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Immer wieder ohne Worte: Tom Quaas über alte und neue Projekte in Dresden

Immer wieder ohne Worte: Tom Quaas über alte und neue Projekte in Dresden

Es gibt Aufführungen, die schaut man sich überhaupt gern und mit viel Vergnügen auch ein weiteres Mal an. Weil beispielsweise die Qualität der Mitwirkenden wie auch die Faszination der Spielstätte so verführerisch ist, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

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Tom Quaas (M., mit Zylinder) als Direktor einer Schauspieltruppe, die ein gefundenes "Faust"-Buch pantomimisch umsetzt.

Quelle: PR

Bei FAUST OHNE WORTE in der Regie von Tom Quaas lässt sich das für die liebenswerte Theatermixtur aus Pantomime, Clownerie, Tanz und Gesang absolut garantieren, zumal allein schon die stets mit viel Aufwand international zusammengeführte, erlesene Darstellerschar so oder so die Neugier lohnt. Und auf Genussvolles will doch wahrhaft keiner verzichten - daran hat man einfach jederzeit Freude. Am 15. September startet eine neue Serie dieser Vorstellungen im Palais im Großen Garten Dresden. Dazu stellte Gabriele Gorgas dem stets kräftig fabulierenden Schauspieler und Regisseur Tom Quaas einige Fragen, auch in Hinblick auf seine kommenden Projekte.

Frage: Wie schaffen Sie es nur, diese abenteuerlich gemischte Besetzung tatsächlich erneut auf den Zeitraum von einer Woche in Dresden zu fixieren?

Tom Quaas: Das liegt vor allem an der unendlich langen Vorplanung. Wir wussten schon sehr früh, wann wir ins Palais können und haben sofort diese wunderbare bunte Truppe zusammengerufen.

Geld hat man oder man hat es nicht. Aber ist der Mangel schließlich auch ein Hinderungsgrund, um auf Träume zu verzichten?

Nein! Ich habe mich vom Mangel nicht abschrecken lassen. Wir haben eine große Gemeinschaft von Freunden und Bekannten des Theaterzirkus Dresden aufrufen können, zu spenden und konnten somit eine Basis für die Aufführungen im September schaffen. Außerdem ist die ehrenamtliche Unterstützung der Mitglieder vom Förderverein des Palais im Großen Garten zu nennen, die uns die komplette Brandwache stellen. Katrin Irmscher hat sich selbstlos in die Werbung und die Produktionsleitung hineingekniet und der Freundeskreis um Prof. Oehmichen und Matthias Stege hat uns nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch gedanklich an der Absicherung des Unternehmens "Faust ohne Worte" gefeilt. Aber die Hauptsache habe ich vergessen: Die Zuschauer, die Karten kaufen!!! Ohne sie geht es nicht! Ich danke Ihnen, machen Sie weiter so!

Um weiter arbeiten zu können, setzen Sie auch auf neue Finanzie- rungmodelle. Das scheint mit Charme und Tom Quaas offenbar zu funktio-nieren.

Mit der Idee der Hundert-Euro-Kleinstspenden haben wir viel erreicht. Auch dafür ein Dank an alle diejenigen, welche-! Ich glaube, es war weniger mein Charme, als vielmehr die Bereitschaft der Spieler, ins gemeinsame Risiko zu gehen. Das ist ein großer Rückhalt. Beim nächsten Projekt von BEETHOVEN OHNE MUSIK setzen wir ganz auf die Hilfe von Stiftungen. Wir sind gerade kräftig dabei, Anträge zu schreiben und Kostenpläne aufzustellen. Viel wichtiger ist jedoch bei all dem Finanziellen: Wir arbeiten an einem wundervollen neuen Konzept.

Poesie braucht das Theater, heißt es in Ihrem Flyer. Ist das ein Gedanke auch für künftige Projekte?

Ja! Ich begebe mich auf die Suche nach Poesie. Ich bekenne mich dazu. Es ist für mich eine kleine Vision im großen Getümmel der Ablenkungen von Fernsehen, Gameboys und den politischen Spielereien von links nach rechts auf der grünen Wiese vor den übergroßen Bankgebäuden. Es ist das Kleine, was für mich in dieser Zeit zum Großen wird.

BEETHOVEN OHNE MUSIK - lässt sich das realisieren? Und wie geht es weiter in dieser Folge "stiller" und auf eigene Weise beredter Ereignisse?

So wie der ertaubte Beethoven komponiert hat, so versuchen wir hörenden Macher des Theaterzirkus Dresden uns in die Welt von Gehörlosen hineinzuversetzen und nachzuempfinden, was für eine Stille oder was für eine Art von Geräuschen Beethoven gehört haben könnte.

Des Weiteren haben wir das große Glück, ein Festival auf uns aufmerksam gemacht zu haben, das unsere Fähigkeiten schätzt und gern ausnutzen will. Es handelt sich um das Klassik-Open-Air-Festival in Rheinsberg. Es wird neben der Tradition der großen ernsten Opern auch eine kleine humorvolle Schiene gesucht, die neue Besucher nach Rheinsberg ziehen soll. Ich kam auf die Idee, eine OPER OHNE SÄNGER anzubieten und erntete großes Interesse. Natürlich zeigen wir das Resultat ebenfalls in Dresden, vorzugsweise wieder im Palais im Großen Garten.

Was hält einen so kreativen Schauspieler und Regisseur in Dresden?

Was für eine Frage - meine Heimat! Ich möchte über die Ländergrenzen hinaus, und damit meine ich nicht nur die sächsischen, etwas Neues erleben, erlernen, erforschen und es immer hier in meiner Heimat in Form von Inszenierungen weitergeben. Sei es nun das Sprechtheater des Deutschen Theater Berlin, die Clownerie aus Frankreich oder auch eine erlebte Stille an einem See in Waldsieversdorf, wo der Komponist und Sohn taubstummer Eltern Helmut Oehring wohnt und arbeitet - er wird uns für BEETHOVEN OHNE MUSIK zur Seite stehen.

iFAUST OHNE WORTE, ab Sonntag (16 Uhr) im Palais im Großen Garten

Karten unter www.faust-ohne-worte.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2013

Gabriele Gorgas

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