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Imarhan aus Algerien rocken am Sonntag die Groove Station in Dresden

Debüt ohne T Imarhan aus Algerien rocken am Sonntag die Groove Station in Dresden

Natürlich wird es exotisch! Und natürlich ist es selten! Eine Rock(!)band aus Algerien in der Stadt! Imarhan sind gerade auf ihrer ersten groß angelegten Europatour, wieder darf also zu einer Erstbegegnung mit Folgen geladen werden – am Sonntag in der Groove Station.

Imarhan aus Algerien

Quelle: PR

Dresden.. Natürlich wird es exotisch! Und natürlich ist es selten! Eine Rock(!)band aus Algerien in der Stadt! Imarhan sind gerade auf ihrer ersten groß angelegten Europatour, wieder darf also zu einer Erstbegegnung mit Folgen geladen werden. Club-Tradition in Dresden!

Westafrikanische Musiker sind seit einigen Jahren vor allem für Kollaborationen „zuständig“. Tuareg-Bands stehen hoch im Kurs. Zuletzt kamen Dirtmusic (Chris Eckman & Hugo Race) mit zwei nativen Künstlern von dort, weil sie vor Ort gearbeitet hatten. Auf Platte erschien im Januar das überwältigende „In C - Terry Riley in Mali“, initiiert von Damon Albarn, Brian Eno, Nick Zinner und Jeff Wootton mit elf westafrikanischen Musikern als Fest der Polyphonie und -rhythmik. Von malischen Vorzeigebands wie Tamikrest und Tinariwen hat man längst zumindest gehört, zum Clubkonzertalltag in Europa gehören sie aber noch lange nicht, jedenfalls nicht fern der wirklich großen Städte.

Doch die Veränderung kommt schleichend. Imarhan könnten zu einer Art Vorreiter werden, denn: „Wir sind die neue Generation der Tuareg. Mit viel Kraft und Energie entwickeln wir den Tuareg-Sound weiter und fügen Blues-, Rock- und Funk-Elemente hinzu. Es ist ein globaler Mix“, sagt Iyad Moussa Ben Abderahmane, der sich kurz Sadam nennt und zum Sprecher des algerischen Quintetts geworden ist. Anfang 20 ist er wie seine Kollegen. Sie stammen aus Tamanrasset in Südalgerien. Wieder ein T im Namen, wie fast immer. Da fällt doppelt auf, dass dieser Buchstabe bei Imarhan fehlt ... Die Sprache der Tuareg heißt Tamashek, die beiden Bands, die die Tuareg-Musik, gern auch Wüstenrock benannt, von Afrika in die Welt getragen haben, fanden schon Erwähnung. Mit T! Wörtlich übersetzt, darf Imarhans Name durchaus auch die Pioniere meinen. Er meint: „Die, die mir etwas bedeuten“ Kein Wunder, gerade Tinariwen bestehen seit 1982 und haben die Folklore der Heimat und das Schaffen malischer Helden wie Ali Farka Touré und Habib Koité offensiv angefasst, statt sich allein von starken Wurzeln umschlingen zu lassen. Wieder einmal war die Hinzunahme der E-Gitarre der Auslöser dafür. Oder die sehr eigene Deutung des Wörtchens Soul.

Imarhan gehen als Vertreter einer wirklich neuen Generation noch einen Schritt weiter, wobei ihnen zeitgemäße Verbreitungsmedien als Multiplikator geholfen haben. Jetzt aber scharren sie schon seit geraumer Zeit mit den Füßen und wollen persönlich in die Clubs der Welt. Denn sie haben vor allem Feuerwerk dabei, nicht so sehr die aufgesetzte Botschaft. Im übertragenen Sinne nehmen sie den Nomadenstatus ihrer Tuareg-Vorfahren wieder ein. Die großen Tinariwen unterstützen sie, wo sie nur können. Dass Sadam der Cousin von Tinariwen-Bassist Eyadou Ag Leche ist, schadet jedenfalls nicht …

Imarhan sind neben Sadam noch Tahar Khaldi, Hicham Bouhasse, Haiballah Akhamouk und Abdelkader Ourzig. Zehn prächtige Songs sind auf ihrem selbstbetitelten, Ende April bei City Slang erschienen Debüt enthalten. City Slang - ein wohlbekanntes Label, das immer gut ist für Entdeckungen. Auf Imarhan sind sie im Slang-Stall alle besonders stolz! Sie dürfen es sein!

Imarhans Sound ist ein drängender Mix, der von pfiffig gespielten Gitarren lebt. Soul, Funk, purer Rock, raffinierter Pop, dazu diese Tuareg-Elemente, die nie ausgestellt daher kommen, sondern wirklich als Essenz einer Begegnung im Klangbild enthalten sind. Entstanden ist das Gerüst der Songs in Tahabort unweit von Tamanrasset, einem Marktplatz, der zum regelmäßigen Treffpunkt für Musiker geworden ist. Sadam sagt, für Imarhan waren es bereits zehn gemeinsame Jahre vor der ersten Platte an diesem „sehr schönen, ruhigen, vergleichsweise friedlichen, sicheren und sehr populären Ort mitten in der Wüste. Es gibt Tuareg in Mali, in Ägypten, Algerien, Libyen, aber Tamanrasset ist wirklich das Zentrum dieser Region mit langer Geschichte. Jeder Song auf dem Album hat ein Thema. Die Texte drehen sich um Liebe, den Alltag der Tuareg, über soziale Fragen und die Natur. Dieses Album ein echtes Resümee von Imarhan, es ist unsere eigene Geschichte und unser eigener Stil“.

Imarhan am Sonntag um 20 Uhr in der Groove Station

Von Andreas Körner

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