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Im Interview: Kunstministerin Sabine von Schorlemer zu den Staatstheater-Plänen

Im Interview: Kunstministerin Sabine von Schorlemer zu den Staatstheater-Plänen

Sächsische Staatsoper und Staatsschauspiel Dresden sollen enger zusammenarbeiten und voraussichtlich bereits ab 2013 unter dem Namen Sächsische Staatstheater agieren (DNN berichteten), am Dienstag wurde die Belegschaft informiert.

Michael Ernst befragte zu den Plänen Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer.

Frage: Bedeutet die angekündigte Verschmelzung von Sächsischer Staatsoper und Staatsschauspiel Dresden ein Zurück zu früheren Strukturen?

Sabine von Schorlemer: Eine Verschmelzung ist nicht geplant, es wird nur auf den ersten Blick zu einer früheren Struktur zurückgekehrt. Der Staatsbetrieb "Sächsische Staatstheater" - hier ist ganz bewusst die Mehrzahl verwendet - wird gerade nicht unter der künstlerischen Leitung eines Intendanten stehen. Das Modell gewährleistet die künstlerische Integrität beider Häuser mit jeweils einem Intendanten, es erhält die Marken und nutzt trotzdem Synergiepotenziale.

Wie berechtigt ist die Sorge, dass das auf längere Sicht doch mit einem schleichenden Personalabbau verbunden sein wird?

Der beschlossene Stellenabbau ist bereits im Haushaltsplan 2011/12 dargestellt.

Kritiker fürchten, dass die "große" Staatsoper und das "kleine" Schauspiel nicht zueinander finden, ohne Schaden zu nehmen...

Vor beiden Häusern steht die sicher nicht einfache Aufgabe, die Schnittstellen zu definieren, Kompetenzen abzugrenzen und das in den Verwaltungsräten diskutierte Papier weiterzuentwickeln. Wichtig erscheint mir, in diesen Prozess die Belegschaften einzubinden. Mein Haus wird die Theaterleitungen dabei unterstützen und begleiten. Beide staatlichen Bühnen leisten künstlerisch Großartiges in ihrem Bereich.

Mit den angekündigten Probe- und Logistikzentren ist ein erheblicher Investitionsbedarf verbunden. Wie realistisch sind die Chancen, im nächsten Doppelhaushalt grünes Licht dafür zu bekommen?

Vorgesehen ist zum einen, durch eine Lagerung der Dekorationen in Nähe der Spielstätten Transportzeiten zu optimieren und das Zwischenlager für den Spielbetrieb der Oper auf dem Gelände der Werkstätten frei zu ziehen. Der zweite Schritt ist dann ein Probebühnenzentrum auf dem Werkstättengelände, welches die Probenabläufe verbessert und die Anmietungen von Probebühnen entbehrlich macht. Zu den Kosten und den Zeiträumen ist gegenwärtig, vor den Haushaltsverhandlungen keine Aussage möglich.

In Stuttgart hat ein vergleichbares Probezentrum gut 25 Millionen Euro gekostet. Ist für Dresden ein ähnliches Volumen zu erwarten?

Dies kann gegenwärtig nicht beantwortet werden.

Von Staatsschauspiel und Staatsoper wird erwartet, dass die Zuwendungen für beide Häuser auf heutigem Niveau bleiben und der Freistaat zusätzlich die Tariferhöhungen trägt; kann dies heute schon zugesagt werden?

Die Haushaltsverhandlungen beginnen erst.

Wie sehr macht aus Ihrer Sicht der Verbund Sächsische Staatstheater Schauspiel und Oper (mit allen beteiligten Sparten' Oper, Orchester, Ballett) zusätzlich fit für die Zukunft?

Ziel ist, die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der hohen künstlerischen Qualität sowie die überregionale und internationale Strahlkraft beider Häuser zu stärken. In einem großen nichtkünstlerischen Bereich' den Werkstätten' hat sich die Kooperation seit Jahren bewährt. Es erscheint mir nur konsequent, diesen Weg, dort wo es sinnvoll und geboten ist, weiter zu gehen. Für die Logistik und die Probebühnensituation bedarf es einer Lösung, die aber nur für beide Häuser gemeinsam gefunden werden kann. Verbesserte Rahmenbedingungen in diesen Bereichen werden sich nach meiner Überzeugung positiv auf die künstlerischen Prozesse auswirken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.02.2012

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