. Per pedes geht es mit Dr. Victoria Knebel im Rahmen einer Stadtführung zu den Lebens- und Wirkungsstätten des Komponisten in Dresden, mit Kunsthistorikerin Regina-Jutta Ponizil zur Sonderführung "Reformation und Gegenreformation im Bild" in die Gemäldesammlung Alte Meister sowie zur Führung "Luthers Lieder" mit der Kuratorin Kerstin Hagemeyer durch die Sonderausstellung zum Themenjahr der Lutherdekade in die SLUB. Eine Tagesexkursion mit Claus Fischer (Redakteur und Moderator des Orgelmagazins bei MDR Figaro) widmet sich Orgeln und ihren Restaurierungen.

Jedenfalls verlockt das stolze Angebot, mit dem man in Dresden erstmals auch im Coselpalais und in der Kirche "Maria am Wasser" zu Gast ist, zu "Mehrmals hingehen!". Dafür bieten die Veranstalter lukrative Ermäßigungen. Besonders zu empfehlen ist der Musik-Fest-Pass für 37 Euro, mit dem man sich halbe Preise bei allen Veranstaltungen sichern kann (auch an der Abendkasse). Auch Gruppenermäßigungen (bei einer Buchung ab zehn Karten in freier Auswahl 10% Rabatt) sowie ein Musik-Fest-Bonus (bei einer Buchung ab fünf Karten für fünf verschiedene Konzerte 10% Rabatt) werden gewährt, diese allerdings nur im Vorverkauf.

12. Oktober, 20 Uhr, Frauenkirche: Eröffnungskonzert Psalmen Davids - Dresdner Kammerchor, Dresdner Barockorchester, Hans-Christoph Rademann (19 Uhr Schütz-Residenz: Konzerteinführung)

13. Oktober, 17 Uhr, Kreuzkirche: Vesper Dresdner Kreuzchor; 18 Uhr Kulturhaus Loschwitz: Komponisten-Roundtable mit Lucia Ronchetti, Bernd Franke, Reiko Füting; 20 Uhr, Kirche Loschwitz: Werke von Schütz und Reiko Füting - Sächsisches Vocalensemble, Matthias Jung; 22 Uhr, Kirche Loschwitz: Vertonungen des Psalms 116 - Calmus-Ensemble

14. Oktober, 11 Uhr, Konzertsaal der Musikhochschule: Schütz Junior!; 17 Uhr, Kirche Loschwitz: Eine Lutherische Messe - Musical Playground

16. Oktober, 14.30 Uhr und 19.30 Uhr, Palais im Großen Garten: Texte und Lieder Martin Luthers - Capella Fidicinia Leipzig

17. Oktober, 20 Uhr, Schifferkirche "Maria am Wasser" Dresden-Hosterwitz: "Gottselige Hauß-Musik" - Margot Oitzinger (Mezzosopran), Richte van der Meer (Violoncello), Lorenzo Feder (Orgel)

18. Oktober, 17 Uhr, Buchmuseum SLUB: Sonderführung "Luthers Lieder" durch die Sonderausstellung zum Themenjahr der Lutherdekade; 20 Uhr, Festsaal Dreikönigskirche: "Dresden 1652" - Hamburger Ratsmusik

19. Oktober, 20 Uhr, Dreikönigskirche: Parallelvertonungen von Vulpius und Schütz - Ensemble Weser Renaissance Bremen

20. Oktober, 11 Uhr, Dreikönigskirche: Familienkonzert - Capella de la Torre; 16 Uhr, Gemäldegalerie Alte Meister: Sonderführung "Reformation und Gegenreformation im Bild"; 20 Uhr, Festsaal im Coselpalais: "Luther-Sprüche" - Christian Klischat, The Playfords

21. Oktober, 9 Uhr, Dresden - Görlitz - Dresden - Orgel-Fahrt Mitteldeutsche Orgellandschaft; 14 Uhr, Stadtführung "Schütz in Dresden"; 17 Uhr, Dreikönigskirche: Werke von Schütz und seinen Schülern - Dorothee Mields, The Sirius Viols, Hille Perl

Karten an allen bekannten VVK-Stellen sowie bei www.reservix.de. Tickethotline: 01805-700733 (0,14 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz; aus dem Mobilfunknetz bis 0,42 Euro/Minute).

www.schütz-musikfest.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2012

Silke Fraikin/Sybille Graf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr