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Im Licht - 85 Kunstwerke bei 16. DNN-Kunstauktion versteigert

Im Licht - 85 Kunstwerke bei 16. DNN-Kunstauktion versteigert

Geblendet war der Auktionator nur kurz. Das Foyer des Sparkassenhauses am Güntzplatz lag ein paar Momente im Dämmerschein, lediglich ein paar Lampen erhellten die kleine Bühne.

Was im Theater funktioniert, erwies sich bei der gestrigen DNN-Kunstauktion zugunsten der jährlichen Hilfsinitiative "Dresdner helfen Dresdnern" aber als wenig praktikabel. "Ich weiß nicht, ob ich die Gebote noch erkenne", sagte Gisbert Porstmann, Chef der Städtischen Museen Dresden und seit Jahren sachkundiger "Mann mit dem Hammer". Kurz darauf ging die Luxzahl wieder hoch. Genau wie die Arme mit den Bieternummern.

Es war die mittlerweile 16. Auflage der Auktion, die am Dienstagabend über die Bühne ging. Sie vereinte 93 Kunstwerke von 72 Künstlern. 85 der Werke - Ölbilder, Aquarelle, Drucke, Grafiken, Fotografien, selbst eine Figur, ein Skulpturenrelief und ein Skizzenbuch - wechselten an diesem Abend die Besitzer. Der Verkaufserlös lag bei 39 925 Euro, die Ostsächsische Sparkasse stockte die Summe auf 44 444 Euro auf. Damit fließen unterm Strich 13 909,67 Euro in die DNN-Weihnachtsaktion "Dresdner helfen Dresdnern". Der "Freundeskreis Städtische Galerie - Atelierbegegnungen e.V.", mit dem seit Jahren eine enge Zusammenarbeit rund um die Auktion besteht, erhält 6954,83 Euro. Das Gros des Erlöses verbleibt bei den Künstlern selbst, die wie immer ihre Arbeiten weit unter den Galeriepreisen zur Verfügung stellten, um das karitative Ziel der Veranstaltung zu unterstützen.

Gleich mehrere Bilder konnten für eine vierstellige Summe ans zahlungswillige Publikum gebracht werden. Spitzenreiter war Eberhard von der Erdes Ölbild "Rhododendron - Erinnerung an Michail Wrubel", das 1700 Euro erzielte. Mandy Friedrichs Bild "Rosa" erhielt bei 1100 Euro den Zuschlag, Martin Mannigs "Katze klein" bei 1400 Euro, Hans-Peter Adamskis handbemalter Linoldruck "Dein Freund" bei 1200 Euro. Was besonders bemerkenswert ist, weil Adamskis Bild mit der letzten Losnummer 93 aufgerufen wurde. Die dabei erzielte Summe spricht für das Durchhaltevermögen und das Engagement der Bieter, wirklich bis zum Finale auszuharren.

Drei weitere Kunstwerke kratzten knapp an der Tausender-Marke. Ein Handoffset Eberhard Havekosts, Max Uhligs "Bildnisstücke Dr. Fritz Löffler" und Mandy Friedrichs "Kantine" wurden für je 950 Euro verkauft. Und nicht nur im "Bietersaal" selbst, dem Sparkassenfoyer, konnten sich die Käufer über die erworbene Kunst freuen. Für mehrere Werke lagen auch schriftliche Gebote vor, zwei davon setzten sich gegen die Bietergemeinde vor Ort durch: bei Günther Hornigs Mischtechnik "Figur" und Einhart Groteguts Collage "Ich bin ihr begegnet".

Das reichlich erschienene Publikum wurde auch Zeuge einiger kräftiger "Preisanstiege". Nicht ganz überraschend zählten dazu zwei Scherenschnitte Christiane Latendorfs, die für 170 Euro (Einstieg: 30 Euro) und 100 Euro (15) auktioniert wurden. Das letzte von Georg Baselitz handsignierte DNN-Kirchentagsplakat mit seinem Bild "Der Bote" schnellte von 50 auf 240 Euro nach oben. Matthias Kistmachers "Bug IV" legte von 280 auf 700 Euro zu.

Auch ein Skizzenbuch Gerda Lepkes war gefragt, der Preis stieg von 250 auf schließlich 600 Euro. Beim Zuschlag stand Porstmann wiederum im Licht der Aufmerksamkeit. Diesmal jedoch wegen einer Art Kollateralschaden: Mit seinem Hammer (der übrigens vom Künstler Veit Hofmann bemalt wurde) machte Porstmann aus seinem Wasserglas zwar keinen kompletten Scherbenhaufen, aber Bruch. "Wenn ich ein neues Glas bekommen könnte?" fragte er, begleitet vom amüsierten Lachen des Publikums. Aber der Ausrutscher sollte als Ausdruck von Engagement verstanden werden, das an diesem Abend bei vielen Beteiligten zu finden war. Als Kompliment sei angefügt: Wie immer. Und eine Fortsetzung folgt. Torsten Klaus

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.12.2011

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